PC-WELT Interview mit Slysoft zum Thema *******

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von franzkat, 25. September 2004.

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  1. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    Ist schon merkwürdig. Wie passen zu den Aussagen im Interview folgende Informationen auf der Slysoft-Site über ******* :

    Quelle: http://www.slysoft.com/de/

    ??????
     
  2. PK --PCWELT--

    PK --PCWELT-- Redaktion

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    Hallo,

    in Bezug auf das neue Urheberrechtsgesetz (vom September 2003) geht es bei ******* nicht um dessen Umgang mit Daten-CDs, sondern mit Musik-CDs. Siehe auch http://www.pcwelt.de/news/online/103246/
     
  3. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    Eben. In dem von mir zitierten Text-Passus steht :

    ...von Ihren Musik- oder Daten-CDs zu erstellen
     
  4. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    Insbesondere finde ich ziemlich dreist, dass im Interview Behauptungen aufgestellt werden, die in eklatanter Weise den Hinweisen auf der Website widersprechen.
     
  5. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    Die andere Variante wäre die, dass zwar die Interviewaussage stimmt, aber die Käufer, die sich auf die beworbenen Features verlassen, gelinkt werden.
     
  6. PK --PCWELT--

    PK --PCWELT-- Redaktion

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    Ja - eben darum gehts doch. ******* darf in Deutschland nicht angeboten werden, weil es angeblich Musik-CDs knackt (um Daten-CDs gehts ja nicht bei diesem Verbot). Nun sagt Slysoft: "Wir knacken keine Musik-CDs, dass Laufwerk knackt diese."

    Es stimmt, bei Slysoft steht: "******* ist das ideale CD-Kopierprogramm, um Sicherheitskopien von Ihren Musik- oder Daten-CDs zu erstellen - natürlich und gerade auch von kopiergeschützten CDs."

    Der Zusatz nach dem "-" wird sich wohl auf Daten-CDs beziehen.

    Ich habe in dieser News ja auch auf die Vorgängernews verlinkt (http://www.pcwelt.de/news/online/103246/), da wird ja nochmal die ganze Problematik geschildert.

    Weil hier jetzt jemand schon von "Aufforderung zur Straftat" gesprochen hatte. Bitte noch mal diese Vorgängernews lesen.
     
  7. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    Diese Interpretation scheint mir sprachlogisch wenig überzeugend. Wenn ich zum Ausdruck bringen möchte, dass sich der Anhang nur auf Daten-CDs bezieht, dann hätte man das ohne Probleme eindeutig kenntlich machen können; z.B. so :

    "******* ist das ideale CD-Kopierprogramm, um Sicherheitskopien von Ihren Musik- oder Daten-CDs zu erstellen -was Daten-CDs anbetrifft natürlich und gerade auch von kopiergeschützten CDs."

    Dass diese klare Formulierung nicht verwendet wird, ist wohl kein Zufall. Außerdem wird auch bei der zweiten Formulierung :

    kein Unterschied zwischen Daten-und Audio-CDs gemacht (oder gibt es SafeDic 3 nicht für Audio-CDs; bin da kein Experte).

    An dieser Stelle muss ich noch mal das unterstreichen, was oben schon Flohi angemerkt hatte. Es wäre ja gerade journalistisch wünschenswert gewesen, in dem Interview auf diese Ungereimtheiten und Widersprüche Bezug zu nehmen.

    Für den Pulitzer-Preis hätte man hier noch hartnäckiger bohren müssen ;)
     
  8. PK --PCWELT--

    PK --PCWELT-- Redaktion

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    Safedisc 3 gibt es nur für Daten-CDs. Die erste News hatte einige Fragen aufgeworfen, die haben wir Slysoft gestellt, die Antworten erhalten und hier als News veröffentlicht... Sorry - ich sehe hier nirgends Ungereimtheiten.
     
  9. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    Naja, ich sehe da ein Menge. Die Widersprüche zwischen Web-Site und Interviewäußerungen (auch ohne SafeDisc3) fallen schon auf. So argumentieren Winkeladvokaten. Auch die Position, das Problem läge bei den Laufwerkeherstellern, ist eine sehr sophistische Argumentation und erinnert mich stark an die Verteidigungsrede des Mörders, der da ins Feld führt, Schuld am Tod des Opfers sei nicht er, sondern das Messer. Eigentlich müßten die Hersteller des Messers auf der Anklagebank sitzen.
    Es ist ja auch blauäugig zu meinen, dass man als Softwarehersteller wegen des schönen Wetters nach Antigua ginge.Die Leute dort sind sehr geschäftstüchtig und bedienen eine bestimmte Klientel mit gewinnträchtigen Offshore-Privilegien.
    Z.B. wird ganz offiziell von staatlich-antiguanischer Seite Ausländern für 50 000 US$ eine antiguanische Zweit-Staatsbürgerschaft in großen Zeitungsanzeigen angeboten. Nicht schlecht oder ? Man weiß ja nie , wozu das gut sein kann, wenn die Argumentation mit den Laufwerkeherstellern doch nicht verfangen sollte ;)
     
  10. PK --PCWELT--

    PK --PCWELT-- Redaktion

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    Hallo,

    hm - Sie haben die Vorgängernews gelesen? Ich habe den Eindruck wir reden aneinander vorbei :(

    Von dem, was Sie jetzt geschrieben haben, dürfte in Deutschland keinerlei Brennsoftware mehr verkauft werden...
     
