Heft 6/2016, Seite 30 „So gut reinigen Antivirentools“

Dieses Thema im Forum "Heft: Fragen zur aktuellen PC-WELT" wurde erstellt von Kantiran, 15. Mai 2016.

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  1. Kantiran

    Kantiran Kbyte

    Vorweg:
    Der Test kann wohl nicht als „ausgewogen“ betrachtet werden.
    Grund: In der Tabelle werden nur 7 Programme und keine 12 (wie im Beitrag genannt) aufgeführt.
    Es fehlt beispielsweise die Security Suite eines großen Herstellers, der Anfang des ersten Quartals 2016 Patz 1 belegt hatte.
    Auf der anderen Seite stellen alle Antivrentool-Test lediglich eine zum Testzeitpunkt bestehende Momentaufnahme dar, die zum Testzeitpunkt arlegt, wie gut oder schlecht die getesteten Tools bekannte Bedrohungen abwehren. Es kommt ja wohl nicht von ungefähr, dass das ein oder andere vormals auf den ersten Plätzen liegende Tool bei einem später durchgeführten Test Plätze verliert.

    Dann sind die sieben in der Tabelle aufgeführten Programme keine reinen Antivirentools sondern „Sicherheits-Suits“ – mit Zusatztools, wie beispielsweise Desktop Firewall usw.
    Die in der zweiten Tabelle aufgeführten 5 Reinigungstprogramme können zwar auch Viren usw. entfernen, sind aber keine vollwertigen, unter Windows im Hintergrund wachenden Antivieren-Tools. Aus diesem Grund dürfte das unter der Beitragsüberschrift geschriebene: 12 Antivirenprogramme müssen in rund 1000 Einzeltests zeigen,.... für unbedarfte Leser eher eine "Irreführung" sein.

    Welche einfache „Sicherheitsmaßnahme“ fehlt ganz?
    Das man auf einem Windows Rechner bzw. Windows Mobilgerät am besten nie mit dem per Kennwort geschützten Benutzerkonto mit Administratorrechten arbeitet, sondern mit einem per Kennwort geschützten „Standardbenutzerkonto“ (ohne Administratorrechte).
    Nur dann wird, wenn der Benutzer mit Administratorrechten durch Eingabe seines Kennwortes und eingehender Prüfung, was sich da installieren will, nicht explizit der Installation zustimmt, zum größten Teil verhindert, dass sich Viren, Trojaner, unerwünschte Toolbars usw. „angeblich“ unbemerkt installieren können.

    Warum wird immer „vom PC“ gesprochen. Was ist mit Notebooks oder den Mobilgeräten mit Microsoft OS?

    Die Aufgabe eines Antivirentools besteht doch eigentlich darin, Bedrohungen bereits vor der Verbreitung auf dem Rechner bzw. mobilen Gerät abzuwehren. Oder habe ich da was missverstanden?
    Wenn das eingesetzte Antivirus-Tool den Virus, Trojaner usw., weil noch unbekannt (wegen zeitlich verzögerter Aktualisierung seiner Virendefinitionsliste – wie z. Bs. das „koschtnix Avira Free Antivirus“) zunächst durchlässt und erst nach Aktualisierung der Virendefinitionsliste (bei manchen Tools erfolgt das erst nach 1 Std., nach 6 Std. oder sogar erst nach 24 Std.) mittels Scan entfernt, bzw. vom Anwender dafür ein spezielles, und am besten nicht vom gleichen Antivirentool-Hersteller stammendes „Reinigungsprogramm“ eingesetzt werden muss, sollte man nicht nur stutzig werden, sondern sich ein deutlich besseres Antivirustool – besser eine im Jahresmittel als „sehr gut“ getestete „kostenpflichtige“ Sicherheits-Suite zulegen, die sich und die Virendefinitionsliste deutlich öfters, am besten alle 10 Min., aktualisiert.

