Blogger aufgepasst!

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von Kaeto23, 5. Januar 2006.

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  1. Kaeto23

    Kaeto23 Byte

    Registriert seit:
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    8
    Wow, also lt. eurem Beitrag MUSS jeder Blogger seinen richtigen Namen, seine richtige Adresse usw. angeben???

    Mit allem Respekt: das würde das Ende des freien Bloggens bedeuten. Bloggen ist eigentlich eher aus einer Art Mitteilungsbedürfnis entstanden IMHO, und ich finde, man kann seinen Realnamen angeben, aber man muß nicht. Am Beispiel eines Dialerforums, welches bei euch ja auch in den Nachrichten lief, kann man sehen, was negative Kritik alles bewirken kann: man wird sofort mundtot gemacht. Und das wäre dann kein freier Meinungsaustausch mehr, sondern nur noch Lobgesang, was man machen könnte.

    Zwar verstehe ich durchaus die Gesetze, aber hierfür sollten eher die Blogbetreiber für rechtliche Sicherheit sorgen. Nehmen wir an, jmd. würde illegale Sachen in seinen Blog schreiben bzw. solche Links anbringen. Der Staatsanwalt könnte dann zum Blogbetreiber Kontakt aufnehmen, die Adresse des Nutzers bekommen und so seiner Arbeit nachgehen. Wenn ich jedoch als Privatperson blogge, dann möchte ich eher nicht, daß jeder gleich meinen Namen, meine volle Adresse, am liebsten noch meine Telefon- und Faxnummer, meine E-Mail-Adresse, meine Umsatzsteuernummer, den Namen meines Hundes, meinen Lieblingsfilm usw (wir können das hier ins Endlose ziehen lassen) gleich serviert bekommt.

    Daher sollte man einige Gesetze eher mit gesundem Menschenverstand betrachten und ihre Idee in der heutigen Zeit hinterfragen. Wenn ich mir da die USA ansehe, wo ein Präsident die Wirksamkeit eines Gesetzes ins Endlose fordert, welches ihn bzw. seine Machtbefugnisse begünstigt, dann muß man wenigstens hier im hoffentlich rational-denkenden Deutschland den Sinn einiger Gesetze hinterfragen können, ohne gleich Besuch von der Polizei oder vom Geheimdienst zu bekommen. :cool:
     
  2. NoBurt

    NoBurt Byte

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    96
    Das ist doch jetzt schon so. In einigen bekannten Foren - auch der PCWelt - wird schon zensiert. Da werden aus Angst vor Strafen schon Abkürzungen etc. als Sternchen codiert usw.

    Wo das alles enden wird, wissen wir alle. Nur sind die Leutz noch zu bequem, um dagegen vorzugehen. Aber dann, wenn nichts mehr ohne geht, wird es zu spät sein. Denn dann kann JEDER, der einmal negativ auffällt sofort gecheckt und mundtot gemacht werden.

    Eins ist Fakt - die persönliche Freiheit ist am Ende. Nun heißt es - mal wieder - Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit ... Der Spruch begleitet mich schon seit Jahren. Notwendig laut Staatsreason sind Terrorüberwachung, Urheberrechtesverfolgungen,, Straftatbeständen und diverses mehr.

    Das heißt auch, wenn dir heute ein Typ schräg kommt und du ihm dafür eins auf die Mütze haust - was öfters vielleicht mal angebracht wäre - geht der zum Anwalt und stellt Strafanzeige wegen Körperverletzung. Oder: Jeder Besitzer eines Videorekorders oder DVD-Rekorders ist mittlerweile ein Straftäter. Denn er nimmt unerlaubte Sendungen auf, um sie zu archivieren oder später anzusehen. Wo ist der Unterschied, ob ich mir Harry Potter im ZDF mitschneide, oder die DVD kopiere??

    Es wird doch schon ALLES bis ins kleinste Detail geregelt, definiert und ins Gesetz geschrieben. Dazu kommt dann noch die komplette Überwachung von Emails, Foren, Telefongesprächen - Handydaten, Maut, Kredit- und EC-Karten, biometrische Pässe, aussagekräftige Krankenversicherungskarten usw. usw.

    Wir sind längst im Jahr "1983" - bis "1984" ist es nur noch ein kleiner Weg. Alle schreien sie, aber jeder hofft, das es wieder besser wird. Aber das wird es so nicht mehr. Wenn Privatpersonen und Firmen schon aus Angst zensieren (dürfen), ist somit die Meinungsfreiheit schon ad absurdum geführt. Und wenn die Meinungsfreiheit den Bach runtergeht - wo ist da der Unterschied zu China und Konsorten? - ist es nur noch ein kurzer Schritt zu einem totalen System. Ich denke nur an die DDR und deren Sicherheitseinrichtung. Nennen darf man das hier ja schon nicht einmal mehr ... Wird auch schon zensiert. :aua:
     
  3. wegzeiger

    wegzeiger Kbyte

    Registriert seit:
    9. Mai 2005
    Beiträge:
    189
    Habt Ihr bei euren Postings auch bedacht, dass man einem Menschen schnell etwas andichten kann? Zwar muss das nach einer Klage widerrufen werden, aber ein schlechter Beigeschmack bleibt oft hängen. Denn bis das zurückgenommen wurde, dauert es ja eine Weile und so lange steht eine solche Behauptung im Raume. Der Schaden kann also sehr erheblich werden!