  11. PK --PCWELT--

    PK --PCWELT-- Redaktion

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  12. franzkat

    franzkat CD-R 80

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    @PK --PCWELT--

    Wenn es so wäre, wie von dir und Slysoft dargestellt, hätte es nie einen Grund gegeben, ******* zu verbieten. Dann muss man sich fragen, warum Slysoft nicht gleich gegen das Verbot und Abmahnaktivitäten geklagt hat. In solchen Fällen, erstellt man dann nicht erst Rechtsgutachten, sondern erhebt Schadensersatzansprüche, denn man hat sich ja korrekt an das Gesetz gehalten.
    Wir werden sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln und ob das Rechtsgutachten eine ausreichende Basis sein kann, den Gesetzgeber davon zu überzeugen, dass sich ******* im Rahmen der vorgegebenen Rechtsnormen bewegt.
     
  13. Zeus

    Zeus Halbes Megabyte

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    Liebe PC-Welt,

    mich deucht, ihr, wie viele andere aus der, in diesem Punkt, sensationslüsternden IT-Jounalie seid einem Märchen aufgesessen. Es wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein.

    Stets lese ich etwas von einem Gutachten, das von RAs angefertigt worden sei, und das gewisse, Slysoft genehme Schlüsse zulasse. Mir drängt sich allerdings die brennende Frage auf, ob überhaupt jemand außer Slysoft und den RAs – welche eigentlich? - dieses Gutachten überhaupt gelesen, geschweigedenn überhaupt erstellt, hat. Ebenfalls verwundert mich zutiefst, weshalb Slysoft dieses Gutachten, das doch Wasser auf die Mühlen der Gegner der Verschärfungen des UrhG wäre, nicht öffentlich zugänglich macht. Warum also diese Geheimniskrämerei, die sich so wunderlich gegenüber dem Paukenschlag, den es bereithält, ausnimmt?

    Verdächtig ist das Verhalten allemal, zumal die Argumente, die Slysoft in dem Interview wiedergibt, kaum auf der Basis einer fundierten rechtlichen Analyse fußen. Slysoft gibt meinem geschulten juristischen Sachverstand nach nur Gemeinplätze laienhafter Interpretation des reformierten UrhG wieder. Hätte man einmal ein wenig in der Tiefe des Gesetzes gebohrt, was fraglos Aufgabe und Grund eines Gutachtens zum Normverständnis ist, so hätte man sich nicht eine derartige Blöße in der Argumentation gegeben.

    Die Fehler sind schlicht haarsträubend aus Sicht eines Juristen. Um meine Kritik zu konkretisieren: §95a ff. UrhG ist stets normativ, nicht technisch zu verstehen. Das belegt vor allem ein Zitat aus der Gesetzesbegründung zum UrhG:

    „[§95a] Absatz 2 [UrhG] enthält Legaldefinitionen für den in Absatz 1 verwendeten Begriff der „wirksamen technischen Maßnahmen“. Wegen des Harmonisierungszieles der Richtlinie war eine enge Anlehnung an den Wortlaut des Artikels 6 Abs. 3 der Richtlinie notwendig. Der Regelung ist immanent, daß technische Maßnahmen grundsätzlich auch dann wirksam sein können, wenn ihre Umgehung möglich ist. Andernfalls würde das Umgehungsverbot jeweils mit der Umgehung technischer Maßnahmen infolge der dadurch erwiesenen Unwirksamkeit obsolet.“

    Ferner ist zur Bösgläubigkeit gemäß §95a Abs. 1 UrhG des §95d zu berücksichtigen:

    „Das Kennzeichnungsgebot des [§95d] Absatzes 1 [UrhG] dient dem Verbraucherschutz und der Lauterkeit des Wettbewerbs. Die Kennzeichnung mit Angaben über die Eigenschaften der technischen Schutzmaßnahmen soll den Verbraucher über Umfang und Wirkungen der Schutzmaßnahmen in Kenntnis setzen, um daran seine Erwerbsentscheidung ausrichten zu können. Eine solche Kennzeichnungspflicht ist notwendig, weil das Publikum hinsichtlich dieser für den Erwerb maßgeblichen Umstände Aufklärung erwarten darf. Das wird besonders deutlich, wenn man sich die derzeit herrschende Konsumentenerwartung vor Augen hält, nach der der Verkehr regelmäßig davon ausgeht, daß Bild- und Tonträger kopierfähig und auf allen marktüblichen Gerätetypen zeitlich unbegrenzt abspielbar sind. Der Verbraucher sieht in diesen beispielhaften Eigenschaften des Trägermediums einerseits preisbildende Faktoren mit der Folge, daß er bei hiervon negativ abweichenden Eigenschaften einen günstigeren Preis erwarten wird. Andererseits wird er vom Erwerb ganz absehen, wenn die Abspielbarkeit auf bestimmten Gerätetypen nicht gewährleistet ist oder der Werkzugang bzw. Werkgenuß zeitlich begrenzt sind. Damit ist auch die wettbewerbsrechtliche Relevanz der Kennzeichnung offenbar. Die Kennzeichnungspflicht aus Absatz 1 ist dem Verwender technischer Maßnahmen – auch unter Berücksichtigung seiner Absatzinteressen – zumutbar und wird teilweise bereits praktiziert.“