    Worauf viele unbedarfte User zu viel Vertrauen:
    Sie gehen nicht nur davon aus, dass ihre Freunde und Bekannten ebenfalls einen „sicheren und immer mit den aktuellsten Updates versorgten Rechner bzw. mobile Gerät“ einsetzen, sondern dass die von diesen erhaltene Mails, Bilderanhänge, Videoanhänge usw. frei von Viren, Trojanern oder sonstigem „böswilligen“ sind – also ohne vorherige Prüfung bedenkenlos geöffnet werden können. Dem ist sehr oft nicht so.

    Etwas aus unserer längjährigen Computer-Service-Praxis zum „koschtnix Avira Free Antivirus“, das der Redakteur hier empfiehlt:
    Man sollte es nicht glauben, wie viele der uns in den zurückliegenden Jahren und auch heute noch zum Service bzw. zur Aufrüstung usw. gebrachten Windows Rechner bzw. Windows Mobilgeräte mit von den Kunden selbst installiertem Avira Free Antivirus, trotz des (leider) immer wieder empfohlen, „koschtnix Tools“ so was von verseucht gewesen sind (die entsprechende Scans erfolgen mit Profi-Tools wie sie Endverbrauchern nicht zur Verfügung stehen), dass in über 50% der Fälle eine Windows Neuinstallation die bessere (sichere) Lösung gewesen ist.

    Hinzu kommt – was die „Avira Free Antivirus empfehlenden Redakteure“ leider verschweigen - dass die „Avira koschtnix Version“ sich die Virendefinitionsliste nur alle 6 Stunden updatet – und das wohlwissentlich der sekündlich weltweit tausendfach neu auf den Weg geschickten Bedrohungen – oft und mit voller Absicht in leicht abgeänderten Versionen.

    Das weitere, von den „Avira empfehlenden Redakteuren“ verschwiegene:
    Trotz schnellster Internetverbindung erfolgt der Download der Virendefinitionsliste des „Avira koschtnix Tools“ lediglich mit einer maximalen Übertragungsrate von 1.024 kBit/s. Die Avira Updateserver mit deutlich höheren Übertragungsraten stellt der Hersteller nur Nutzern der kostenpflichtigen Pro-Version zur Verfügung.

    Sorry Herr Redakteur, Sie können doch nicht davon ausgehen, dass „kostenloses“ genauso sauber arbeit, wie „kostenpflichtiges“. Irgendwo muss es doch eine Unterscheidung zwischen „kostenlos und kostenpflichtig“ geben.

    Was taugt ein Antivirustool, wenn für die Beseitigung eines von ihm durchgelassen Virus, Trojaner usw. ein extra „Spezialreinigungstools“ (am besten von einem anderen Hersteller) eingesetzt werden muss? Nichts.

    Wer ist eigentlich der Verursacher, wenn sich auf dem eigenen Rechner, dem mobilen Gerät, ein Virus, Trojaner usw. ausbreiten kann? Der, der den Rechner, das mobile Gerät bedient, ihn nicht mit aktuellen Updates versorgt, keine „gescheite“ Sicherheitssoftware einsetzt und auf vieles hereinfällt, was ihm da so „kostenlos“ bzw. als zu öffnender E-Mail-Anhang (PDF-, ZIP-Datei, Bilder usw.) zugeschickt wird.

    Das „koschtnix Tools“ nicht wirklich „kostenlos = ohne Hintergedanken“ zur Verfügung gestellt werden, sollte sich eigentlich so langsam herumgesprochen haben. Diejenigen, die beispielsweise im produzierenden Gewerbe arbeiten, sollten sich mal hinterfragen, wie lange sie ihre Arbeitsstelle noch besitzen würden, wenn ihr Arbeitgeber seine Produkte kostenlos verschleudert.

    Meiner Meinung nach ist das abwertende Verhalten ungerecht. Der Hersteller stellt das Tool „kostenlos“ zur Verfügung und bestimmt daher ganz alleine, in welcher Art und Ausstattung es den Interessenten zur Verfügung gestellt wird. Außerdem wird ja niemand gezwungen, sich für dieses Tool zu entscheiden.

