Experten: Internet-Attacken auf Stromnetz denkbar

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von AByla, 29. September 2003.

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  1. Till Wollheim

    Till Wollheim Kbyte

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    Hallo,

    ob Windows oder nicht auf dem PC läuft ist nicht der Punkt! Es kommt auf die Einbindung in Netzwerke an. Die Firmen-Netzwerke sind nicht mit dem bösen Internet verbunden. Alles klar?

    Aber: die Ausfälle in allen Ländern, die noch mehr Chaos als wir haben (wir haben auch schon ein schlimmes, aber mehr in der Verwaltung - zum Glück) zeigen eines ganz klar: die Zukunft liegt nicht in mehr und mehr Zentralisierung sondern gerade im Gegenteil. In der dezentralisierung der Systeme - nicht nur der Stromnetze. Aber gerade hier heißt es: Blockheizkraftwerke und Solar!
    Warum können denn "primitive" Länder wie Afgahnistan einem übermächtigen Feind über 10 Jahre trotzen? Nur weil sie dezentral organisiert sind. Das ist das ganze Geheimnis - natürlich spielt auch eine Rolle der Lebensstandart. Klar.

    Till
     
  2. AByla

    AByla ROM

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    Ich habe selten so einen Blödsinn von einem sogenannten Experten gelesen. Ich arbeite seit ca. 3 Jahren in der Stromwirtschaft (EDV-Leiter) und bin nur entsetzt über die Rückständigkeit der Datenverarbeitung der Strombranche. Ganz im Gegenteil, es gibt derzeit nichts unsicheres als die europäische Stromwirtschaft. Die sogenannte Sicherheit der Branche mit heterogenen oder nicht Windows Systemen zu begründen ist ein absoluter Quatsch. Ich könnte hier von Sicherheitslöchern berichten, dass man nur mit Kopf schütteln würde, wie so etwas möglich sein kann. Derzeit existieren erhebliche Mängel an den Systemen, die ich hier verständlicherweise nicht ausbreiten werde.

    Nur wundert es mich, wie man so eine Expertenmeinung abdrucken kann, da hätte ich von der PC- Welt mehr erwartet, aber vielleicht hat man nicht gewagt zu hinterfragen, zu komplex und unverständlich sind teilweise die Prozesse der Stromwirtschaft und erst nach Monaten ist man so einigermaßen vertraut und versteht die Prozesse und erahnt die potentiellen Sicherheitslöcher. Ein Assistent oder Hochschulmitarbeiter hat allerdings kaum praktische Erfahrung noch die Kenntnisse dies zu beurteilen und kann in keinem Falle so etwas beurteilen. Allein die Argumentation ist schon hahnebüchen. Ich könnte sofort eine Szenario entwerfen wo einer ganze Stadt sofort der Strom ausgeblasen wird. Dazu muss man nur ein wenig die Prozesse kennen.....
     
  3. Pinetik

    Pinetik Byte

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    17
    man könnte die Stromnetzwerke auch dezentral steuern.
    Wenn wir jetzt zum Beispiel ein Netzwerk aus Blockheizkraftwerken haben und jeder Block ist mit seinen Nachbarn verbunden (evt. per Powerline), dann könnte dynamisch auf den Zustand der Nachbaren und damit auf den Gesamtzustand des Netzwerkes reagiert werden.
    Das muss natürlich ordentlich Programmiert sein, aber das muss eine zentrale Steuerung auch.

    Grüße Philipp
     
  4. kazhar

    kazhar Viertel Gigabyte

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    Dezentralisieren ist eine gute, aber leider nicht ideale Lösung und zwar weil: die vielen kleinen Kraftwerke müssen trotz allem gesteuert und syncronisiert werden um die Versorgungsqualität zu erhalten. (Klappt das nicht zu 100% wird das Verbundnetz instabil und anfällig für Leistungsspitzen, Spannungs- und Frequenzschwankungen)

    Diese (zentrale) Regelung ist aber wiederum verwundbar.
     
  5. AByla

    AByla ROM

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    Hallo,

    Dieser Stromwirtschaftler hat sicherlich recht, dieses aber hier zu schreiben halte ich für falsch, abgesehen von den Nachteilen für die Karriereleiter .... (wer das ist, ist heute feststellbar!!)

    ich versuche nicht immer daran zu denken, was für meine Karriere gut ist oder nicht. Es lag mir fern die gesamte Strombranche zu verurteilen, aber wo ein Nachholbedarf vorhanden ist, das sollte man schon sagen dürfen. Dies ist ja auch mein Job. Wer aber nur die klassische Prozessleittechnik als Schutzwall gegen einen Angriff sieht, der hat von den derzeitigen massiven Umwälzungen in der liberalisierten Stromwirtschaft wenig Kenntnis. Mit meinem Kommentar wollte ich nur diesen pauschalen Urteilen ("bei uns ist das nur sehr schwer möglich") entgegentreten. Auch wenn der Kommentar ein wenig zu emotional geworden ist. Dies zeugt nur von Überheblichkeit und erzeugt eher ein Zurücklehnen statt Wachsamkeit und kritischer Betrachtung seiner eigenen Prozesse.

