Ebay im Clinch mit Verdi

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von hoegi1973, 3. Mai 2004.

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  1. hoegi1973

    hoegi1973 Kbyte

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    Den Gewerkschaften laufen (zu Recht) ihre Mitglieder davon, da sie sich als Bremser notwendiger Veränderung darstellen.

    Um dem Mitgliederverlust entgegenzusteuern, werden Unternehmen mit wildesten und frei erfundenen Behauptungen an den Pranger gestellt - denn für "bessere Bedingungen" kann nach dem Selbstverständnis einer Gewerkschaft eben nur sie selber mittels Tarifvertrag und Instruierung des Betriebsrates von außen sorgen.

    Man stelle sich einmal die Überraschung bei ver.di vor, daß es ebay wagt, über die haltlosen Vorwürfe offen zu sprechen und diese zu widerlegen. Manch andere Unternehmen wählen lieber den Weg des vorauseilenden Gehorsams, denn es könnte ja schlechte Presse geben... :aua:

    Frage: Wann werden die scheinheiligen Gewerkschaften endlich entmachtet? :confused:

    mfg


    hoegi1973
     
  2. ueberulmen

    ueberulmen Byte

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    Dem schließe ich mich voll und ganz an.
    Gewerkschaften entmachten - lieber heute als morgen!
     
  3. hoegi1973

    hoegi1973 Kbyte

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    224
    Die Verflechtungen zwischen Politik und gewerkschaften sind schon erschreckend, das stimmt. Das manifestiert sich dann in so unsäglichen Entscheidungen wie für die Ausbildungsplatzabgabe, Ausweitung der Mitbestimmung, staatliches Konjunkturprogramm... :aua:

    Wenn in der Wirtschaftspolitik mal wieder was völlig falsch läuft, dann stehen die Gewerkschaften dahinter. :mad:

    Ach, übrigens halte ich von dem Herrn Riester zwar auch nicht so viel, aber immer noch besser, als diese allerübelstens Betonköpfe a la Jürgen Peters (IG Metall) oder Frank Bsirske (ver.di). Wenn diese beiden das Maul aufmachen, dann kommt grundsätzlich nur Sch.... heraus...

    mfg


    hoegi1973
     
  4. romulus.rom

    romulus.rom Kbyte

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    454
    ich komme leider nicht umhin, dass es den gewerkschaften nur noch um machterhalt und politisches kalkül geht.
    für meine begriffe haben die heutigen gewerkschaften in deutschland nichts mehr mit den interessenvertretungen der arbeitnehmer zu tun und zwischen arbeitnehmer und arbeitgeber zu vermitteln.
    nicht nur hohe beiträge für große gehälter und gebäude. nein die stufe zur politik soll erklommen werden.
    bestes beispiel hierfür war der herr riester:
    Walter Riester
    Bundesminister a.D.
    Geboren am 27. September 1943 in Kaufbeuren

    Beruflicher Werdegang:

    1949-1957: Volksschule
    1957-1960: Ausbildung im Fliesenlegerhandwerk; Gesellenprüfung
    1957: Eintritt in die Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden
    1960-1968: Beschäftigung als Fliesenleger
    1969: Meisterprüfung als Fliesenlegermeister
    1969-1970: Besuch der Akademie der Arbeit, Frankfurt, Studienschwerpunkte Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik, Arbeitsrecht
    1977-1978: 2. Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Geislingen
    1980-1988: Bezirkssekretär der Industriegewerkschaft Metall, Bezirk Stuttgart
    1988-1993: Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Metall, Bezirk Stuttgart
    1993-1998: 2. Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall
    Politischer Werdegang:

    Seit 1966: Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)
    1998-2002: Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung
    Seit 2002: Mitglied des Deutschen Bundestages



    vergleicht selber mal die mitglieder der gewerkschaften mit der nähe zur politik.
    für mich ein sauhaufen, der von den mitgliedern bezahlt wird.
    ändern wird sich erst was wenn alle mitglieder die mitgliedschaft kündigen und sich neue gewerkschaften bilden. das gesundet am besten.

    gruß romulus
     
  5. hoegi1973

    hoegi1973 Kbyte

    Registriert seit:
    19. Januar 2004
    Beiträge:
    224
    Hallo Bilzi!

    Danke für deinen Beitrag - Du hast natürlich Recht damit, daß es in Deutschland völlig ohne Gewerkschaften auch nicht so toll aussehen würde. Das bestreite ich auch gar nicht.

    Was ich kritisiere: Die Gewerkschaften in Deutschland

    1. haben extrem viel Macht, die sie dazu mißbrauchen, aberwitzige Tarifsteigerungen auszuhandeln (OK, die Unternehmerverbände sind auch nicht unschuldig daran, allerdings herrscht zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverbänden keine Waffengleichheit). Weiterhin wird eine massivste Einflußnahme auf die Politik ausgeübt.

    2. antworten auf die Probleme von heute mit Lösungen von vorgestern - Arbeitszeitverkürzung bspw. schafft keine Arbeitsplätze sondern vernichtet selbige.

    3. setzen ihre Interessen ohne Rücksicht auf die Arbeitslosen durch


    Tarifverträge sind Kollektivverträge, korrekt. Aber das bewerte ich nicht so positiv, wie Du es tust, da Kollektivverträge die unterschiedliche wirtschaftliche Situation unterschiedlicher Unternehmen und unterschiedlicher Regionen nur unzureichend berücksichtigen.

    Das starre Tarifvertragsrecht behindert massiv die Schaffung neuer Arbeitsplätze.


    Daß in Eurem Betrieb Beschäftigungssicherungstarifverträge ausgehandelt werden können ist schön, aber leider eher die Ausnahme. Vielfach ist es dagegen so, daß unternehmensinterne Regelungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat von den Gewerkschaften torpediert werden und Klagen dagegen eingereicht werden. Daß dadurch Arbeitsplätze verloren gehen, ist den Funktionären scheinbar egal... :aua:


    Zusammenfassung: Ich habe niemals gefordert, die Gewerkschaften abzuschaffen - es sollte nur die extreme Macht beschnitten werden. Es gibt keine andere Interessengruppierung in disesem Lande, die auch nur ansatzweise so viel Macht in sich vereinigt.

    mfg


    hoegi1973

    PS: Um deine Frage zu beantworten, ich bin (noch?) nicht selbständig, sondern Student des Wirtschaftsrechts und habe mich dementsprechend ausführlich mit der Thematik auseinandergesetzt...
     
  6. ueberulmen

    ueberulmen Byte

    Registriert seit:
    20. Juni 2001
    Beiträge:
    68
    Nein, ich bin Realist.

    Solche Spitzendinger wie die IG Bau, die ausgerechnet im wirtschaftlich schwächsten Teil unseres Landes, Mitteldeutschland, enorme Senkungen der Arbeitszeit zu fordern, sind die Gründe, weshalb es mit unserer Wirtschaft schlecht geht.

    Sozial ist, was Arbeit schafft - und nicht die Gewerkschaften.
     
  7. Bilzi

    Bilzi ROM

    Registriert seit:
    17. Juli 2002
    Beiträge:
    3
    Hallo,

    ich habe gerade Eure Beiträge gelesen und bin schockiert. Einfach ein pauschales Urteil über Gewerkschaften zu verhängen, ohne Kritik mit Argumenten zu untermauern halte ich für unverantwortlich. Die Kritik will ich Euch nicht nehmen. Aber etwas Sachlichkeit könnte hilfreich sein.
    Ich selbst habe in 17 Jahren betrieblichem Sein, den Segen eines guten Tarifvertrages kennen und schätzen gelernt. Im übrigen ist in unserem Betrieb in Notsituationen immer ein Beschäftigungssicherungstarifvertrag zwischen AG und Gew. ausgehandelt worden. Fast immer mit dem größten Risiko auf AN Seite. Wie ihr seht versuche ich sachlich zu bleiben.

    Kann es vielleicht sein, dass Ihr Selbstständig seid. Dann wäre eure Einstellung immer noch arrogant aber wenigstens nachvollziehbar.

    Das ich Euch mit meinem Beitrag nicht zu Gewerkschaftsfreunden gemacht habe ist mir klar. Ich jedenfalls möchte nicht wissen, was in Deutschlands Arbeitswelt ohne Gewerkschaften für Arbeitsbedingungen vorherrschen würden.

    P.S. Vergesst nicht Tarifverträge sind Kollektivverträge. Denkt mal an das unberechenbare unternehmerische Risiko, alles individualrechtlich auszuhandeln. Von der dafür notwendigen Zeit rede ich gar nicht erst.
     
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