    Bei voller Nennung von Namen und Adresse wird das sicherlich unterbleiben. Ich sehe also durchaus auch Vorteile in dieser Regelung

    wegzeiger
     
  4. Kaeto23

    Kaeto23 Byte

    Registriert seit:
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    8
    Ich gebe zu, ich verstehe dein Posting nicht so ganz.

    Zum einen: Rufmord ist ja bekannt. Also wenn einer Person etwas angedichtet wird, daß dieses dann erst bewiesen werden sollte, bevor es zum Gericht geht. Aber ich sehe jetzt keinen konkreten Bezug zum Bloggen. Wäre schön, wenn du mal einen fiktiven Fall skizzieren könntest. Denn es geht ja hier darum, daß jeder Blogger seine Meinung inkl. seiner Adresse usw. auftut. Daß dieser zwar nicht immer Recht haben muß, ist klar, denn ein Blog ist ja letztlich irgendwo (wenn wir von den Kommerz-Blogs absehen) die Repräsentation eine eigenen Meinung. Wenn ich in meine Blogs etwas reinschreibe, dann ist das immer meine persönliche Meinung. Ich rechne also nicht damit, daß mir jmd. Recht gibt. Wenn nun in diesem Blog meine richtige Adresse, Name etc. fallen, dann haben die Firmen und Institutionen SOFORT ein Mittel, um mich mundtot zu machen. Ich bin mir sicher, die würden nicht lange fackeln und sofort zig tausend Abmahnungen rausschicken. Ob diese gerechtfertigt sind oder nicht muß erst durch ein kostpieliges Verfahren geklärt werden. Ich bin mir sicher, die Anwaltskammer würde das sehr gut finden. :ironie:

    Wie gesagt, es geht hier um die persönliche Meinung. Solange ich keine Befürchtung haben muß, wegen meiner Meinung verfolgt oder bestraft zu werden, stimme ich dem Gesetz zu. Aber wie NoBurt schon sagte, ist diese Freiheit wohl am Ende. Und wir sollten uns fragen, ob es noch einen Sinn hat, eine eigene Meinung zu haben, wenn wir stets auf Repressalien achten müssten. Denn diese verhindern eine eigene Meinung, Stichwort China. Und ich pflichte NoBurt hier bei, wenn er dieses Szenario schon als Zukunft für Deutschland sieht.
     
  5. Affenbruder

    Affenbruder Byte

    Registriert seit:
    28. August 2002
    Beiträge:
    39
    - nicht nur für Deutschland.

    Ich sitze in diesem beschriebenen Land - freiwillig! - und finde es recht angenehm hier. Allerdings nervt es schon, dass bestimmte Seiten nicht erreichbar sind: Abgesehen von den 'schlimmen', also staatsfeindlichen Seiten - die mich wenig locken - ist es für meine Person ärgerlich, dass eine 'berühmte' Wissensseite (Achtung - Wortfilter?) schlicht gesperrt ist. Sie enthält auch eine landessprachliche Seite, und da liegt vermutlich der Grund für diese. Natürlich sind auch die meisten Blog-Seiten nicht erreichbar.

    Dennoch, solange ich nahezu alle (für mich wichtigen) und meine Landsleute ebenfalls dieselben Seiten lesen können, lohnt es sich hier das Leben zu geniessen.

    Grundsätzlich sehe ich aber allerorten die Gefahr ebenfalls: Es fängt ja immer 'harmlos' an, dann wird die Schlinge enger ... ...

    Doch bis das passiert, Kopf hoch! :ironie:

    Grüße
     
  6. kadajawi

    kadajawi Megabyte

    Registriert seit:
    23. Dezember 2000
    Beiträge:
    1.792
    Ich stimme NoBurt zu. Meinungsfreiheit gibts (bald?) nicht mehr wirklich in Deutschland.

    Sicherlich sollte man gegen Rufschädigung, wenn sie unberechtigt ist, vorgehen. ABER: Muss dafür ein Impressum bei jedem für jeden ersichtlich stehen? Wenns wenigstens nur per Gerichtsbeschluss sichtbar wäre...

    Btw: Gilt das auch für Blogs von Deutschen, die z.B. auf US Servern gehostet werden?
     
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