Jugendlicher+Internet ABO

Dieses Thema im Forum "Sonstige Online-Themen" wurde erstellt von Tombaer, 10. Mai 2006.

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  1. Tombaer

    Tombaer ROM

    Registriert seit:
    17. März 2006
    Beiträge:
    3
    Hallo,

    mich interessiert mal eure Meinung:

    Ein 15 jähriger registriert sich auf einer Seite um animierte Gif`s herunterzuladen.
    Um sich registrieren zu können setzt er sein Geburtsdatum auf 1988.
    Er bekommt einen Account per Mail und läd sich einige Grafiken herunter.
    Ihm war nicht bewusst, dass er mit der Registrierung einen ABO-Vertrag einging.
    Diese Erkenntnis bekam er erst, als ihn per Mail eine Rechnung über den Jahresbeitrag erreichte.
    Die ganze Registrierung fand nicht auf dem heimischen PC und ohne Wissen und Einverständnis der Eltern statt!

    Widerruf ist laut Betreiber wegen der Benutzung des Accounts nicht möglich.
    Unwirksam sei der Vertrag wegen des Taschengeldparagraphens nicht, sagt der Betreiber!

    Bin gespannt auf eure Antworten!

    Tommy
     
  2. ikobus

    ikobus Kbyte

    Registriert seit:
    25. Mai 2004
    Beiträge:
    371
    Eltern haften für ihre Kinder. War schon immer so. Ansonsten jede Registrierung nur mit PostIdent. Machen nur Banken.
     
  3. Wolfgang77

    Wolfgang77 Ganzes Gigabyte

    Registriert seit:
    1. Oktober 2002
    Beiträge:
    20.804
    Um Welchen Geldbetrag geht es hier.. Höhe ??

    Wirksame Nutzungsvereinbarungen mit eigenen Verpflichtungen
    können Minderjährige nur im Rahmen des sogenannten
    „Taschengeldparagraphen“ abschließen (§ 110 BGB).

    Voraussetzung ist,

    dass der Minderjährige „die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln
    bewirkt, die ihm zu diesem Zwecke oder zur freien Verfügung von
    dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten
    überlassen worden sind“. Letztlich wertet das Gesetz die Überlassung des Taschengeldes als eine konkludente Einwilligung der gesetzlichen Vertreter in den Abschluss von Rechtsgeschäften. Auf der Grundlage dieses Taschengeldparagraphens wäre also bspw. eine Vereinbarung
    über die Nutzung des Internets für ein bestimmtes Entgelt
    rechtswirksam (bspw. „3 €/Stunde“), soweit sich das Entgelt der Höhe nach im Verfügungsrahmen des dem Jugendlichen bereits
    überlassener Mittel bewegt.
     
  4. Tombaer

    Tombaer ROM

    Registriert seit:
    17. März 2006
    Beiträge:
    3
    Hallo,

    vielen Dank für die Antworten!

    Es geht um einen Betrag von 30,-€.
    Wie hoch wird denn der "Verfügungsrahmen" angesetzt?
    Mal angenommen der Jugendliche bekommt 5,-€/Woche, welche Summen übersteigen den Verfügungsrahmen?
    Und was ist mit dem Widerrufsrecht?
    Ich behaupte mal, dass sich kein Jugendlicher in dem Alter um Widerrufsrechte kümmert und einen Account sofort nutzt wenn er dazu die Möglichkeit hat, also gibt es demnach kein Widerrufsrecht für Jugendliche auf solchen Seiten.
    Im Übrigen ist das für mich ein Armutszeugnis des Betreibers, wenn er mit allen Mitteln versucht solche "Fehltritte" für sich zu nutzen.Naja, wer es nötig hat...
    Die Seite ist übrigens bei "Dialerdomains" gelistet, es gibt da wohl noch mehr Leute die mit den Praktiken dieses Anbieters nicht ganz einverstanden sind.
    Verstehe nicht, wie man da noch ruhig schlafen kann wenn man mit solcher Abzockerei sein Geld verdient.
    Etwas weniger "ERST KOMM ICH" Mentalität täte uns wohl allen gut.

    Tommy
     
  5. Rattiberta

    Rattiberta Halbes Gigabyte

    Registriert seit:
    22. März 2003
    Beiträge:
    5.526
    Naja, ich denke, dass diese Auskunft des Betreibers lediglich zeigt, dass er seine mutmaßlichen Ansprüche nicht einfach so aufgeben möchte, als juristisch fundierte Auskunft würde ich das nicht werten. ;)

    Da es im Grunde um Verbraucherschutz geht, würde ich mich mit der Fragestellung an eine Verbraucherzentrale wenden. Es gibt darüberhinaus auch einige Online-Angebote für professionelle Rechtsberatung, wenn es denn unbedingt übers Internet laufen soll. :)

    Was den 15jährigen Schlingel angeht, so sollte da mal ein längeres Gespräch erfolgen zum Thema Onlinegefahren und Selbstverantwortung.

    MfG
    Rattiberta
     
  6. deejayrocky

    deejayrocky Byte

    Registriert seit:
    12. März 2006
    Beiträge:
    89
    Ein Widerruf ist nicht mehr so einfach, da schon eine Dienstleistung in Anspruch genommen wurde. Am besten mit den Eltern zusammensetzen und drüber reden und ggf. den Verbraucherschutz einschalten.
     
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