    Vor vier Wochen hatte ich ein Diskussion mit einem Kollegen, ob sowas wie in den USA auch in Europa möglich wäre. Mein Kollegen war der vollen Überzeugung unser System ist nicht derartig angreifbar, was sicherlich partiell richtig sein mag. Drei Wochen später waren 55 Mio. Menchen in Italien von der STromversorgung abgeschnitten.

    Zum Thema Linux:

    Gerade in der Stromwirtschaft gibt es eine sehr rege Diskussion wo Linux eingesetzt werden kann. Das führt zu dieser merkwürdigen Aussage , dass heterogene Systeme besser seien. Ich glaube aber, dass vor allen Dingen die Qualität entscheidet.

    Mein Anliegen ist halt nur, dass wir nie nie sagen sollten und immer wachsam sein müssen. Der technologische Fortschritt macht auch vor der Stromwirtschaft nicht halt, und da hilft ein Konservativismus in manchen Bereichen, aber in anderen überhaupt nicht.
     
  6. pausenclown

    pausenclown Halbes Megabyte

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    564

    Was hier geschrieben wird halte ich mal für Quatsch
    Es ist im Grunde schon völlig unmöglich etwas in das System der Strombetreiber hierzulande reinzukommen. Da es anders als z.B. in Amiland von allen anderen Netzen getrennt ist und keine Verbindungen z.B. ins Telefonnetz existieren.
    Allein schon aus diesem Grund ist es UNMÖGLICH das ein Cracker irgendwo auf der Welt hier Schden anrichtet.
    Und wie schon erwähnt sind die Systeme hierzulande immun gegen irgendwelcher Viren und Würmer.
    Gerade in solchen Kritischen Bereichen wird hierzulande noch auf Speziellösungen gesetzt und nicht einfach Winzigweich eingesetzt weil es ja billiger ist.

    Das Gerade geschieht aber in den USA durch den tollen Wettbewerb der Betreiber entsteht ein enormer KOstendruck. Da kommuniziert man halt über das Modem im Telefonnetz vom Windows PC aus um Kosten zu sparen, anstatt ein eigenes Netz zu betreiben
     
  7. thomas-walker

    thomas-walker ROM

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    7
    Danke für die Darstellung/Richtigstellung, auch mir stinken die halbseidenen PC-Welt Darstellungen und die unreflekierten Veröffentlichungen. Es werden leider immer mehr. Gerade in sensitiven Bereichen schent es mir, dass immer mehr verschleiert wird, um hausgemachte eigene (hier die der Stromwirtschaft) Probleme vertuschen.
    PC-Welt ist jedoch eine PC Zeitschift, die sich auf PCs, sprich MS-PC,s beschränkt. Die Erwartung, dass Kenntnisse über Gross-IT/EDV vorhanden ist, muss enttäuscht werden und wird offenbar, wenn solche Artikel publiziert werden.
    Gruss an alle Computer-Nutzer.
     
  8. Hertener

    Hertener Kbyte

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    Ein sehr interessanter Beitrag. Aber in wiefern ist Linux nun daran beteiligt? Davon hast Du in Deinem Artikel nichts geschrieben. :confused:
     
  9. baunacurry

    baunacurry Byte

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    Dieser Stromwirtschaftler hat sicherlich recht, dieses aber hier zu schreiben halte ich für falsch, abgesehen von den Nachteilen für die Karriereleiter .... (wer das ist, ist heute feststellbar!!)
    Auf der anderen Seite ist diese Häufung von Blackouts in Amerika und jetzt auch Europa) mit Sicherheit kein Zufall mehr, wie es für den normalen Menschen dargestellt wird.
    Es scheint mir, daß hier probiert wird, wie man ein Land oder einen Kontinent lahmlegen kann - und das kann man. Und irgendwann in der nahen Zukunft schlagen diese Leute zu.
    Ich bin sicher, daß die sich wundern, wie leicht das geht!
    Hier wäre für den mehr als schlafmützigen Geheimdienst in Amerika und auch in Europa mal etwas zu ermitteln. Vielleicht ist es noch früh genug?
     
  10. Mark08

    Mark08 Byte

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    16
    Mach mal ;)
    Interessiert mich nämlich ;)
     
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