Nochmal Sprache, auch wenn es nervt!

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von Horst1, 31. August 2000.

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  1. Horst1

    Horst1 Viertel Gigabyte

    Registriert seit:
    18. August 2000
    Beiträge:
    4.526
    Hallo, liebe Forenteilnehmer und sonstige Interessierte!

    Da auf diesem Brett alles Mögliche diskutiert werden darf, möchte ich mal ein Thema anschneiden, das vielen Leuten suspekt ist, aber doch wichtig genug, denn es berührt jeden von Kind an bis ins hohe Alter, und zwar die Rechtschreibung.
    Da wurde eine Rechtschreibreform auf den Weg gebracht, die das Volksgefühl auf eine harte Probe stellt. Unsere großen Denker wie Goethe, Schiller, Heine, aber auch Thomas und Heinrich Mann und viele, viele andere haben unsere Sprache auf ein wirklich hohes Niveau gehoben. Nun haben sich ein paar Professoren, ein paar Lehrer und ein paar andere Leute zusammen getan und beschlossen, die deutsche Rechtschreibung zu reformieren, denn eine Sprache sollte leben und sich weiterentwickeln. So weit, so gut!
    Dabei sind diesen Leuten aber ein paar entscheidende Fehler unterlaufen:
    1. Sie dachten, alle wollen das.
    2. Sie haben wohl nicht an unser Kulturerbe gedacht.
    3. Die "Reform" wurde keine Reform, sondern allenfalls ein Reförmchen, das mehr Verwirrung als Klarheit schafft.
    4. Auch wenn man laut schreit: "Wir sind das Volk", muß das für diese paar Reformer nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.
    Ich meine, wenn schon eine Reform, dann eine richtige. Es hätte doch genügt, z.B. eine Großschreibung am Satzanfang und für Eigennamen. Die Interpunktion ist heute wesentlich verwirrender und unklarer, als vor der Reform. Da der Deutsche sowieso dazu neigt, sich selbst und anderen etwas vorzuschreiben, hätte man sich diese Reform auch sparen können. Was allerdings ganz klar einer Reform bedürfte,
    das ist das sogenannte "Beamtendeutsch". Ich kann nur jeden beglückwünschen, der zum Beispiel ein Gesetz schon beim ersten Durchlesen voll kapiert hat. Wer seine Steuererklärung nicht einem Steuerberater überlassen will, weil der in der Regel sowieso bestenfalls die Buchführung erledigt und ansonsten nur kassiert, brauchte im Prinzip auch einen Übersetzer für die deutsche Sprache. Hier wäre eine Reform mehr als notwendig gewesen. Aber die allgemeine Schriftsprache hätte es auch ohne das dämliche "Reförmchen" noch eine ganze Weile gemacht. Na ja, die Macher haben sicherlich ihr Schäfchen ins Trockene gebracht und wir dürfen es zahlen und vor allem ausbaden. Daß eine Sprache eine feste Ordnung haben <muß>, mag folgendes Beispiel unterstreichen:
    Eine Frau sagt zu ihrem Mann: "Was willst du schon wieder?"
    Eine andere Frau zu dem ihren:"Was, willst du schon wieder?"
    Das sind halt die feinen Unterschiede, die mit einer Rechtschreibregel eindeutig geklärt werden. Aber tut es unsere heutige?
    Sagt mal Eure Meinung zu diesem Thema, wenn es auch nur bedingt etwas mit unserem Hauptproblem, dem Computer, zu tun hat.

    Mit freundlichen Grüßen
    Horst!

     
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