Handel mit gebrauchter Software: Legal und illegal

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von RaBerti1, 15. Februar 2006.

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  1. RaBerti1

    RaBerti1 Viertel Gigabyte

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    Zur Stellungnahme von Microsoft:

    Was eine Rechtsmeinung taugt, zeigt sich immer am Extremfall.

    Was mir an Microsofts Rechtsmeinung besonders sauer aufstößt, ist folgende Passage:

    Wie soll der Erwerber einer Software eigentlich sicherstellen, daß der Veräußerer sie auf seinem Rechner löscht? Da wird vom Erwerber ein Verhalten gefordert, das objektiv unmöglich ist, also kann es auch rechtlich nicht zutreffend sein: Der Erwerber soll sich also davon überzeugen, daß genau die Software mit der gerade zu erwerbenden Lizenznummer auf keinem PC des Veräußerers mehr vorhanden ist. Wie macht man das -bitteschön- bei einem Veräußerer mit 3375 oder auch nur fünf PCs- die dafür über alle 5 Kontinente verstreut sind?

    Folge: Man mag sich den Verkäufer wegen Lizenzverstoß zur Brust nehmen. Den Erwerber hat das nicht zu kümmern.


    Quatsch mit Soße!
    1. Datenträger? Klar will ich das Original haben.
    2. EULA? Was geht mich die Eula an? Die ändert MS doch sowieso alle 3 Tage. Welche Version soll ich denn da akzeptiert haben? (Rechtsproblem am Rande: Der Mausklick als Zustimmung. :aua: )
    3. Echtheitszertifikat (COA)? Das Ding klebt auf dem Computergehäuse, das ich vor 5 Monaten verschrottet hab. Hab ich damit auch die Lizenz weggeschmissen? Wohl kaum.
    4. Handbuch? Seit das Handbuch auf CD ist, ists ohnehin mit dem Datenträger übergeben. Außerdem: Was steht im Handbuch, was sich nicht ohnehin aus der Programmhilfe ergibt?
    5. Verpackung? Wer stellt sich denn die Bude mit Verpackungsmüll voll? Schlimm genug, wenn auch noch der gelbe Punkt dafür im Voraus kassiert hat, ohne jemals Leistungen dafür erbringen zu müssen. Aber soll ich mir den Vorwurf einhandeln, ich sei ein Messie, nur weil ich -wie von MS gefordert- die Programmverpackungen aufbewahre? Frechheit!

    Siehe Signatur

    MfG Raberti
     
  2. Scasi

    Scasi Ganzes Gigabyte

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    da geb´ ich doch mal Senf zu:

    :guckstdu: http://www.heise.de/newsticker/meldung/69557
    wird WinzigWeich auch nicht besonders schmecken ! :D
     
  3. dragon_MF

    dragon_MF Megabyte

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    Sehe ich auch so, wen der PC nicht in meiner Nähe ist, ist eine Überprüfung unmöglich, außerdem ist das mit dem Kauf meine Lizenz, also hat er die illegal Kopie, nicht ich!

    Also wie es sich mit der EULA verhält weiß ich nicht und das mit der Verpackung finde ich auch Schwachsinn (ist das echt rechtlich erlaubt, jemandem vorzuschreiben, dass die Verpackung aufgehoben und ggf. weitergegeben werden muss?)

    Aber mit dem Echtheitszertifikat gehe ich da nicht ganz konform. Irgendwas musst du ja zum Nachweis haben, dass du Lizenzeigentümer bist und das Echtheitszertifikat ist immerhin das, was einzigartig an der ganzen Sache ist (und wahrscheinlich auch am schwersten zu fälschen), womit sonst willst du noch nachweisen, dass die Sache dir gehört?
    (btw: der Lizenzaufkleber lässt sich mit moderatem Aufwand von einem Gehäuse trennen und wenns gar zu gut klebt, sägt man das Stück eben aus...)
     
  4. brzl

    brzl Halbes Megabyte

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    Dann bohrt man akkurat im Abstand von 80 mm zwei Löcher von 7 mm Durchmesser und legt die Gehäusewand ordentlich in einem Leitz-Ordner ab.... :)
     
  5. Dr. Hechel

    Dr. Hechel Halbes Megabyte

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    Ganz klasse; da habe ich oft die Möglichkeit eines kostenpflichtigen Downloads genutzt, eine Lizenz per Mail bekommen und nun bekomme ich gesagt, dass ich meine alte Software löschen darf, weil ich die jetzt (auch mit der Lizenz) nicht weiterverkaufen darf! Ergo: Werde ich in Zukunft wieder die großen Papphüllen kaufen, falls ich meine alte Version meinem Neffen o. a. verkaufen möchte. Denn so habe ich im Endeffekt nichts gespart, da ich ja den Datenträger auch noch selber bezahlen durfte.
    Für mich ist das wieder eine Abzocke!
     
  6. Scasi

    Scasi Ganzes Gigabyte

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    *gelöscht* :rolleyes:
     
  7. Dr. Hechel

    Dr. Hechel Halbes Megabyte

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    Sorry, ich bin da schon ein Schritt weiter gegangen, da ich woanders im letzten Jahr schon darüber gelesen hatte und da ging es tatsächlich um die eingesetzten Softwaredownloads auch im privaten Bereich nach Weiterverkauf! Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das komplett durchsetzt, obwohl die Rechtslage sicherlich schwammig bleiben wird (und auch soll?)!
     
  8. Scasi

    Scasi Ganzes Gigabyte

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    ja sorry, ist mir jetzt auch gedämmert ! ;)
     
  9. wildsurfer

    wildsurfer Kbyte

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    :aua:
    das ist mal wieder so´n schönes wutthema.
    also ist software die aus dem internet herunter geladen wurde unverkäuflich!!!

    na schön, dann eben wieder wie bisher- rohlinge produzieren, handbücher drucken und alles in nen schönen karton, der mit folie laminiert wird, dazu diverse postkarten und aufkleber, die ich auf keinen fall benutzen werde, will ja nicht irgendwann sowas wieder vom gehäuse abkratzen müssen, weil software weiterverkauft wurde und... schadstoffe in die luft jagen.
    gratulation, amtsrichter sind offensichtlich zu dämlich, realitäten zu kapieren, (siehe auch ebay) :ironie: aber wenigstens kratzen die mit ab, wenn wir die umwelt komplett vergiftet haben.

    ciao
    wolfgang
     
  10. consulting

    consulting Halbes Megabyte

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    Verkaufen bedeutet eine Übertragung von Rechten.
    Dieser willentlich herbeizuführende Vorgang mag rechtlich ausgeschlossen werden.

    Wie aber sieht es aus, wenn der Erwerber einer Lizenz für heruntergeladene Software stirbt und etwa seine Tochter Erbin ist?
    Gehen die Rechte dann auf sie über?

    Das wäre immerhin auch eine "Wanderung" des Nutzungsrechtes von einer Person zu einer anderen.
    Steht irgendwo, dass das erworbene Nutzungsrecht mit dem Tode des Erwerbers erlischt?

    Wenn nicht, dann haben wir ein Problem, dem wahrscheinlich auch die Richter nicht genug gerecht geworden sein mögen...
     
  11. Dr. Hechel

    Dr. Hechel Halbes Megabyte

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    Ich erinnere mich grob an einen Satz, der "...Lizenz an die Person gebunden.." enthielt. In dem Fall gibt es wohl dann kein "Erbe", welches man antreten dürfte. Letztendlich dürfen sicherlich wohl doch Richter entscheiden :confused:
    (So ähnlich, wie mit der Altersrente, wo man den Rentenanspruch vom Opa auch nicht erben darf) :)
     
  12. X - Man

    X - Man Kbyte

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    :ironie: Auch kein Problem, dann kommt die Kiste zu mir in die Kiste und ich dattle dann halt als Geist mit euch! :cool:

    MfG
     
  13. RaBerti1

    RaBerti1 Viertel Gigabyte

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    Erben einer Lizenz?
    Warum soll das nicht gehen?

    Hineinschreiben kann man erstmal allen möglichen Müll in solche Lizenzbestimmungen. Ob das dann auch wirklich wirksam ist, ist eine ganz andere Frage. D.H: Es nutzt nichts, die Lizenzbestimmung zu lesen, um zu wissen, was denn zwischen den Beteiligten wirklich gilt.

    Auch hier wieder: Extremfall:
    Ein netter Mensch mit sozialem Verantwortungsbewußtsein hat in D ein Unternehmen mit 1000 Arbeitsplätzen, an denen ebensoviele PCs mit Word-X herumstehen. Der Laden gehört ihm allein, also ist er auch Lizenznehmer für 1000 Word-X-Lizenzen. Der Mensch segnet nach erfülltem Leben das Zeitliche und vererbt den kompletten Laden an einen lachenden Erben.

    Soll der Erbe wirklich jetzt erst wieder losziehen müssen, um da 1000 Word-X-Lizenzen zu kaufen? Was soll denn gelten, wenn der Word-X-Hersteller inzwischen pleite ist und gar keine Lizenzen mehr vergeben kann? Soll dann das Programm überhaupt nicht mehr in jenem Unternehmen genutzt werden dürfen?

    Das halte ich für kompletten Schwachsinn.

    MfG Raberti
     
  14. Dr. Hechel

    Dr. Hechel Halbes Megabyte

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    Oh ich glaube da sind wir bei einem heiklen Thema angekommen, wo jetzt nur noch ein RA weiterhelfen könnte.
    Ich habe mal ein bissel recherchiert und verschiedene Lizenzen ausmachen können, welche im Text immer unterschiedlich dargestellt sind. So ist bei einer Lizenz tatsächlich die Rede von: "An die Person gebunden, darf nur persönlich vom Lizenznehmer an eine andere Person übertragen werden." Wie sich das dann im Todesfall verhalten könnte, kann man ohne entsprechende Rechtskenntnisse vielleicht nur vermuten und steht im weiteren Text auch nicht mit drin. Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich mich daher nicht auf Meinungen, "2 Semester Jura-Probestudium" oder "glauben zu Wissen" verlassen.
    In einem Unternehmen sind die Lizenzen meist an die Rechner gebunden oder auf das Unternehmen selbst. Der Lizenznehmer muss daher nicht immer rechtlich gesehen auch derjenige sein, an der die Lizenz gebunden ist. Hier geht es wahrscheinlich nur um die "rechtliche Vertretung", da ein PC sicherlich sich nicht selbst vertreten darf und die Unterschrift auch irgendjemand leisten muss.
    Ich kenne ein Unternehmen, wo die Lizenzen (keine Ahnung wie diese jetzt genau aussahen) tatsächlich an die 200 Rechner gebunden waren und bei Neuanschaffung von PCs auch die Lizenzen erneuert werden mussten. Die Software konnte man danach also in den Müll hauen! (Das sich die Wirklichkeit anders verhält, braucht man nicht zu erwähnen und lässt einen auch oft zu dem irrtümlichen Schluß kommen, das es so korrekt wäre!)
    Aber wie gesagt, wir sind hier kein Rechtsforum und können nur prophetenhaft mutmaßen!
    Ich wäre bei geschäftlichen Dingen zumindest immer vorsichtig; gerade bei Produkten der Großen wie MS usw., könnte so einiges schnell mal in die Hose gehen.
     
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