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Frage zu Partitionen

Dieses Thema im Forum "Festplatten, SSD, USB-Sticks, CD/DVD/Blu-ray" wurde erstellt von Spacetravel, 9. Juli 2002.

Status des Themas:
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  1. Spacetravel

    Spacetravel Byte

    Registriert seit:
    4. März 2002
    Beiträge:
    28
    Hi! Ich habe vor meinen PC neu einzurichten und möchte meine Platte anders Partitionieren. Meine Frage wäre nun die folgende: Muss ich die Partitionen einrichten bevor, oder nachdem ich formatiere? Und welches Dateisystem empfehlt ihr mir FAT32 oder NTFS (kenne mich leider mit den Unterschieden kaum aus!) ? Eine Begründung für eure Antwort wäre nett ;-)
     
  2. Juve1106

    Juve1106 Halbes Megabyte

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    526
    Hailo Spacetravel,

    der einfachheithalber habe ich eine Seite kopiert und hier eingefügt.
    Solltest Du weitere informationen brauchen, so findest Du sie auf
    dieser Seite: http://read.at/notepad

    Hier zur Partitionierung/Einrichtung ein paar Zeilen:


    --===Workshop: Festplatten richtig partitionieren===--



    -Grundkurs-

    -===Festplatten richtig partitionieren===-

    Damit ein Betriebssystem mit einer Festplatte arbeiten kann, muss sie in
    Portionen unterteilt werden. Der Fachmann spricht von "partitionieren". Eine
    geschickte Partitionierung kann den Datenzugriff beschleunigen und die
    Datensicherung erleichtern.

    Das Partitionieren der Festplatte erfolgt noch vor dem Formatieren. Ein so
    erzeugter Festplattenabschnitt heißt "Partition" und ist immer mit einem
    Laufwerksbuchstaben verknüpft, also C:, D:, E: und so weiter. Im allgemeinen
    Computersprachgebrauch spricht man bei diesen Laufwerkskennungen von
    "logischen Laufwerken", der Kürze halber auch einfach von "Laufwerken" -
    obwohl es tatsächlich auch nur verschiedene Partitionen auf einer einzigen
    Festplatte, sein können. Diese Kennungen beginnen immer mit einem Buchstaben
    ab C aufwärts. Jede weitere eingerichtete Partition erhält dann einfach den
    nächsten freien Buchstaben. Die Kennungen A: und B: sind immer
    Diskettenlaufwerken vorbehalten.

    Heute ist auf jeder Festplatte schon ab Werk mit einer einzigen Partition
    eingerichtet, der Anwender muss das Gerät also nicht erst selbst für den
    Betrieb vorbereiten. Allerdings macht es durchaus Sinn, speziell größere
    Festplatten in kleinere, übersichtlichere Einheiten zu unterteilen. Vor allem,
    wer auf seinem Rechner parallel zu Windows auch Linux einrichten will, kommt
    um das Neupartitionieren nicht herum.

    Das Partitionieren ist nur der erste Schritt zum Einrichten einer
    Festplatte. Der zweite ist das Formatieren. Dabei beschreibt der PC eine
    Partition mit vorgezeichneten Datenspuren, die später die Daten aufnehmen
    können.


    -=Das DOS-Programm FDISK partitioniert eine Festplatte unter Windows=-

    Um eine Festplatte in logische Laufwerke zu unterteilen, benötigen Sie ein
    Partitionsprogramm. Jedes Betriebssystem enthält ein solches Programm bereits.
    Bei der Erstinstallation richtet es normalerweise automatisch eine Partition
    ein und formatiert sie. Auf diesem Laufwerk wird anschließend das
    Betriebssystem installiert. Auch diese Arbeitsschritte übernehmen schon die
    PC-Hersteller, so dass der Anwender ein prinzipiell schlüsselfertiges System
    im Laden erhält - inklusive lauffähigem Betriebssystem.

    Unter Windows 95/98 gibt es das DOS-Programm FDISK, um eine Festplatte zu
    partitionieren. Das große Problem von FDISK besteht darin, dass sich eine
    bereits partitionierte Platte nicht so ohne weiteres neu partitionieren läßt.
    Der Haken: Alle bereits auf den Partitionen gespeicherten Daten gehen dabei
    verloren. Wer also seine Festplatte mit FDISK neu einrichten will, sollte
    vorher unbedingt eine Sicherungskopie seiner Daten angelegen.

