Leistungen von Strato: Wunsch und Wirkli

Dieses Thema im Forum "Internet: DSL, Kabel, UMTS, LTE" wurde erstellt von Redaktion, 20. Februar 2001.

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  1. Redaktion

    Redaktion Redaktion

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    Wunsch und Wirklichkeit liegen leider all zu oft weit auseinander. So auch bei Strato.

    Im Frühjahr 1999 beschloss ich eine Homepage zu gestalten. Zu faul, um HTML selbst zu lernen, wollte ich das Ganze mit Hilfe von Frontpage realisieren. Nach einiger Zeit war die Homepage fertig und sollte Online gehen.

    Ich musste mir also Gedanken machen, wo ich Sie ablegen möchte und merkte plötzlich, dass ich ein Paket mit Frontpage-Extensions brauche. Strato war damals Marktführer, hatte gute Testergebnisse und schien mir passend und gut zu sein.

    Die Homepage lief auch einwandfrei und ich war die ersten Monate recht zufrieden. Nach und nach nahm ich weitere Domains hinzu und werkelte drauf los, bis ich etwa zwölf Domains bei Strato hatte.

    Doch in Foren und per Mail erfuhr ich von immer mehr Stratokunden, die meckerten: Logfiles wurden zu spät oder gar nicht erstellt, E-Mail-Server hingen, Websites waren nicht verfügbar,... Einige Zeit später lief alles wieder runder und ich nahm ein weiteres Premium-S-Paket von Strato. Doch nun ging der Ärger erst richtig los.

    Im August, September, Oktober konnte ich keine neuen Frontpage-Webs installieren, was allerdings nötig gewesen wäre, damit die neu errichteten Homepages richtig laufen konnten. Ich schrieb E-Mails, auf die bis heute nicht geantwortet wurde. Ich rief Hotlines an und wartete: Zehn Minuten, beim nächsten Mal 15 und zum Schluss 45 Minuten, weil mir in der Kunden-Betreuung gesagt wurde, 15 Minuten müsse ich in Kauf. Doch auch nach 45 Minuten ging niemand ran.

    Als mir im Dezember ein Spinner etwas Ausländerfeindliches in die Meckerecke schrieb und ich dies auf Grund von Serverproblemen bei Strato nicht löschen konnte, keine Hotline erreichte und sich auch kein Mitarbeiter des Kundenservice darum kümmerte, beschloss ich, Strato den Rücken zu kehren und zog zehn Domains ab.

    Zu diesem Zweck sollte ein Paket gelöscht werden und die restlichen Domains ins andere Paket gepackt werden. Doch bereits beim Umzug der Domains von einem zum anderen Provider bereitete Strato Schwierigkeiten und lehnte den Umzug zunächst ab, weil die Hauptdomain nicht verschoben werden kann, solange sich Domains darin befinden: Das ginge technisch nicht. Nach einigen Anrufen ging es plötzlich doch.

    Kulanter Weise wurde mir zugesichert, den Umzug der verbleibenden Domains ins andere Paket kostenlos vorzunehmen - doch bislang ohne zählbaren Erfolg. Sie stehen weder im einen noch im anderen Paket, obwohl mir heute vor zwei Wochen zugesichert wurde, dass es am Wochenende über die Bühne gehen würde.

    Der Gipfel der Unverschämtheiten passierte dann vor einigen Tagen: Nachdem ich forderte, von einem Vorgesetzen angerufen zu werden, erhielt ich einen Anruf und mir wurde zugesichert, dass die Angelegenheit schnellstmöglich geklärt wird und ich am nächsten Tag nochmals über den Bearbeitungsstand informiert werden würde.

    Am folgenden Tag kam der Anruf und ich sollte noch am Abend erfahren, wie es weitergeht. Kurz darauf rief eine zuvor bereits involvierte Dame an, dass ich Ihr doch bitte ein Schreiben nochmals senden solle, weil es in der Rechtsabteilung liege und sie dort keinen Zugriff darauf habe. Ich tat das, mit der Bitte um Antwort von Strato per Fax. Doch ein Fax kam nie zurück. Auf Rückfrage teilte mir die Dame mit, dass Ihr das Schreiben nicht vorliege und dass Sie den Inhalt nicht kenne. Kurz darauf kam das Fax bei mir an. Der Inhalt war lächerlich. Ich solle eine genaue Aufstellung der entstandenen Schäden vornehmen und senden. Dieser war allerdings bereits im Schreiben von Anfang Januar ziemlich detailliert aufgeführt.

    Der Hammer: Da die Frau nicht zu sprechen war, bat ich den Mitarbeiter des Call-Centers, mich mit dem Verfasser des an mich gesandten Briefes zu vermitteln. Dieser sagte mir dann, dass es sich um die Dame handelte, die vom Inhalt des Schreibens nichts wissen wollte.

    Und nun zurück zum Thema: Strato schimpft sich in Europa Marktführer zu sein und hat wunderbare Leitsätze auf der Homepage veröffentlicht. Diese Leitsätze sind Wunsch.

    Wirklichkeit ist: Man wird belogen, die Leistungen werden zu kaum einem Zeitpunkt in vollem Umfang erbracht, Versprechen werden nicht eingehalten.

    Update vom 09.02.2001: Die ganze Sache zieht sich nun seit mindestens 57 Tagen hin. Strato machte mir klar, dass ich ohne Anwalt keine Chance auf Schadensersatz habe. Von anderen weiß ich, dass Strato - Entschädigungen betreffend - offenbar keine Grundsatzfälle schaffen will. Dies stimmt mit meiner Einschätzung überein.

    Dies zeigt meiner Meinung nach auch, dass Strato sich durchaus bewusst ist, dass mangelhafte Leistungen erbracht werden. Ohne Anwalt hat man allerdings keine Chance, doch leider lohnt der Gang zum Anwalt in solchen Fällen nicht.
     
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