    Ich will hier kein rechtliches Gutachten erstellen, das liegt Slysoft ja angeblich bereits vor. Aber man muß hinsichtlich des §95a UrhG scharf nach Nutzung und Zugang eines geschützten Werkes differenzieren. Hernach bezieht sich §95a Abs. 2 UrhG alleine auf die Nutzung. Dagegen schließt Abs. 1 die Umgehung eines solcherart in der Nutzung geschützten Werks zum Zweck des Zugangs aus. Nichts anderes tut aber Slysoft mit der Software *******. Ausreichend ist übrigens Beihilfe. Maßstab ist auch nicht ein Spezialgerät oder handelsübliche CD-Rom-Laufwerke, wie PC-Welt fälschlich annimmt:

    „Einige (aktuellere) CD/DVD-Laufwerke können kopiergeschützte Audio-CDs lesen, obwohl der Kopierschutz eigentlich dafür gedacht ist, dass eine Audio-CD nicht am PC abgespielt werden kann.“ http://www.pcwelt.de/news/software/103289/index.html

    Abgestellt wird alleine auf den „normalen Betrieb“ des Werkes. Dieser wird aber durch §95d UrhG hinreichend bestimmt. Darf laut Aufdruck auf einer kopiergeschützten Musik-CD etwa diese nur in einem den CD-Spezifikationen entsprechendem Gerät abgespielt werden, fallen darunter gerade nicht die CD-Rom-Laufwerke, die den Schutz umgehen können. In diesem Falle ist der Nutzer auch bösgläubig. Auf die Wirksamkeit im technischen Sinne kommt es hinsichtlich des Kopierschutzes auch nicht an. Dieser Passus ist normativ zu verstehen, und nicht technisch, wie Xiang sich äußert: „In diesem Falle wäre der Kopierschutz auf der AudioCD tatsächlich "wirksam", und wird auch von ******* nicht "umgangen".“ Das Gesetz formuliert hierbei nur Indizien in §95a Abs. 2 UrhG. Denn daß ein Kopierschutz umgangen werden kann, steht außer Frage. Aber gerade daran soll die Umgehung nicht scheitern, sonst wäre die Nutzungsbeschränkung nur von der Kopierbarkeit, nicht aber vom Willen des Urhebers abhängig, der ja gerade Grund für das Verbot der Umgehung des Kopierschutzes ist.

    Da das UrhG auch Strafvorschriften enthält, ist ferner auch Täterschaft und Teilnahme strafbar, ebenso der Versuch. Rausreden hilft nicht. Das alles hätte jeder RA Slysoft in einem Gutachten erklärt. Entweder, Slysoft hat die Tatsachen einer solchen Rechtsanalyse geflissentlich ausgeblendet, oder das Gutachten ist eine Schimäre.

    MfG
     
  14. franzkat

    franzkat CD-R 80

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  15. Don Jonz

    Don Jonz Kbyte

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    Mensch Leute, was soll das Theater? Wenn auf einer CD draufsteht, dass ein Kopierschutz drauf ist, darf man die halt nicht kopieren, sonst ist man per Gesetz böse. So will es die Musikindustrie, und deshalb existiert dieses Gesetz, egal wie wasserdicht es formuliert ist oder nicht.

    Wen das nicht juckt, der schnappt sich halt eine entsprechende Software (womöglich als Raubkopie, denn auf eine Urheberrechtsverletzung mehr oder weniger kommts ihm dann auch nicht an) und brennt die CD. Er weiß, dass er das nicht tun darf und tuts trotzdem. Solange er nicht erwischt wird, hat er halt Glück gehabt und dreht der Musikindustrie eine lange Nase. Wenn er doch erwischt wird, muss er halt blechen. Wo ist das Problem? Und was soll dieses Gutachten? Alles heiße Luft, sonst nichts. Sollte die angeblich unabhängige Rechtssprechung tatsächlich zu dem Schluss kommen, dass ******* legal ist, dann wird es eben irgendwann ein neues Gesetz geben, in das die Musikindustrie reinschreiben wird, dass jegliches Kopieren von CDs illegal ist und dass darauf fünf Jahre Zuchthaus stehen.

    Alle Anwesenden sind wie immer ausgenommen.

    Don Jonz
     
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