    Um FDISK zu starten, rufen Sie ein DOS-Fenster auf ("Start | Programme |
    MS-DOS-Eingabeaufforderung") und geben am Prompt "fdisk" ein. Stellt das
    Programm fest, dass die Festplatte mehr als 512 Megabyte bietet - also jede
    heute gängige Festplatte -, fragt es, ob Sie die "erweiterte Unterstützung"
    nutzen wollen. Gemeint ist das Dateisystem FAT32. In der Regel können Sie
    diese Frage bejahen.

    Nun zeigt sich das Hauptmenü von FDISK. Es enthält vier Punkte:

    1. DOS-Partition oder logisches DOS-Laufwerk erstellen
    2. Aktive Partition festlegen
    3. Partition oder logisches DOS-Laufkwerk löschen
    4. Partitionierungsdaten anzeigen




    -=Keine Angst vor primären und erweiterten DOS-Partitionen=-

    Um nun eine oder mehrere Partitionen einzurichten, rufen Sie Menüpunkt 1 auf.
    Zu dieser Option gibt es wiederum drei Funktionen:

    1. Primäre DOS-Partition erstellen
    2. Erweiterte DOS-Partition erstellen
    3. Logisches DOS-Laufwerk in der erweiterten DOS-Partition erstellen

    Und schon habe Sie es mit dem schönsten PC-Kauderwelsch zu tun: primäre
    und erweiterte DOS-Partition? Wie bitte? Im Prinzip ist es gar nicht so
    schwer: Jedes PC-System benötigt eine Partition, von der aus das System
    gestartet (gebootet) wird. Dies muss immer eine primäre DOS-Partition sein.
    Zusätzlich muss die Boot-Partition eine "aktive Partition" sein.

    Eine primäre Partition erhält einen Laufwerksbuchstaben, meist C:, und ist
    nicht mehr weiter unterteilbar. Dazu dient die Option "Primäre DOS-Partition
    erstellen". Das Programm weist ihr den Typ "PRI DOS" zu.

    Zusätzlich zur primären Partition können Sie mit der Option "Erweiterte
    DOS-Partition erstellen" auch noch einen zweiten Partitionstyp einrichten
    (FDISK kennzeichnet ihn mit "EXT DOS"). Das müssen Sie sogar, wenn Sie auf
    Ihrer Festplatte noch weitere logische Laufwerke definieren wollen. Denn nur
    die erweiterte Partition kann in mehrere logische Laufwerke unterteilt werden.
    Dazu verwenden Sie dann die Option "Logisches DOS-Laufwerk in der erweiterten
    DOS-Partition erstellen". Die Reihenfolge lautet also: Zuerst die primäre
    Partition anlegen und dann die erweiterte. Danach legen Sie die
    Laufwerksbuchstaben fest.

    Bis zu 23 logische Laufwerke lassen sich so einrichten. Warum gerade 23?
    Da Laufwerke unter Windows mit den 26 Buchstaben des Alphabets gekennzeichnet
    werden, aber C für die primäre Partition und A: und B: für die
    Diskettenlaufwerke reserviert sind, bleiben noch 23 Buchstaben für 23 weitere
    logische Laufwerke übrig. Auch CD-ROM- oder DVD-Laufwerke erhalten
    Kennbuchstaben aus diesem Buchstaben-Pool.

    FDISK und Windows: Systemsuizid nicht ausgeschlossen

    Haben Sie alle Angaben festgelegt, verlassen Sie FDISK und starten den
    Rechner neu. Die Partitionsdaten werden dann übernommen, und Sie können die
    neuen Laufwerke unter Windows formatieren.

    Allerdings verfügt FDISK unter Windows 95/98 nicht über einen
    Selbstschutz. Das heißt, das Programm schlägt nicht Alarm, falls der Anwender
    etwa das Laufwerk C: und die entsprechende Partition löschen will. FDISK
    verrichtet diesen Dienst brav. Will man dann das System mit den neuen
    Partitionsdaten starten, findet Windows seine Arbeitsdateien nicht mehr und
    produziert einen gnadenlosen Absturz - ein wahrhaft mittelalterliches
    Verhalten. Der Grund ist, dass Windows 95/98 nach wie vor auf DOS aufsitzt und
    seine Mechanismen nutzt. Mit den üblichen Herstellerversprechen von
    Anwenderfreundlichkeit ist dies nicht zu vereinbaren.

