Itunes: Apple feiert eine Milliarde verkaufte Songs

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von ruedi01, 23. Februar 2006.

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  1. ruedi01

    ruedi01 Kbyte

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    Es ist erschreckend. Low-End Musikangebote schießen wie Pilze aus dem Boden und feiern einen Absatzrekord nach dem anderen.

    Wenn ich aber in einen Laden gehe und nach dem Angebot von SACD und Audio-DVD frage, ernte ich von den Verkäufern nur ein mitleidiges Lächeln gepart mit den Worten 'sowas führen wir nicht mehr, wir haben da nur noch ein paar Restbestände'.

    Es ist schlimm, der schnelle Rubel lockt, schließlich kostet der Online Vertrieb von Musikdateien so gut wie nix und der Einzelhandel und seine Margen werden so auch umgangen. Dafür werden anspruchsvolle und auch zahlungskräftige Kunden nicht mehr bedient.

    Kurzfristig mag diese Strategie aufgehen. Langfristig jedoch brechen so große Marktpotential weg. Und spätestens wenn die Kiddies merken, dass sie bei Musicload und Co. mehr oder weniger nur ver*rscht werden mit miesem Klang und DRM-Verseuchung, ist es vorbei mit der Herrlichkeit...

    ...und dann ist es am Ende wieder mal der 'Raubkopierer' gewesen. Eigene Fehler zuzugeben ist ja nicht die Sache der Manager in der MI...

    Gruß

    RD
     
  2. TOM_SBS

    TOM_SBS Byte

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    32
    Hi Ruedi01,

    auch wenn ich Deinen Frust verstehen kann, so gibt es doch ein paar Punkte zu bedenken:

    1. Der Online-Vertrieb ala iTunes dürfte eine ganze Menge Geld kosten, denn es müssen immense Bandbreiten und Server zur Verfügung gestellt werden, um alleine die täglichen Downloads zu bedienen (nicht inbegriffen ist die Digitalisierung, das Vorhören von Titel, Suchfunktionen, DRM usw.)
    Zudem werden Abrechnungssysteme benötigt, Support muß bei Problemen eingreifen etc.pp. Aus meiner Sicht ist das nicht zum Nulltarif zu machen.

    2. iTunes (und andere Angebote) sind aus mehrerlei Gründen interessant: a.) wenn ich heute im Musikgeschäft (wenn´s denn überhaupt noch eines gibt) etwas kaufen will, dann bin ich zu mindestens 60% auf den "Massengeschmack" festgenagelt, von älteren Titeln ganz zu schweigen. Hier füllen Downloadangebote oft eine wichtige Lücke, denn Plattenfirmen hören immer früher auf, ihre Titel auf CD nachzupressen. Ob das bei Künstler, die mehrere Zehntausend CDs verkauft haben nur an mangelnder Nachfrage liegt, wage ich zu bezweifeln.

    3. Manchmal geht es auch einfach so: Ich höre etwas und möchte es haben ;-) Der Weg zum Musikgeschäft ist oft weit und die Chance, daß die gewünschte CD auch tatsächlich vorrätig ist, kann man sich an einem Finger abzählen. Da geht ein Download eben deutlich schneller und sofort.

    4. Downloads sind zudem interessant, wenn es wirklich nur gezielt um einzelne Titel geht. Wer solche nicht raubkopieren möchte, hat mit Download-Angeboten die einzig legale Möglichkeit, um an den Song heran zu kommen.

    Davon jedoch abgesehen kaufe ich z.B. noch sehr viele CDs, einerseits aus Qualitätsgründen andererseits weil ich einfach etwas "in der Hand haben möchte". Leider gehe ich aber seit einigen Jahren immer öfters ohne CD(s) wieder nach Hause, weil mir nur die Top 100 zum Kauf angeboten worden. Tja, schade eigentlich - aber dafür können Download-Dienste nur bedingt etwas. Es liegt nämlich meist an den Einkäufern, die sich nur mit Top-Titeln einen Zielmarkt ausrechnen (weiß ich ziemlich genau, weil ein Freund von mir in diesem Bereich tätig war und dort oft CDs fernab des Mainstream bestellt hatte - mit dem Ergebnis, daß "sein" Musikladen schnell zum Insider Tipp wurde. Seit er weg ist, gibt´s nun wieder dankbare Charts-Einheitskost und viele Kunden bleiben weg...).

