Niederlande: Arzt verschrieb "Selbstmord-Pillen" per Internet

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von LordSoban, 15. März 2005.

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  1. LordSoban

    LordSoban Kbyte

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    Hallo,

    wenn jemand sterben will, kann kein Staat dem Einhalt gebieten. Wer gehen will soll gehen, hört sich zwar Zynisch an, aber wer gibt einem Staat das Recht jemanden daran zu hindern sterben zu wollen? Das ist schon wieder diese Bevomundung und widerspricht allen unseren Rechten auf Freiheit und unserer Meinung.

    Natürlich wird nun der Arzt herhalten müssen, für Beihilfe zum Selbstmord, obwohl er es nicht wusste. Irgenwie lassen wir uns immer noch unterwerfen und sehen es zwar, das es nicht richtig ist, aber sehen mit Selbstverständlichkeit drüber hinweg in der Hoffnung das es besser werden könnte.

    MfG

    Lord
     
  2. FetterTroll

    FetterTroll Byte

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    Jaja, vielleicht hatte die Frau doch nur schlechte Laune, wenn ich schlechtgelaunt bin, sag ich auch immer, ich begeh Selbstmord usw., aber ich würde nie im Leben sowas machen!

    Ja, ich wär auch dafür, dass man Medizin-Handel über Internet komplett verbieten sollte.
     
  3. LordSoban

    LordSoban Kbyte

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    Das wäre aber schlecht, dann kannst du Dir ja keine Pillen zum Abnehmen bestellen die in Deutschland verboten sind. ;)

    MfG

    Lord
     
  4. dsluser

    dsluser Byte

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    Leider höre ich auch in meinem Bekanntenkreis immer öfter Gedanken über Selbstmord. Meist zwar im Spaß, aber alleine das halte ich persönlich schon für bedenklich. Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und den Aussichten für die Zukunft wundert es mich aber eigentlich auch nicht.

    Ich würde die Pillen den Politikern, Managern, Geschäftsführern und sonstigem Gesockse geben. Die sind schließlich durch ihre pure Geldgier, Jedem-das-seine-mir-das-meiste-Einstellung usw schuld, dass es uns so dreckig geht. Nicht die Symtome behandeln sondern die Ursache beseitigen!!!

    VW läßt in Tschechien Autos für einen Monatlohn von 500 Euro produzieren, in Deutschland will man die dann aber für 20.000 Euro oder noch mehr verkaufen. Die Tschechen haben wahrscheinlich andere Probleme als ein neues Auto und die arbeitslosen Deutschen sicher auch. Soll mir mal einer vormachen, wie diese Milchmädchenrechnung aufgehen soll. Betriebswirtschaftlich ist es vielleicht sinnvoll, aber volkswirtschaftlich der größte Schwachsinn.

    Wir (die Verbraucher) sind allerdings auch nicht ganz ohne Schuld. Die Einstellung Geiz-ist-geil und Billig-Billiger-umsonst hat halt auch einiges zu der derzeitigen Situation beigetragen. Aber letztendlich haben uns die Firmen mit solchen Angeboten geködert und heiß gemacht.
     
  5. piti22

    piti22 Kbyte

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    Wenn Leute vom Arbeitslosengeld 2 leben müssen und mit 330 € im Monat (wovon noch alle möglichen Rechnungen bezahlt werden müssen, sodas gerade mal 150 € zum leben bleiben) auskommen sollen, müssen sie nach dem Motto "Geiz ist geil" ihre Ausgaben regeln.
    Ich glaube solche Leute würden auch lieber z.B. im KaDeWe einkaufen, anstatt zu Aldi oder Lidl zugehen.

    Ausserdem muss man leider in der heutigen Zeit, auch mit gutem Job sparen, um im Alter keine böse Überrachung bei der Rente zuerleben.
    Denk mal drüber nach.