    Wollen Sie also C: neu partitionieren, sollten Sie dies nicht in einer
    DOS-Box unter Windows tun. Starten Sie beim Hochfahren des Rechners nur DOS
    und aktivieren Sie von dort aus FDISK. Dann kommen Sie Windows nicht ins
    Gehege.

    -=FAT32 verbraucht weniger Platz als FAT16=-

    Jedes Betriebssystem, ob Windows, MacOS, Linux und oder BeOS, hat sein eigenes
    Dateisystem, das zu dem eines anderen Systems meist nicht kompatibel ist.
    Selbst die Windows-Familie verwendet unterschiedliche Dateisysteme. Absolut
    veraltet, aber nichtsdestotrotz noch weit verbreitet, ist das
    FAT16-Dateisystem von DOS, das auch noch unter Windows 95 zum Einsatz kommt.
    Es kann eine Partition lediglich zu einer Größe von bis zu zwei Gigabyte (GB)
    verwalten.

    Ein anderer, noch schlimmerer Nachteil ist die Größe der sogenannten
    Cluster einer Festplatte. Cluster beschreiben zusammen mit den "Sektoren", wie
    eine Festplatte physikalisch in die verschiedenen magnetischen Spuren
    aufgeteilt ist, in denen die Daten abgelegt werden. Normalerweise kommt der
    Anwender mit diesen physikalischen Grundeinheiten des Datenträgers nicht in
    Berührung.

    In einem Cluster sind die Sektoren einer Festplatte zusammengefaßt. Ein
    Sektor hat eine Größe von 512 Bytes. Die Größe der Cluster richtet sich nach
    der Größe der Festplatte. FAT16 arbeitet mit 16 Bit und kann deswegen
    lediglich 65.536 (2 hoch 16) Cluster verwalten. Das führt bei einer
    2-GB-Partition zu einer Clustergröße von 32 Kilobyte. Jede Datei belegt von
    Haus aus mindestens ein Cluster. Das bedeutet, dass eine 3 oder 4 Kilobyte
    große Textdatei tatsächlich 32 Kilobyte Festplattenplatz beansprucht. Diese
    Platzverschwendung kann sich bei einem FAT16-Dateisystem auf bis zu 150
    Megabyte summieren, die sich durch entsprechende Partitionierung deutlich
    verringern lassen. Denn die Obergrenzen der Partitionsgrößen liegen bei:


    Partitionsgröße Clustergröße
    --------------- ----------------
    Bis zu 268 MB: 4 KB Clustergröße
    268 bis 536 MB: 8 KB Clustergröße
    536 MB bis 1,07 GB: 16 KB Clustergröße


    Diese Angaben gelten lediglich für DOS und Windows 95 in der ersten
    Version. Seit der Version OSR2 von Windows 95 und Windows 98 setzt Microsoft
    auf das neue Dateisystem FAT32. Es arbeitet mit 32 Bit und kann deswegen 2
    hoch 32 Cluster, also vier Milliarden, verwalten. Dadurch lässt sich die
    Clustergröße auf vier Kilobyte reduzieren. Auf diese Weise sind theoretisch
    Partitionen von bis zu 16 Terabyte möglich.

    -=Sinnvoll: das Speichern in verschiedenen Partionen=-

    Nutzen Sie das FAT32-Dateisystem, müssen Sie eine große Festplatte nicht in
    mehrere kleine Partitionen aufzuteilen, um Speicherplatz zu sparen. Das
    Einteilen in mehrere (kleinere) Partitionen hat abgesehen vom Clusterproblem
    allerdings noch einen anderen Vorteil. Denn kleinere Partitionen gewähren eine
    höhere Zugriffsgeschwindigkeit. Ein Festplattenzugriff dauert erheblich
    länger, wenn der Rechner große Datenbestände durchwühlen muß. Dazu kommt, dass
    häufiges Dateien schreiben und wieder löschen die Festplatte im Laufe der Zeit
    in viele verstreut liegende Datenbereiche zerteilt - man spricht von
    Fragmentierung der Festplatte. Denn prinzipiell werden Dateien immer so
    gespeichert, dass neu freigewordene Cluster am Anfang einer Partition wieder
    zuerst belegt werden. Je nachdem, wie sich diese freien Cluster über den
    Datenträger verteilen, sind größere Dateien auf mehrere kleine Fragemente
    aufgeteilt und müssen beim Lesezugriff verteilt erst mühsam zusammengesucht
    werden. Abhilfe schafft das sogenannte Defragmentieren einer Festplatte.

