Media Markt: 1099-Euro-Kamera im PC-Welt-Test

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von mbloh, 10. Februar 2004.

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  1. mbloh

    mbloh ROM

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    Ich habe die F828 nun seit ca. einer Woche. Als eingefleischter Sony-User waren bereits die Vorgängerversionen F505 und F717 in meinem Besitz. Die neue 828 unterscheidet sich jetzt aber in wesentlichen Dingen von ihren Vorläufern, anders, als das beim Wechsel von 505 auf 717 (707) der Fall war.

    Die im PC-Welt-Artikel beschriebenen "Testergebnisse", decken sich größtenteils mit meinen bisherigen Beobachtungen. Nur leider wird, wie immer aus Platzmangel oder fehlender Testzeit, nicht auf die essentiellen Merkmale der Kamera eingegangen.

    Denn wenn Sony erstmals eine digitale Fotokamera auf den Markt bringt, die neben den bisher üblichen Memory-Sticks auch Compact-Flash und Microdrive zulässt, sollte dies besonders erwähnt werden. Zumal die Preisentwicklung bei Compact-Flash-Karten erfreulicherweise tendenziell nach unten zeigt.

    Ebenfalls neu ist die Unterstützung des RAW-Formats, was nachbearbeitungsfreudige Fotografierer sicherlich freuen wird. So ist man doch in der Lage, den Bildern in höchster Form, ohne Qualitätsverlust, den letzten Schliff zu verpassen.
    Sony liefert auch gleich eine entsprechende Software mit, namens Digital Image Converter 1.0, die aus dem sony-eigenen RAW-Format mit dem Suffix *.SRF, zur Weiterbearbeitung taugliche TIFFs und JPGs zaubert. Vorher kann man mit Hilfe des Programmes die Bilder in Helligkeit, Farbe, Kontrast usw. bearbeiten und wie beschrieben abspeichern. Und hier gibt es eine entscheidende Einschränkung.
    Die Software ist nicht in der Lage die Bilder in ein RAW-Format zu konvertieren, dass sich mit Adobe Photoshop öffnen lässt. So hält man zwar eine durchaus professionelle Kamera in Händen, deren Bilder sich aber nicht auf höchster Ebene mit einem Profi-Programm, wie Adobe Photoshop, im RAW-Modus und damit mit 16Bit-Qualität, weiterbearbeiten lassen. Denn das mitgelieferte Bearbeitungstool ist nicht im Entferntesten mit den Möglichkeiten des Adobe-Produktes vergleichbar. Es bleibt zu hoffen, dass diese gravierende Einschränkung, in einem Programm-Update beseitigt wird, oder dass Adobe ein entsprechendes Sony-PlugIn anbietet. (Letzteres erscheint eher unwahrscheinlich)

    Leider gibt es weitere Ungereimtheiten, die weder das ausführliche Handbuch, noch bisher der Sony-Technikservice beantworten konnte.

    1. Warum werden die Bilder im Sony-RAW-Modus mit einer Größe von satten 16-17MB auf dem Speicherstick abgelegt? Canon-Kameras (z.B. Powershot G2 u.f.) speichern RAW-Bilder mit immerhin nur ca. 4MB ab und liefern ein Programm zur Konvertierung in ein direkt von Photoshop lesbares RAW-Format. Die Folge dieser Dateigröße sind relativ lange Speichzyklen. Auf einem normalen Sony 64MB-Memorystick, landen so nur ca. 3 Bilder und das nach einer Speicherdauer von ca. 40 Sekunden. Also in der Praxis eher untauglich, wenn man halbwegs gelungene Momentaufnahmen machen möchte. Oder soll der RAW-Modus nur für stativeinsetzende Blumen- und Schnecken-Fotografen gedacht sein, die in der Lage sind, alle paar Minuten ein hochaufgelöstes Bild zu machen.
    Zum Glück fallen die Speicherzeiten, bei Verwendung einer 512 MB SanDisc Compact-Flash-Karte mit ca. 13 Sekunden Speicherdauer, deutlich kürzer aus. Mehr als ca. 22 Aufnahmen sind aber auch dann bei 512 MB nicht möglich. Immerhin erfolgt die Datenübertragung auf den PC, dank USB2.0 ,angenehm zügig.
    Übrigens habe ich bei einem vergleichenden Test einer normalen SanDisc CFII-Karte zu einer sog. Ultra-Karte keinen Unterschied in der Speichergeschwindigkeit feststellen können. Diese Mehrkosten sollte man sich also sparen.