    Gruss piti22
     
  6. LordSoban

    LordSoban Kbyte

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    Wer drüber redet, der tut es meistens nicht, Irrtum aber vorbehalten. Wie ich schon sagte, wer gehen will den sollte man nicht halten. In manchen Kulturen freuen sich die Menschen über einen Tot eines anderen, denn sie wissen aus ihrer Religion raus, das es ihm da garantiert besser ergeht als im jetztigem Darsein, und wer weis, vielleicht werden wir auch in einer besser Welt geboren.

    MfG

    Lord
     
  7. Relax

    Relax Halbes Megabyte

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    Jemand, der wirklich sterben will, findet irgendwie einen Weg. Allerdings sind diese Internet-Verschreibungen doch extrem bedenklich, besonders da man nicht weiß, was der Empfänger mit gewissen Medikamenten vorhat. Denke da mal einfach so an Mord !

    Allerdings müsste man einigen Firmenbossen von Zeit zu Zeit bestimmte tödliche Medikamente verschreiben, denn denen ist der Inhalt der eigenen Brieftasche um Vieles wichtiger als die
    Überlebenschance von tausenden und tausenden von "unwichtigen" Arbeitsnehmer. Da werden trotz Milliardengewinne mal eben so ein paar tausend Angestellte entlassen, damit das näschste Mal noch ein paar Millionen mehr herausspringen.
    Meiner Meinung nach sind solche Bosse extreeem krank, und das einzige Heilmittel für diese Geier ist einzig und alleine das Medikament "Lowlevelformat" .
     
  8. Rattiberta

    Rattiberta Halbes Gigabyte

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    Das klingt ja fast, als hättest Du Mitleid mit diesem Subjekt!

    Im Artikel steht:
    Mit anderen Worten: Es gab keinen persönlichen Kontakt, keine Untersuchung, keine Diagnosestellung nach den Regeln der ärztlichen Kunst - der Arzt meinte einfach so eine Substanz verordnen zu können, die geeignet war, schwere Nebenwirkungen, ja den Tod der Patientin zu verursachen.

    Gegen eine Beratung wäre ja nichts einzuwenden gewesen, aber für eine Therapie bedarf es erstmal einer gewissenhaften Diagnosestellung.

    Sonst ist das übler Pfusch - und sollte auch als solcher strafrechtlich verfolgt werden.

    MfG
    Rattiberta
     
  9. andideasmoe

    andideasmoe Megabyte

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    Ich finde es nicht sonderlich sinnvoll, jetzt den Doc vor den Kadi zu ziehen. Wer sich umbringen will, findet Mittel und Wege. Ob er sich vor nen Zug schmeißt oder vom Hochhaus springt... So konnte sie es abseits der Öffentlichkeit tun und in Würde sterben. Besser, als andere Leute mit ansehen zu lassen, wie sie von der U-Bahn zermatscht wird.
     
  10. TopDrop

    TopDrop Byte

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    so nicht richtig. Fast jeder, der es tut, redet - mehr oder weniger direkt - im Vorfeld darüber bzw. gibt entsprechende Signale.

    soll man über Autoverkäufer herziehen, dass sie jemandem ein Auto verkaufen, mit dem er/sie absichtlich gegen einen Brückenpfeiler fährt?
    Dass es nicht richtig ist, dass der Arzt die Medikamente ohne persönlichen Kontakt verschrieben hat, dem stimme ich zu, allerdings macht ihn das noch nicht zum Verantwortlichen für den Selbstmord. Die Frau wollte gehen. Sie besorgte sich die Mittel. Sie ist gegangen. Hätte sie die Pillen nicht auf diese Art bekommen, hätte sie sicher einen anderen Weg gefunden, sich das Leben zu nehmen oder die entsprechenden Mittel zu bekommen.
     
  11. andideasmoe

    andideasmoe Megabyte

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    Das ist genau das, was ich damit sagen wollte. Volle Zustimmung.
     