    Ein anderer Grund, der für mehrere Partitionen spricht, ist das getrennte
    Ablegen von Programmen und Dateien. Dieses Organisationsprinzip sollten Sie
    sich grundsätzlich zueigen machen. Zum einen ist es übersichtlicher, zum
    anderen ist es erheblich einfacher, nur bestimmte Partitionen in regelmäßigen
    Abständen zu sichern. Eine sinnvolle Einteilung ist beispielsweise, Laufwerk
    C: als Windows- und Programm-Partition einzurichten und auf Laufwerk D: alle
    Dokumente und Arbeitsdateien abzulegen. Diese Ordnung ermöglicht es Ihnen, von
    der Datenpartition D: regelmäßig Sicherungskopien (Backups) zu machen, während
    Backups der Programmpartition C: im Prinzip nur dann nötig sind, wenn Sie neue
    Anwendungen installieren.

    Da Windows eine Auslagerungsdatei einrichtet, macht es durchaus Sinn, nur
    für diese Datei eine Partition einzurichten und Windows anzuweist, die
    Auslagerungsdatei auf dieser Partition zu speichern. So kann man für den
    schnellstmöglichen Zugriff auf die Auslagerungsdatei sorgen, weil diese Datei
    als einzige Datei auf der entsprechenden Partition nicht fragmentiert wird.
    Sie richten die Auslagerungsdatei in der Systemsteuerung von Windows unter
    Eigenschaften des System "Virtueller Arbeitsspeicher" ein ("Start |
    Einstellungen | Systemsteuerung | System"). Dort können Sie unter
    "Leistungsmerkmale | Virtueller Arbeitsspeicher" die Größe und den Ort der
    Speicherung bestimmen.



    -=Festplatten nachträglich neu partitionieren=-

    Was also tun, wenn man seine zehn Gigabyte große Festplatte neu organisieren
    möchte? Womöglich auch noch ohne die Daten auf der Platte zu sichern, weil man
    nicht über genügend Speicherplatz verfügt? Das ist gar nicht so einfach. Denn
    in diesem Fall muss man die Partitionsdaten einer Festplatte im laufenden
    Betrieb verändern. Mit FDISK ist dies nicht möglich.

    Zum Glück gibt es Partitionierprogramme wie etwa "Partition Magic" von
    PowerQuest [http://www.powerquest.com] . Es ist mittlerweile schon für
    knapp 100 Mark zu haben. Damit lassen sich auch nachträglich
    Festplatten-Partitionen einrichten und verwalten. Außerdem bietet Partition
    Magic eine komfortable Windows-Benutzerführung, so dass Sie sich nicht mit dem
    unkomfortablen FDISK im DOS-Fenster abgeben müssen.

    Die Voraussetzung ist, dass Sie noch genügend Platz auf Ihrer Festplatte
    haben. Um Ihre Fesplatte mit Partition Magic neu einzuteilen, gehen Sie wie
    folgt vor:

    1. Defragmentieren Sie zuerst die Festplatte.

    2. Starten Sie Partition Magic und richten Sie eine zweite Partition in dem
    zur Verfügung stehenden Plattenplatz ein.

    3. Jetzt können Sie die Dateien von einer Partition zur anderen kopieren, die
    Partitionen defragmentieren und weitere Partitionen anlegen oder die Größe der
    Partitionen verändern.

    Auf diese Weise können Sie in mehreren Schritten neue Partitionen auch für
    andere Betriebssysteme einrichten, ohne dass Sie erst die ganzen Daten auf ein
    Sicherungsmedium auslagern müssen. Trotzdem sollten Sie die wichtigsten und
    empfindlichsten Daten vorher sichern. Denn sollte doch etwas schief gehen,
    sind sie in der Regel unwiederbringlich verloren.
     
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