Hausjurist: Rechtshilfe am PC

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von RaBerti1, 8. Dezember 2004.

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  1. RaBerti1

    RaBerti1 Viertel Gigabyte

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    5.094
    Oha...

    Der Hausjurist. Da können ja die Berufsjuristen den Laden dichtmachen. Was ist der Effekt solcher Q-Literatur? Der Querulant macht sich anhand solcher Bücher schlau und nimmt anschließend mit verstärkter Vehemenz seine imaginären Rechte wahr, da er ja ggf. einen Fall in dem Buch/Programm gefunden hat, von dem er meint, daß es genau das ist, was auch ihm widerfuhr, und in dem im Buch geschilderten Fall ist die Sache in seinem Sinn geregelt worden.

    Es kommt, wie es kommen muß: Der Querulant kommt, nachdem sich die Sache aufgeschaukelt hat, wutentbrannt, aber mit gefestigter juristischer Halbbildung zum Anwalt und erzählt dem dann die Story genau so, wie sie auch im Buch sich zugetragen hat. Der Anwalt kann gar nicht anders: Entweder er forscht selbst nach dem Ablauf der Dinge und klärt erstmal in detektivischer Kleinarbeit die Fakten, oder er läuft Gefahr, die Sache aus dem Buch vor Gericht zu tragen, das hinwiederum nicht die Sache aus dem Buch sondern den neuen, den realen Fall zu entscheiden hat. Und der ist nun doch oft anders als das, was der Querulant dem Anwalt erzählt hat. Die Folge ist absehbar: Der Rechtsstreit geht für den Querulanten den Bach runter, wofür der dann allerdings den "unfähigen" Anwalt verantwortlich zu machen versucht. (Und der schickt auch noch -völlig zu Recht- ne Rechnung, dieser "Winkeladvokat"!)

    Entweder man hat sich ein Gefühl für "gut" und "böse" erworben, oder man läßt sich gleich beraten, aber derartige Bücher/Programme stiften möglicherweise doch mehr Streit als sie schlichten können.

    MfG Raberti
     
  2. Zeus

    Zeus Halbes Megabyte

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    Beiträge:
    568
    Hast Du diese Weiheit aus dem Werk "Anti-Hausjurist"? :totlach:

    Grundsätzlich kann Aufklärung nicht schaden. Zugegeben, die juristische Materie ist äußerst komplex. Auch ist das Gesetz nicht für Laien geschaffen, sondern für die Zunft der Spezialisten, die es anwendet. Dennoch sollte man den Schritt wagen, auch dem Laien - aus welchem Motiv auch immer - dieses Thema näherzubringen.

    Die sogenannten Querulanten sind ohnehin immun wider jedwede Einwände, ganz gleich in welcher Hinsicht. Ihnen genügt ein Blick ins Gesetz, um isoliert ein paar §§ für ihre Sache zu vereinnahmen. Daran ändert aber ein Werk wie der "Hausjurist" nichts, im Gegenteil. Mitunter sogar sind die Querulanten enttäuscht, wenn das Werk zu anderen Ergebnissen kommt, wie sie.

    Die Gefühlsnummer ("Gut/Böse") ist Unsinn. Spätestens bei Beweiserhebung geht dieses Gefühl flöten, denn zwischen Recht haben (materiell besehen - der Anspruch besteht) und prozessual (Recht bekommen - keine Zeugen) klaffen Welten.
     
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