  12. BoyLover

    BoyLover Byte

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    Nicht alle, die ENRSTHAFTE Selbstmordgedanken haben und ERNSTHAFTE Versuche unternehmen, wollen auch wirklich sterben. Viele sehen zwar in diesem Moment keinen Ausweg mehr, sind aber im Nachhinein (wenn sich doch irgendwie eine Lösung ergeben hat) froh noch am Leben zu sein.
    Es gibt in Deutschland jährlich über 100.000 ERNSTHAFTE SelbstmordVERSUCHE. Aber nur etwa 11.000 sterben dabei. Wenn der Zugang zu Pillen, die ein "sanftes Entschwinden" zu sehr vereinfacht wird, dürfte sich diese Zahl vervielfachen.
    <zynismus on>
    Sicher, auf der anderen Seite hätten wir massive Einsparmöglichkeiten bei den Kosten für psychische Erkrankungen.
    <zynismus off>
    ...und die Lokführer könnten ihrem Job etwas sorgenfreier nachgehen.

    BL
     
  13. Rattiberta

    Rattiberta Halbes Gigabyte

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    Hallo TopDrop,

    wenn es aber doch nicht richtig ist, wie Du selbst sagst, dass die Verschreibung ohne persönlichen Kontakt erfolgte, dann sind wir doch im Prinzip einer Meinung.
    Es wäre auch Pfusch gewesen, wenn es am Ende nicht zu dieser Tragödie gekommen wäre. Und wer fahrlässig andere in Gefahr bringt, sollte zur Verantwortung gezogen werden.
    Im Gegensatz zu Dir meine ich allerdings, dass Folgen dieser Fahrlässigkeit dem Verursacher zusätzlich zuzurechnen sind.

    Die Frau war anscheinend ja schon seit längerem suizidgefährdet. In jedem Haushalt finden sich Dutzende von Mitteln und Möglichkeiten, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Die Hemmschwelle, dies durch die Einnahme von Tabletten zu tun, ist allerdings besonders gering.

    MfG
    Rattiberta
     
  14. Rattiberta

    Rattiberta Halbes Gigabyte

    Registriert seit:
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    Hast Du Dich schon mal darüber informiert, warum die betreffenden Mittel in Deutschland nicht zugelassen sind? Es könnte doch sein, dass es dafür gute Gründe gibt... :D

    MfG
    Rattiberta
     
  15. TopDrop

    TopDrop Byte

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    Hallo Rattiberta,

    Dass es Pfusch war, dem stimme ich zu, wobei das in dem Falle zu einer Grundsatzdiskussion "Verschreibung von Medikamenten über das Internet" führen würde.
    Aber der Arzt hat die Frau nicht direkt in Gefahr gebracht. Jeder, auch diese Frau, ist für sich selbst verantwortlich und wenn sie, wie ich dem Artikel nach schließe, nach diesen Pillen gefragt hat, dann obliegt es ihrer Verantwortung, wie sie damit umgeht - alles andere würde einer Erwachsenen Person die Mündigkeit und Selbstverantwortung absprechen, finde ich. Dass man sich damit das Leben nehmen kann, ist ein Aspekt, dass es aber dennoch ein Medikament ist, ein anderer. Man kann auch zu einem Arzt in einer Nachbarstadt gehen und ihn davon überzeugen, dass man diese Pillen braucht, ohne ihn davon Kenntnis nehmen zu lassen, dass man gedenkt, sie zum Suizid zu verwenden. Da würde es sicherlich keine Zeitung interessieren und es würde unbeachtet irgendwo versanden. Der einzige unterschied ist, meiner Meinung nach, dass es hier dazu verwendet wird um es zu der oben erwähnten Diskussion von wegen "Pro/Con Internetrezepte" zu verwenden.

    Gruß,
    Top
     
  16. LordSoban

    LordSoban Kbyte

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    Mittleid? Was ist das? Ich denke der Arzt kommt seiner Pflicht nach. Auch wenn wir ein anderes Verständnis haben eben das Bornierte nicht Verständnis das wir für andere Völker andere Kulturen nicht haben, oder eher ohne Vorurteile dürfen wir uns keine Meinung bilden, bei uns gilt die Verschreibungspflicht woanders halt nicht. Und wer im Ausland bestellt soll es dies auch tun aber später nicht ~vorsicht zynisch~ wenn man schon über den Jordan gewandert ist.

    MfG

    Lord
     
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