Arbeitgeber haften für illegale Downloads ihrer Mitarbeiter

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von Megapain, 29. Juli 2004.

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  1. Megapain

    Megapain Kbyte

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    Das geht doch gar nicht. Wie soll man eine Datei herunterladen (=kopieren) wenn sie kopiergeschützt ist.

    Für kopiergeschützte Medien ist in der Regel eine bestimmte Abspielsoftware erforderlich. Und wenn ich mir so die "üblichen DRM-Verdächtigen" und deren illegale Praktiken (Spyware / Nach-Hause-telefonieren ) angucke, würde ich deren Einsatz in einem Unternehmen sowieso verbieten.
     
  2. kirsche40

    kirsche40 Byte

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    Beiträge:
    28
    Das ist ja wohl der größte Schwachsinn, den ich je gehört habe. Mir ist jedenfalls kein Gesetz bekannt, was das Wort Sorgfaltspflicht kennt. Wenn ein Mitarbeiter einer Firma illegale Dinge tut, dann trifft das nur ihn. Es kann ja auch kein ISP für die Handlungen seiner Kunden verantwortlich gemacht werden. Genauso könnte man dann ja auch sagen, jede Gemeinde verletzt ihre Sorgfaltspflicht, wenn sie ehemalige Straftäter nicht ständig überwachen läßt. Willkommen bei Orwell.
     
  3. _sid_

    _sid_ Halbes Megabyte

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    1.005
    mal ne andere Frage zum Thema Computer in Unternehmen.

    Folgenden Satz lese ich in unserer neuen Datenschutz-Richtlinie im Geschäft:
    "Wer per E-Mail Viren und andere bösartigen Programme verschickt, wird vollumfänglich für die Aktion zur Rechenschaft gezogen."

    Was - wie darunter steht - bis zur Entlassung führen kann.

    Nur - was zum Teufel kann ich als Mitarbeiter dafür, wenn der Virenscanner der Firma (Norton AntiVirus :aua:) einen Virus nicht erkennt und ich ihn unbemerkt weiterschicke? (Ist klar, dass man Viren normalerweise erkennt. Aber nicht alle Mitarbeiter haben eine Ahnung davon).

    Ist sowas rechtlich überhaupt zulässig??
     
  4. RaBerti1

    RaBerti1 Viertel Gigabyte

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    Einerseits kannst Du Dich auf den Virenscanner Deiner Fa. verlassen, da Du beim Versenden keine Kenntnis über den angehängten Virus hast.

    Wenn Du hingegen einen Virus zu Hause züchtest, ihn in die Firma einschleppst und von dort an den -offenbar veralteten- Virendefinitions-Dateien vorbei in die Wildbahn entläßt, dann ists nur gerecht, wenn man Dir die Ohren langzieht bis Paderborn.

    MfG Raberti
     
  5. Don Jonz

    Don Jonz Kbyte

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    Wenn ohne Deine Kenntnis Viren über Deinen Account verschickt werden und Du deshalb entlassen wirst, ist es die Firma nicht wert, dass Du dort arbeitest. Ich vermute, es handelt sich um einen größeren Laden, in dem die Geschäftsführung, die das in dieser Form abgesegnet hat, bereits so weit vom Tagesgeschehen und der Materie ist, dass sie ihre Mitarbeiter gar nicht mehr kennt.

    Prost,

    Don
     
  6. Zeus

    Zeus Halbes Megabyte

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    Als Jurist - die Ansichten der Laien in Ehren, doch fragt man auch keinen Blinden, welche Farbe der Himmel hat - sei Dir gesagt, daß primär der Arbeitsvertrag respektive tarifliche Regelungen ausschlaggebend sind.

    Grobgesagt bedarf auch diese "Richtlinie" des Verschuldensprinzips. Demnach können solche "antizipierten Schadensersatzandrohungen" das im Arbeitsrecht bestehende Prinzip der tätigkeitsbedingten Handlungen nicht negieren.

    Solche "Richtlinien" kommen immer besonders "juristisch" und extrem böse daher. Man müßte wenigstens das Wörtchen "absichtlich" oder "grob fahrlässig" mit hineindenken, damit es zulässig ist.
     
  7. MagicMan

    MagicMan Kbyte

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    Abgesehen davon, daß die Datenschutzrichtlinien gar keine Überwachung in diesem Sinne zulassen, wie sie im Artikel empfohlen wurden.

    Bei dem Kunden, bei wlchem ich aktuell eingesetzt bin, hat alleine das Logfile des Proxyservers innerhalb von 2 Arbeitstagen eine Größe von über 1 GB.

    Wieviel Platz soll denn da für Logfiles zur Verfügung gestellt werden und vor allem, wer soll die alle auswerten?
     
  8. Zeus

    Zeus Halbes Megabyte

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    Versteige Dich da mal nicht. Stichwort Störerhaftung: Erlangt ein Diensteanbieter Kenntnis von einer rechtswidrigen Handlung, so kann er zur Unterbindung verpflichtet sein. Steht alles im TDG.
     
  9. kirsche40

    kirsche40 Byte

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    Das sind 2 verschiedene Paar Schuhe! Es ist ein gravierender Unterschied, ob jemand _VORSORGE_ treffen muß, damit keine Straftat geschieht, oder ob er _WEITERE_ Straftaten zu unterbinden hat. Ein ISP kappt Dir einfach die Verbindung und schickt Dir ne Abmahnung. Zusätzlich meldet er den Tatbestand der Staatsanwaltschaft. Somit ist er fein raus. Aber niemand kann von jemandem verlangen megabytegroße Dateien auf Vorrat zu speichern und auch noch parsen zu lassen. Das widerspricht nämlich dem DSchG, StBG und dem BGB.
     
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