    Wie machen das diejenigen, die ein mobiles Microsoft OS Gerät, z. Bs. ein Windows Tablet (ohne RJ14-Buchse) besitzen?
    Ihnen ist bewusst, dass die „umgangssprachliche Bezeichnung LAN-Kabel“ so was von falsch ist, wie sie nur falsch sein kann? In der IT-Technik bezeichnet die Abkürzung „LAN“ ein „Local Area Network“, zu Deutsch: ein lokales oder örtliches, in seiner Ausdehnung begrenztes Netzwerk.
    Von LAN-Kabel ist da keine Rede. Für die elektrische Verkabelung eines „LANs“ wird ein „Twistet-Pair-Kabel“ (CAT5 bzw. höher) oder optisch „Glasfaser-Kabel“ oder drahtlos, WLAN-Funktechnik eingesetzt.

    Naja, kommt halt darauf an, welcher Netzwerkadapter-Chip im Gerät verbaut wurde – ein „billiger OEM-Schrott“, der sich beispielsweise nur unter dem OS und mittels eigenständiger Setup-Installation ins System einbinden lässt, oder einer, der in der Netzwerkadapter-Liste des vom Toolhersteller eingesetzten Linux-Systems vorhanden ist, was i. d. R. nur solche sind, für der Netzwerkadapter-Hersteller auch Linux-Treiber zur Verfügung stellt. Und genau das sparen sich die meisten OEM-Hersteller.

    Was denn nun: „Rettungssystem“ oder „Reinigungstool“?
    Bezüglich WLAN: Hier gilt das gleiche wie oben, zum im Gerät verbauten Netzwerkadapter-Chip. Viele OEM-WLAN Adapter werden auch unter dem vom Tool-Hersteller eingesetzten Linux-System nicht zum laufen zu bringen sein.

    Was, Herr Redakteur, ist mit dem „Reinigen von infizierten Notebooks bzw. mobilen Windows OS Geräten?“

    Dann kommt es halt auch darauf an, wie viele durchgelassene Bedrohungen das Reinigungstool findet. Bei starkem Befall ist eine „System Neuinstallation“ fast immer die bessere Lösung.
    Was wurde im „Fazit“ Vergessen? Das sich die Nutzer im Falle des Versagens ihres Virenschutztools besser für ein anderes, deutlich besseres, entscheiden sollten.

    Was für ein Blödsinn. Wenn das Bitdefender Rescue System tatsächlich Bedrohungen finden und beseitigen sollte, die das unter Windows installierte (in diesem Falle „untaugliche Antivirustool“) übersehen hat, wird der abschließende gründliche Scan mittels dem aktualisierten Antivirenpakets nichts mehr finden – wenn doch, taugte das Bitdefender Rescue System was? Nichts.

    Aber nur, wenn damit nicht ebenfalls „verseuchte Dateien“, die das installierte „untaugliche“ Antivirustool übersehen hat, mitgesichert werden.

    Was ein Erpresservirus aber nur dann könnte, wenn das System:
    A) Ungenügend geschützt gewesen war, z. Bs. durch ein „untaugliches, kostenloses Antivirustool“, durch fehlende Programmupdates, die von den Programmen zwar angeboten wurden, deren Aktualisierung aber vom Nutzer (besser: vom „DaU“) aus lauter Bequemlichkeit auf später verschoben wurden.
    B) Der, der vor dem Rechner sitzt, auf das, was Ihm so als „kostenlos“ angeboten wurde, hereingefallen ist
    C) Der Nutzer allen auf dem Rechner zu öffnenden Daten vertraut, die ihm von seinen Bekannten und Freunden zugesendet wurden
    D) Der Nutzer ständig mit dem „Benutzerkonto mit Administratorrechten“ anstatt dem „Standardbenutzerkonto“ ohne Administratorrechte arbeitet

    Gute Idee, aber wie es die tägliche Praxis immer wieder zeigt, wird in solch einem Falle sehr oft nur sehr unregelmäßig gesichert – weil es für viele Nutzer anscheinend schon zu viel Arbeit ist, den externen Datenträger an den Rechner anzuschließen.

    Es ist zwar verständlich, wenn der Redakteur hier ein Tool aus dem eigenen Haus empfiehlt, nur verschweigt er, dass es nicht gerade das schnellste und erst Recht nicht das günstige unter den angebotenen Backup-Tools ist.