    2. Warum werden im RAW- und TIFF-Modus automatisch noch JPEG-Bilder mit abgespeichert, bzw. warum macht man diese Funktion nicht wahlweise abschaltbar? Der Speicherplatzbedarf und die Speicherdauer werden dadurch nämlich nur noch erhöht.

    3. Leider neigen die Bilder der 828 zu einem im Vergleich zur 717 etwas höheren Grundrauschen. Dies liegt wohl an der enorm hohen Pixelzahl auf einem vergleichsweise kleinen Bildwandler. Ein etwas gelungenerer Kompromiss, zwischen CCD-Größe und Pixelmenge, hätte hier sicherlich den aus meiner Sicht einzigen Kritikpunkt in der Bildqualität, verhindern oder zumindest abschwächen können. Bei normalen Lichtverhältnissen tritt dieser Effekt allerdings nicht in den Vordergrund.

    Ansonsten ist die F828 ihrem Vorgänger in fast allen Belangen überlegen.
    Die Brennweite von ca. 28-200mm (bezogen auf Kleinbildkameras) liefert endlich sowohl einen echten Weitwinkel, als auch einen gleichzeitig großen Telebereich. Und dies bei Blenden von 2-2,8.

    Das robuste Gehäuse und die Verarbeitung suchen Ihresgleichen. Der Auslöser ist eine Freude und absolut vergleichbar mit einem Spiegelreflex-Feeling.

    Die neue Menüstruktur, bei der auf Knopfdruck am Kameragehäuse, die entsprechende Funktion aufgerufen wird und mittels Stellrad zu verändern ist, trägt zur ergonomischen und effizienten Bedienung bei. Das Display vermittelt einen realistischen Schärfeeindruck und das gleichzeitige Einstecken einer CF-Karte und eines Memory-Sticks, schaffen Reserven bei der Fotografierarbeit. Ein kleiner Umschalter an der richtigen Stelle, nämlich in der Nähe des rechten Daumens, erlaubt die Wahl zwischen CF und MS.

    Die Akku-Zeiten sind tatsächlich grandios. Scheinbar hält die vielgelobte neue Signalverarbeitung ihr Versprechen, den Energieverbrauch drastisch zu reduzieren. Ein vollgeladener Akku hält ca. 200 Minuten. Und das im Mischbetrieb, also aufnehmen, betrachten, löschen usw.

    Den elektronischen Zoom vermisst man nicht eine Sekunde, da bei korrekter Kamerahaltung, also linke Hand unter dem Zeiss-Objektiv, Daumen und Zeigefinger mühelos und sehr präzise Brennweitenveränderungen und Schärfeeinstellungen, ohne zusätzlichen Energieverbrauch, bewerkstelligen.

    Im Vergleich zur F717 sind die Bilder in ihrer Farbdarstellung tatsächlich neutraler und realistischer. Musste man bisher mittels Bearbeitungssoftware kleinere Farbkorrekturen vornehmen, so entfällt, nach ersten Einschätzungen, dieser Vorgang bei der F828 weitestgehend. Den von der "Fachpresse" bescheinigten geringen Nutzen des neuen 4-Farbfilters, kann ich also nicht bestätigen. Vielleicht hatte man sich auch zu viel von dieser Neuerung versprochen, so dass diese kleinen, aber durchaus sichtbaren Nuancen, eher als marginal betrachtet werden.

    Die vielen hinzugekommenen Funktionen in der Menüebene, lasse ich ohne Kommentar. Mein Bericht ist eh schon zu ausführlich geraten.

