Druckertinte: Teurer als Chanel No. 5

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von Urmel1, 9. Februar 2005.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Urmel1

    Urmel1 Halbes Megabyte

    Registriert seit:
    6. November 2000
    Beiträge:
    865
    23 Euro für acht Milliliter. Günstige Alternativprodukte kosten bis zu 90 Prozent weniger.

    Von Mathias Eberenz


    Tintenpatronen für Drucker sind sehr teuer, wenn sie vom Druckerhersteller selbst stammen. Wer seine leeren Patronen wieder auffüllen läßt, spart bis zu 67 Prozent. Nachahmerpatronen sind sogar noch günstiger. Foto: DPA
    Hamburg - Ein nagelneuer Tintenstrahldrucker für gerade mal 35 Euro, Farb- und Schwarzweiß-Tintenpatronen inklusive. Derartige Angebote sind keine Seltenheit in großen Elektronikfachmärkten. Doch was anfangs wie ein Schnäppchenkauf aussieht, könnte schnell zur Kostenfalle werden. Spätestens wenn die Patronen ihren Geist aufgeben.

    Da kostet die Originalkartusche mit acht Milliliter Inhalt vom Hersteller schon mal stolze 23 Euro. Das sind umgerechnet 2875 Euro pro Liter. Zum Vergleich: Die gleiche Menge des berühmten Eau de Parfum Chanel No. 5 kostet knapp ein Drittel.

    Da liegt der Verdacht nahe, daß die Druckerhersteller ihre Hardware günstig anbieten, um dann an der Tinte kräftig zu verdienen. "Der Vergleich mit Parfüm- oder Champagnerpreisen hinkt", kontert Barbara Wollny, Sprecherin von Hewlett-Packard (HP) in Deutschland, entsprechende Vorwürfe. Der hohe Preis sei durchaus gerechtfertigt, schließlich handele es sich um hochwertige High-Tech-Produkte, die ständig weiterentwickelt würden. "Allein Hewlett-Packard investiert jährlich 700 Millionen Dollar in die Forschung rund um die Tintenstrahltechnologie", sagt die HP-Sprecherin dem Abendblatt.

    Verbraucher, denen die Preise für Originalpatronen doch zu hoch erscheinen, können günstige Nachahmerprodukte kaufen oder leere Originalpatronen neu befüllen lassen. Für letztere Alternative gibt es mittlerweile viele Anbieter am Markt, auch in Hamburg. Beispiel Druckertankstelle. Die im Franchise-System aufgebaute Kette hat in der Hansestadt sechs Filialen. "Wir können alle gängigen Patronen von HP, Epson und Lexmark wiederbefüllen", sagt Bernd Laehn von der Filiale am Mundsburger Damm 44. Vorteil für die Kunden: Sie zahlen für den "Refill" nur ein Drittel des Preises einer Originalpatrone - "bei gleicher Qualität", sagt Laehn, der zu seinen Kunden nicht nur Privatnutzer, sondern auch viele kleinere Betriebe zählt. Nachfüllen liegt im Trend: "Die Nachfrage steigt ständig an", freut sich Laehn.

    Auch im Internet gibt es zahlreiche "Tintendiscounter". Zu den bekanntesten Anbietern zählen www.tintenversandhaus.de und www.inkclub.de. Auch beim Online-Auktionshauses Ebay tummeln sich viele Anbieter, locken sogar mit "bis zu 90 Prozent" günstigeren Preisen. Doch Experten raten zur Vorsicht, denn nicht immer stimmt hier die Qualität. Außerdem lassen sich Hersteller wie HP oder Lexmark immer mehr Tricks bei Hard- und Software einfallen, damit Nachahmer keine Chance haben.

    Hilfe kommt von der EU-Kommission: Sie will von 2006 an nur noch Drucker zulassen, die auffüllbare Patronen akzeptieren.

    erschienen am 8. Februar 2005 in Wirtschaft
     
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen