EU baut elektronische Bibliothek aus - Streit um Urheberrecht

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von brzl, 3. März 2006.

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  1. brzl

    brzl Halbes Megabyte

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    Man kann nur hoffen, dass sich eine liberale Haltung durchsetzt. Breit gestreutes, leicht zugängliches Wissen wird Europa weiter bringen als kleinliches Beharren auf Urheberrechten und Feilschen um jeden Cent.

    Man stelle sich vor, wie sich das Internet entwickelt hätte, wenn Kleinkrämer und Pfennigfuchser das Sagen gehabt hätten. Es wäre ein kleines Netz zwischen reichen Universitäten, die Hälfte des Verkehrs ginge drauf für Abrechnung der Durchleitungsentgelte und die breite Bevölkerung wüsste nicht einmal, dass es so etwas wie ein Internet gibt.
    Welch grosses Glück, dass grosszügige Geister bestimmen konnten, die sich sagten: wenn jeder gibt und nimmt, profitieren am Schluss alle viel mehr.

    Hoffen wir auf mutige Entscheidungsträger bei der EU-Bibliothek!
     
  2. Joa

    Joa Kbyte

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    Ah ja, wieder mal der sattsam bekannte Standpunkt, daß Kulturschaffende ihren Lohn gefälligst im Ideellen sehen sollen.
    Daß solche Leute aber auch was essen müssen, wenn sie zwischendurch mal vom Schreibtisch aufstehen, wird gern übersehen.
    Vielleicht sollten die Dichter und Denker auch mal in den Streik treten...
     
  3. RaBerti1

    RaBerti1 Viertel Gigabyte

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    Wieviel sollen sie denn essen dürfen? Wollen wir diese Diskussion wirklich führen?

    Was ist mit den ganzen Büchern, die definitiv in den Bibliotheken vor sich hingammeln? Was ist mit denen, die vergriffen und nicht mehr im Handel erhältlich sind?

    (Meilensteine der Weltliteratur, wie sie zB von Hera Lind geschaffen wurden, wird man sicherlich nicht digitalisieren müssen. )

    MfG Raberti
     
  4. kuhn73

    kuhn73 Megabyte

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    Die Nachrichtenmeldung an sich ist schon unglücklich formuliert. :rolleyes: Hier geht es nicht um die massenhafte Digitalisierung von Papiermedien, sondern in erster Linie um ein gemeinsames Such-Portal, um auf die sowieso schon digitalisierten Sachen der beteiligten Institutionen zugreifen zu können.
    Und die werden sich schon vorgesehen haben, irgendetwas digital und kostenlos bereitzustellen, wo Urheberrechte des Autors, Künstlers usw. bestehen.
    Was da recherchierbar und einsehbar ist, ist (älteres und altes) seltenes bzw. für den Normalbürger schwer zugängliches und oft zitiertes Kulturgut und Wissen, was von allgemeinem Interesse ist. Und das finde ich mehr als gut... :spitze:

    Und was die Kritik der Rechteinhaber betrifft: hier geht es nicht um arm vor sich hin vegetierende Dichter und Fotografen - das sind Nachfahren oder Verlage mit vermeintlichen Exklusivrechten, die damit in der Regel wirklich nur finanziellen Reibach machen wollen...

    Gruß, kuhn73

    EDIT: Ist meiner Meinung nach schon traurig, welche halbgaren Bemerkungen gemacht werden, so bald die Wörter "Digitalisierung" und "Urheberrecht" zusammen auftauchen - ohne daß die entsprechenden Leute sich überhaupt mal fragen, um was es da konkret geht :rolleyes:
     
  5. Joa

    Joa Kbyte

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    :ironie:Ja, wenn du das sagst, muß es natürlich so sein. Wo doch seit jeher alle Institutionen das Urheberrecht strikt respektieren... Und außerdem ist die Kopie einer Raubkopie schon wieder eine legale Kopie.

    Ein paar Jahrzehnte, nachdem ein Autor gestorben ist (zugegeben nicht immer den Hungertod), verfallen auch für seine Nachfahren und Verlage die Urheberrechte. Und der Autor wird plötzlich als „Klassiker der Weltliteratur“ in billigen Sondereditionen verramscht – von darauf spezialisierten Verlagen, die noch keinem lebenden Schreiber eine müde Mark gegönnt haben, kein Riskio mit unbekannten Neulingen eingehen und denen es tatsächlich nur um Reibach geht.
    Aber die werden kaum mit dem Urheberrecht argumentieren.
     
  6. kuhn73

    kuhn73 Megabyte

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    Genau das meine ich mit den Pauschalisierungen von wegen "Raubkopie" und so...

    Mir ging es konkret um dieses Projekt, und ich habe nicht von allen Institutionen, sondern von den an diesem Portal beteiligten gesprochen: große Bibliotheken (meist Nationalbibotheken) und Museen mit historisch wertvollen Beständen. Hast du schon mal recherchiert, was diese Einrichtungen als Digitalisate anbieten?
    Genau diese historisch und kulturell wertvollen Bestände, und das in der Regel mit finanzieller Unterstützung von Stiftungen und Fördereinrichtungen, die bei der Vergabe ihrer Mittel genauestens hinschauen, ob irgendwelche Rechte verletzt werden.

    Aber macht sich ja erst mal gut, pauschal Bedenken in Sachen Urheberrecht anzumelden.
     
  7. Joa

    Joa Kbyte

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    466
    Ja aber wer meldet denn dann Bedenken wegen des Urheberrechts an? Wenn doch alles so untadelig abgelaufen ist, dann hat doch niemand Grund, sich zu beklagen.

    Daß aber doch jemand was zu beanstanden hat, zeigt doch, daß irgendwo was nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, was die EU-Kommission diplomatisch-süßlich mit „die Auffassungen über Urheberrechtsfragen insbesondere zwischen Kultureinrichtungen und Rechteinhabern gehen auseinander“ umschreibt.
    Genau hier hätte der Bericht allerdings nachhaken sollen. So ist die Meldung völlig nichtssagend.
     
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