Apotheker werfen Doc Morris Betrug vor

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von it-praktikant, 8. April 2004.

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  1. Sniper_01

    Sniper_01 Byte

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    Das mit dem Betrug ist so eine Sache. Das gleiche könnte ich von den Apotheken auch behaupten, bei den Verkaufspreisen der nicht mehr rezeptpflichtigen Arzneimittel.
     
  2. it-praktikant

    it-praktikant Megabyte

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    Hallo,

    es gab eine Änderung eines deutschen Gesetzes, dass Rabatte und Bonusprogramme nicht mehr an den Preis eines Produktes gebunden sind. Das bekannt Rabattgesetz.

    Demnach kann jeder Händler bis zu 99,9% Rabatt auf all seine Güter bieten.

    Und auf den Fall bezogen:
    Kann DocMorris einen Bestellrabatt in Höhe der Halben Zuzahlung auf seine Produkte geben.
    Die volle Zuzahlung an die Krankenkasse muss DocMorris ja dann vom gezahlten Gesamtbetrag begleichen.

    DocMorris würde also erst ein Minusgeschäft machen, wenn der zu zahlende Betrag weniger ist als Einkaufspreis und Zuzahlung, Profit und laufende Kosten nicht mitgerechnet.

    Alles völlig legal. Nur könnte man den Rabatt anders nennen, da der Kunde wirklich verunsichert wird und er glauben könnte, dass die Zuzahlung zum Produkt vom Händler/ Apotheke abhängig ist.

    Aber so blauäugig sollte man ja nicht sein.

    Ciao it.

    PS: Rechtschreibfehler dürfen behalten werden.
     
  3. tribun66

    tribun66 Kbyte

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    Was ist daran Betrug?
    Das mußt Du mir erklären.
    Für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel besteht keine Preisbindung mehr. Es ist also kein Betrug, wenn der Apotheker seinen eigenen Preis dafür macht, sondern Marktwirtschaft.
    Jetzt Du wieder...
     
  4. rainergaiss

    rainergaiss Kbyte

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    Auch das ist wieder nicht ganz richtig!

    Erstens nehme ich meiner Krankenkasse damit ganz klar nichts weg!

    Zweitens wird mir von anderen Kassen schon viel zu viel weggenommen, nämlich wegen dem sogenannten Risikostrukturausgleich. Ich zahle dafür, dass andere Leute sich den Luxus leisten, einer Krankenkasse mit Glaspalast in der Innenstadt und persönlichem Berater anzugehören, während meine kleine BKK dafür den Ausgleich zahlen muss und dadurch einen fast einprozentigen höheren Beitrag als eigentlich nötig verlangen muss.

    Deswegen habe ich nicht die geringsten Hemmungen oder moralischen Bedenken. Es gibt einen schönen Spruch: Wenn jeder an sich denkt ist auch an alle gedacht. Das Solidaritätsprinzip funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Aber du weißt ja selbst, alle sind gleich, aber ein paar sind immer gleicher.
     
  5. svenuser

    svenuser Byte

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    Ich habe das Wort Betrug mal weniger im Strafrechtlichen Sinne, sondern eher im moralischen Sinne verwendet.

    Sicher hat diesmal der kleine Mann etwas davon. Aber auch nur auf den ersten Blick. Weil wie schon in einigen Beiträgen erkannt wurde, haben die Krankenkassen dadurch ja wieder höhere Ausgaben (weil viele somit in die 2% Grenze fallen, die aber gar nicht 2% bezahlen). Also zahlen unterm Strich die drauf, die nicht dieses Hintertürchen nutzen. Also auch irgendwie wieder der kleine Mann...

    ...aber ist ja eh eine moderne Robin Hood Gesellschaft. Jeder beklaut irgendwie jeden und versucht es zu rechtfertigen, dass er doch der Arme ist!
     
  6. rainergaiss

    rainergaiss Kbyte

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    Vorsicht Sven, Betrug ist ein Straftatbestand!

    Das ist hier sicher nicht gegeben. Klar ist es etwas tricky, wenn du aber siehst, mit welchen blöden Tricks uns Steuer- und Abgabenerhöhungen als Senkungen verkauft werden und wie wir als Otto N. von den Herrschaften in Berlin verarscht, belogen und betrogen werden, dann finde ich so etwas eigentlich nur legal, und das ist es auch - rein rechtlich, denn ich zahle meinen Beitrag dazu und bekomme dafür etwas geschenkt, in der Apotheke sind es Papiertaschentücher oder Augentropfen, hier sind es halt 2 Euro 50. So what?

    Moralisch hast du ganz sicher recht, aber irgendwie freue ich mich als "kleiner Mann" dann auch, den Spieß einmal rumdrehen zu können.

    Gruß Rainer
     
  7. svenuser

    svenuser Byte

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    aber im gesetz (oder wo auch immer) steht ja nunmal drinn, dass man von zuzahlungen befreit wird, wenn man mehr als 2% seines einkommens für medikamente ausgibt. da steht AUSGIBT. und wenn mir ein Händler nur 5? berechnet, habe ich auch nur 5? ausgegeben. wenn dieser händler nun bei meiner krankenkasse eine rechnung vorlegt, in welcher er angibt, ich hätte 10? bezahlt, so ist das schon eine form von betrug.

    auch wenn hier hintertürchen von wegen bonus und nicht rabatt genutzt werden, was das ganze erst einmal rechtlich auf sicheren boden stellt... trotzdem ist es eine form von betrug!

    -Sven
     
  8. WakeMich

    WakeMich Kbyte

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    271
    Richtig.