    Gruss
    Tom
     
  3. ruedi01

    ruedi01 Kbyte

    Registriert seit:
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    153
    ...was die Punkte zwei, drei und vier betrifft, da könnte ich Dir zustimmen.

    Dass der Online Vertrieb jedoch nicht deutlich billiger ist, halte ich für ein Gerücht. Klar muss man Bandbreiten, Datenbanksysteme und Software haben. Was den ersten Punkt betrifft, ist das heute eigentlich kein Problem mehr. und Datenbanken und Software sind heute mehr oder minder Standard und recht preiswert zu haben.

    Dagegen ist die Herstellung von Datenträgern inkl. Cover, Verpackung, Logistik (Lagerung und Transport) erheblich aufwendiger. Besonders dann, wenn es sich um relativ geringe Stückzahlen handelt. Und dann ist da noch der Einzelhandel, der sich wie schon gesagt auch sein Marge genehmigt. Beim Online Geschäft fällt der ja komplett weg.

    Das alles zusammen dürfte deutlich teurer sein, als einen Server für den Download zu betreiben.

    Und dann kommt noch ein entscheidender Faktor hinzu. Der Online Vertrieb ist immer zentral. Da steht irgendwo ein einziger Server bzw. mehrere davon, die parallel arbeiten. Dagegen ist der lokale Einzelhandel mit tausenden Geschäften in der Fläche klar im Nachteil.

    Und DRM ist ja heute auch auf mindestens auf jeder zweiten CD vorhanden.

    Was den Vertrieb von Musik betrifft, die nicht so populär ist und damit keine nennenswerten Stückzahlen erreicht, da wäre tatsächlich die Chance für den Online Vertrieb. Die Praxis jedoch sieht ganz anders aus. Musicload, iTunes und Konsorten setzen leider genauso wie der klassische Handel vor allem auf den Mainstream...

    ...so jedenfalls ist das auch keine echte Alternative, geschweige denn eine Bereicherung.

    Gruß

    RD
     
  4. Mueckentod

    Mueckentod Kbyte

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    Beiträge:
    183
    ich halte von diesen online-music-stores auch absolut nichts. da ich keinen mainstream-geschmack habe, bestelle ich mir die cds am liebsten beim label, amazon oder cd-wow. da habe ich bis jetzt alles bekommen, was ich wollte. für minderwertige dateien geld auszugeben, sehe ich gar nicht ein. und die cds von den interpreten, die ich höre, sind niemals kopiergeschützt!

    @TOM_SBS: als ich das mit dem "vorhören" gelesen habe, mußte ich schmunzeln! es gab da vor ein paar wochen ein angebot bei itunes, bei dem scheinbar niemand vorgehört hat! die gleichen fehlerhaften dateien gab es dann ein paar tage später bei musicload. da ich die itunes software nicht installieren will, habe ich mir mal einen der betroffenen songs bei musicload gekauft - in der hoffnung, dass der vielleicht inzwischen fehlerfrei ist. dem war nicht so. also eine mail an musicload geschrieben und auch sofort das problem geschildert. was kam, war eine standard-antwort. :aua: also nochmal geschrieben, problem nochmal erklärt... blah blah! wurde weitergeleitet - seitdem nichts mehr von denen gehört, aber das geld wurde einkassiert. soviel zum thema service und vorhören! :rolleyes: die songs wurden nun auch endlich aus dem angebot genommen.
     
  5. ruedi01

    ruedi01 Kbyte

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    Beiträge:
    153
    ...schlechter Service kommt dann also auch noch hinzu...:haare:

    Es gibt nun mal nix besseres als einen nahezu unverwüstlichen industriell hergestellten Datenträger. Wenn der in Ordnung ist, dann kann man davon ausgehen, dass er auch noch in 20 Jahren fehlerfrei abspielbar ist. Wenn nicht, bringt man ihn zurück und tauscht ihn um.

    Und wenn ich die Musik nicht mehr hören mag, dann kann ich ihn ganz legal verkaufen. Versuche das mal mit Titeln, die Du bei iTunes und Co. gekauft hast....

    Was mich aber am meisten aufregt ist die Tatsache, dass anspruchsvolle Käufer, die Wert auf Qualität legen, sowohl bei der Musik als auch bei der Technik, offenbar nicht mehr interessant sind für die MI.:mad:

    Gruß

    RD
     
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