    Auf jeden Fall lohnt es sich, die F828 bei einem Kamerakauf in Erwägung zu ziehen. Kameras dieser Bauform (und Preisklasse), also schwenkbares Objektiv und ca. 900Gramm Gewicht, finden ihre Käuferschaft eh in einer Minderheit. Dafür wird aber die Kreativität bei der aktiven Gestaltung eines Bildes immens gefördert. Halt eben wie bei einer echten Spiegelreflexkamera.

    P.S. Ein kleiner Nachtrag für Matrox Parhelia und Photoshop-Anwender:

    Wer in seinem Rechner eine Matrox-Parhelia 128 oder höher laufen hat und gleichzeitig seine Digi-Bilder mit Photoshop nachbearbeitet, der wird vielleicht das von Matrox angebotene Photoshop-PlugIn interessant finden.
    Hierbei ist es möglich, direkt aus Photoshop heraus, über den zweiten Monitor-Ausgang der Parhelia, das bearbeitete Bild auf einem TV-Gerät kontrollieren zu können. Dies ist in FBAS und Y/C (S-VHS) möglich. So hat man bei Ausschnittsveränderungen, Scharfzeichnungen, Farbkorrekturen, Titelinserts u.v.m. die direkte Kontrolle, über das später auf dem Fernseher dargestellte Foto. Dies macht in erster Linie dann Sinn, wenn man vor hat, seine Bilder hinterher z.B. mit dem Photoalbum von WinOnCD auf eine CD zu brennen.

    Ein Tipp: qualitativ wesentlich besser, schneller und vor allen Dingen professioneller, gelingt dies auch mit Adobe EncoreDVD 1.0. Hierfür gibt es zwar (noch) kein Matrox PlugIn, die Bilder werden aber dafür auf eine DVD gebrannt und lassen sich mit hervorragenden Menüs aufpeppen.
     
  2. Gast

    Gast Guest

    glaubst aber auch dass ich das jetzt lese oder :D
     
  3. mbloh

    mbloh ROM

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    10. Februar 2004
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    Hallo,
    danke für das nette Feedback.
    Zur Dimage A1 kann ich leider nichts weiter sagen, außer:
    schau mal hier nach
    http://www.dpreview.com/reviews/minoltadimagea1/

    Sollte Dir bestimmt gefallen.
    Habe lediglich einmal die Kamera in der Hand gehabt, bei einem Kollegen.
    Der erste Eindruck war sehr gut.

    Bis bald
    mbloh
     
  4. Sir Don

    Sir Don Byte

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    Beiträge:
    42
    @mbloh

    netter Bericht.

    Lang, aber (finde ich) gut. Leider zu spät. *g*
    Hast Du solche Angaben auch zur Dimage A1 (meine Kamera),
    da man(m) in der Digitalfotograhie Neuling ist.

    Gruß

    P.S. Ich weiß, Foren helfen weiter
     
  5. mbloh

    mbloh ROM

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    10. Februar 2004
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    3
    Ich bin überrascht über das schnelle Feedback. Gut zu wissen, dass man nicht alles umsonst getippt hat.

    Ich habe meinen kleinen Artikel übrigens noch mal um ein paar Hinweise ergänzt.


    MBLOH
     
  6. ede

    ede Kbyte

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    296
    Herzlichen Dank embloh,

    ein interessantes Fazit! ... und es bestärkt mich in der Entscheidung das richtige getan zu haben, hab sie mir nämlich bestellt ;)
     
  7. kadajawi

    kadajawi Megabyte

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    23. Dezember 2000
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    1.792
    lol, mein Tipp: Haut euren Testbericht raus und fügt den hier ein. :D :D :D

    Ps: Setz deinen Bericht doch in Ciao... kriegste auch noch Geld (ich lass mir grad 8 Euro auszahlen... immerhin) dafür. Kann nur noch ein wenig erweitert werden, sollte aber nicht so schwer sein.

    Und die Chancen gelesen zu werden sind denk ich mal da ein wenig besser.
     
  8. Torsten.K

    Torsten.K Kbyte

    Registriert seit:
    23. Oktober 2001
    Beiträge:
    143
    Hallo,
    für die, die noch mehr wissen wollen, hier noch ein link zu einem Forum, welches sich fast nur mit der Sony F828 beschäftigt:

    http://www.dsc-f828-forum.de/

    :D
     
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