    Außerdem heisst es in dem Artikel, dass er einen Bonus in Höhe der halben Zuzahlung gewährt. Und nicht, dass die Leute nur die halbe Zuzahlung leisten müssen.

    Und ein Kaufmann zieht nun mal bei seiner Forderung aus Lieferung und Leistung die gewährten Boni ab.

    Also völlig korrekt.

    @ daischi

    Also nicht nur die Gesetzeslage prüfen sondern auch genau lesen.

    Gruss

    WakeMich
     
  9. rainergaiss

    rainergaiss Kbyte

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    So läuft's genau (ich kaufe bei DocMorris und weiß das als Kaufmann):

    Ich schicke mein Rezept an eine deutsche Adresse und bekomme mit der Ware völlig korrekt eine Zuzahlungsquittung über den deutschn fälligen Zuzahlungsbetrag.

    Außerdem bekomme ich, wenn ich zwei oder mehr Medikamente bestelle, außer der Versandkostenfreiheit einen an nichts gebundenen Bonus von 2,50 Euro für jeden gekauften Artikel, wobei ein Guthaben entsteht. Nach 2 Wochen zieht DocMorris seine Forderungen bei mir ein: Die Zuzahlung abzüglich meines Bonusguthabens. Völlig legal, weil Bonus und NICHT Rabatt.

    Mit Rabatt gäb's ein Problem.
     
  10. indic

    indic Byte

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    Das wichtigste für DocMorris ist, daß sie durch diese Geschichte wieder schön oft in den Medien auftauchen. Denn nichts ist schlechter als ein Internet-Laden, den keiner kennt.
     
  11. 100Ampere

    100Ampere Halbes Megabyte

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    Also ich sehe das auch so, dass der Krieg der Lobby gegen Doc Morris mit allen Mitteln fortgesetzt werden soll.
    :mad:

    Mal sehen was sie sich als nächstes einfallen lassen.:bse:
     
  12. it-praktikant

    it-praktikant Megabyte

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    Klar ist das Blödsinn. Völliger Blödsinn. Wenn ich zwei unterschiedliche Apotheken gehe, bezahle ich für ein Produkt (Arznei, Salbe, Binde, Apothekenmist, ...) zwei unterschiedliche Produkte. Das lässt mich vermuten, dass zu dem Preis noch ein Gewinn ist.

    Wenn nun eine Apotheke sagt, dass sie von ihrem Gewinn so verzichtet, dass es genau so viel ist wie die halben Zuzahlungen, dann ist das legitim. Ich als Verkäufer darf jeden Rabatt genehmigen wie ich will. Und wenn ich misswirtschaften will als Apotheker, dann klebe ich überall Preisetiketten über einen Euro rauf und bezahle für meine Kundschaft die vollen Zuzahlungen. Das ist zwar Irrsinn, aber legitim!
    Damit mache ich Verlust und kein Gewinn, ist aber legitim. In keinem Gesetz steht drin, dass ein Händler jede Ware mit verbuchtem Gewinn zu verkaufen hat, wenn doch, dann zeige mir das bitte!

    Und am Gesetz mach DocMorris nichts vorbei, sondern genau so machen die das.

    Ciao it.
     
  13. MAE

    MAE Guest

    Hallo ich gebe Daischi recht, die anderen haben wohl nicht verstanden worum es geht, docmorris schreibt rechnungen die nicht korrekt sind weil er weniger berechnet als draufsteht, und somit ist es nicht gestattet, weil es könnte ja einer auf die 2% kommen obwohl er ja weniger wegen dem rabatt gezahlt hat und wer ist dann der der betrogen wird? genau die krankenkassen und im endeffekt ja wir die die beiträge zahlen. also nicht gleich motzen sondern genua lesen.

    mfg
     
  14. haribo2001

    haribo2001 Byte

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    Ich nenne das Marktwirtschaft. Betrug an den Krankenkassen? Die Krankenkassen können froh sein, das es DocMorris überhaupt gibt. Denn deren Preise sind niedriger und somit auch die anfallenden Kosten der Krankenversicherten.

    Oder störts die AOK womöglich, daß sich ihre Kunden auf diese Weise öfter die Zuzahlungen leisten können und somit die Einsparungen durch die neuen Regelungen nicht so stark ausfallen?
     
  15. sg69

    sg69 Halbes Megabyte

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    977
    Hier ist pure Angst vor Einnahmeeinbußen im Spiel !

    Die Begründungen sind albern und lächerlich !

    Warum haben die raffgierigen deutschen Apotheker und Ärzte nicht den Mumm zu sagen, daß es denen lediglich um ihre Kohle (Einnahmen) geht ?

    Es werden doch immer neue Gründe gesucht, das Internetgeschäft mit Arztneimitteln zu verhindern.

    Es ist schon ein starkes Stück, wie in Deutschland diese Lobbyisten VERHINDERN, daß Bürger möglichst preiswert einkaufen können.... !

    EGOISMUS PUR !!!
     
  16. Daischi

    Daischi ROM

    Registriert seit:
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    1
    Nix Blödsinn. Und auch nicht legal.

    Die Apotheker sind nach den entsprechenden Gesetzen (GMG, Arzneimittelpreisverordnung) verpflichtet, die Zuzahlungen in voller Höhe von den Patienten einzuziehen und an die Krankenkassen weiterzuleiten. Da gibt es kein "Wenn und Aber".

    Also bitte mal die Gesetzeslag genau prüfen. Die Zuzahlung ist außerdem kein "Produkt".

    Tschüß
     
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