    Warum ich (wir) dies behaupten? Wir haben es gegen ein günstigeres antreten lassen.

    Testumgebung Rechner:
    Intel I7-4770 CPU / 16 GB DDR3 (PC3-12800) RAM (2x 8 GB) / zwei 3,5“ SATA 600 Festplatten (mit je 64 MB Cache) / PCIe-Grafikkarte mit 2 GB RAM / Windows 7 Ultimate SP1 (64Bit) / ohne aktivierte Netzwerkverbindung / ohne aktives Virenschutztool / ohne sonstige, im Hintergrund aktive Programme

    Die von Festplatte 1 (2 TB Brutto) zu sichernde Daten:
    Windows 7 Ultimate SP1 (64Bit) mit zig Programmen und Tools
    Die auf der zweiten, leeren 2 TB (Brutto) 3,5“ SATA 600 Festplatte zu sichernde Datenmenge:
    339,43 GB

    Die Vergleichssicherungen erfolgten auf der intern, am zweiten SATA 600 Anschluss angeschlossen, zweiten 3,5“ SATA 600 Festplatte mit 2 TB (Brutto).

    Test 1 mit PC-WELT Backup Pro:
    Dauer der Sicherung mit Komprimierung: 73 Min.
    Komprimierte Sicherungsgröße: 190 GB - vom Programm in verschiedenen Ordnern (mit .vmdk Dateien) abgelegt, die sich nicht wie mit dem in Test 2 verwendeten Tool möglich, per Doppelklick öffnen lassen noch das sich daraus einzelne Dateien wiederherstellen lassen.

    Test 2 mit Acronis True Image 2015 (bei einem Online-Kistenschieber für unter 25 Euro zu haben, also ca. 38% günstiger als PC-WELT Backup Pro)
    Dauer der Sicherung mit Komprimierung: 59 Minuten
    Komprimierte Sicherungsgröße: 181 GB - vom Programm in einer einzelnen .tib Datei abgelegt, die sich, anderes als bei PC-Welt Backup Pro per Doppelklick nicht nur öffnen lässt, es können durch weitere Klicks sogar aus der Sicherung einzelne Dateien bzw. Ordner wiederhergestellt werden.

    Fazit des Tests:
    Auf Grund der etwas langsameren Sicherungsroutine und der etwas schwächeren Komprimierung (um ca. 5% schlechter) des vom Redakteur empfohlenen PC-WELT Backup Pro Programms wurde auf den vermutlich ebenfalls etwas langsameren "Wiederherstellungstest" auf eine leere, 3,5"SATA 600 (64 MB Cache) Festplatte verzichtet.

    Für das, was das vom Redakteur empfohlene PC-WELT Backup Pro leistet, ist es gegenüber dem günstigeren, ein klein wenig schnelleren und in der Komprimierungsrate besseren, sowie bezüglich der Datenwiederherstellung um einiges komfortableren Acronis True Image 2015 die 40 Euro nicht Wert, für die es angepriesen wird.

    Weiterer Acronis True Image 2015 Vorteil:
    Die in der Boxversion beiliegende CD ist nicht nur die Setup-CD sondern auch eine "bootfähige Sicherungs- bzw. Wiederherstellungs-CD".

    Wer sich für das (unsere Meinung) deutlich teuere PC-WELT Backup Pro Programm entscheidet, muss sich die "bootfähige Rettungs-CD" hingegen selbst erstellen - was wiederum erst nach Installation des Programms möglich ist.
     
  2. chipchap

    chipchap Ganzes Gigabyte

    Du hast ja Recht.

    Aber: der Thread ist zu lang, den liest niemand komplett, außer mir, vielleicht.
    Es gibt kostenlose Backupprogramme, die richtig gut einstellbar sind:
    http://www.traybackup.de/.

    Avira kostenfrei ist wirklich richtiger Müll, kann ich jederzeit beweisen, wenn ich will.
    Dann lieber AVG.

    Stündliche Aktualisierung der Virendefinitionen können nur wenige Programme und die kosten eben GELD.
    Aber wer keinen Service bezahlt, bekommt eben keinen.
     
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