So verliert man DSL...

Dieses Thema im Forum "Internet: DSL, Kabel, UMTS, LTE" wurde erstellt von Rincewind®, 29. Juni 2004.

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  1. Rincewind®

    Rincewind® ROM

    Registriert seit:
    29. Juni 2004
    Beiträge:
    2
    Da ist man seit den Zeiten des Modellversuches der Telekom nun dabei und hat alles mitgemacht. Nun steht ein Umzug an. In Sichtweite (ca 4km Luftlinie) der Grossstadt Göttingen. Also Anruf bei der Telekom. "Da haben sie aber Pech, in Mengershausen steht kein DSL zur Verfügung" die Auskunft! Nun ist Mengershausen immerhin Standort einer Autobahn Raststätte, da denkt man doch die wäre mit Datenleitungen eher übersorgt, aber nix is! Auch der Hinweis, dass dort doch grade eine Autobahnausbau stattfindet und man doch da Versäumnisse der früheren Kabelplanung zu günstigen Kosten korrigieren könnte ist den Herren egal.
    Der kleine Ort hat ein Neubaugebiet ausgewiesen und ich erfahre, dass potentielle Bauinteressenten schon zurückgetreten sind mangels DSL. Das ist eben der Unterschied zwischen der Reklamewelt der Telekom und der Realität (nicht nur auf dem flachen Land).
    Die Beratung bei der Telekom (jedenfalls in den T-Punkten) deutlich lustlos, unmotiviert bis hin zu arrogant. Ob die einen Kunden verlieren scheint ihnen egal.
    Ich bekomme als Alternative die Satelliten-Version angeboten, frage nach den Bedingungen und ob den der Uplink dann entsprechend auch als Flat realisiert ist (sollte ja möglich sein durch Fixierung der Einwahl) - Fehlanzeige.. Also keine Alternative - nur teuer..
    Es bestätigt sich für mich: Telekoms Technik war und ist gut, Vertrieb, Marketing und Planung eine Katastrophe!
    Und leider haben wir, die Kunden, keine Möglichkeit Druck auszuüben. Die Mitanbieter kaufen ihre Leitungen ja ebenfalls bei Telekom ein und damit ist es der Telekom ziemlich gleichgültig, ob der Kunde geht oder nicht - das Geschäft ist ihr eh sicher.
    Ich könnte in den Tisch beissen...........
     
  2. Rattiberta

    Rattiberta Halbes Gigabyte

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    5.526
    Mengershausen, nahe Autobahnraststätte Göttingen...

    Vor ca. 20 Jahren... Antrag auf einen eigenen Telefonanschluß abgelehnt (damals noch Post)... nicht ausreichend Leitungen verfügbar, keine freien Anschlüsse... wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern...

    Dass die telefontechnische Erschließung des Ortes nach so langer Zeit immer noch problematisch sein würde, damit hätte ich allerdings nicht gerechnet.

    Manche Dinge scheinen sich nicht zu ändern. :(

    MfG Rattiberta
     
  3. lefg

    lefg Halbes Megabyte

    Registriert seit:
    16. Dezember 2003
    Beiträge:
    640
    Hallo,

    ich komme nicht aus eurer Gegend sondern aus Norddeutschland. Ich wohne und arbeite in Lübeck. Mein Arbeitgeber ist ein bedeutendes Bildungsunternehmen. Unsere Niederlassung liegt am Stadtrand nahe der Landesgrenze zu Mecklenburg. Die Netzinfrastruktur der Telekom beruht hier auf Lichtwellenleiter entlang der großen Ausfallstrassen. Das wird als OPAL-Netz bezeichnet. An den Ausfallstrassen stehen die Ports der Telekom und daneben die Kabelverzweiger. Vom KV geht es mit Kupferkabel in die seitlichen Strassen, auch zu uns.

    Als wir damals DSL haben wollten, sagte mir der Grosskundenbetreuer der Telekom, das sei nicht möglich, weil DSL nicht über Glasfaser funktioniere. Die Glasfaserübertragung sei digital und die für DSL analog. DSL könne es zur Zeit nur dort geben, wo die Gebäude und Verteilereinrichtungen der alten analogen Ortsvermittlungsstellen noch existieren. Die Telekom sei aber dabei, das DSL-Netz auszubauen.

    Eine Strasse weiter traf ich einen ehemaligen Studenten von mir. Der fing dort neu bei einem erst zugezogenen IT-Unternehmen an. Er erzählte mir, sie hätten eine 2MBit-Standleitung. Dise komme über die Kupferleitung ins Haus. Die Leitung koste ein Schw****geld erzählte er.

    Die Telekom ist also in der Lage Verbindungen gegen hohe Gebühren bereitzustellen. Der Preis war uns aber zu hoch. Wir fanden zwei andere Provider. Diese mieteten bei der Telekom eine Standleitung von hier zum Standort unserer Zentrale. Über diese Leitung läuft auch die Interverbindung der Verwaltungseinheit hier. Für den Bildungsbereich gibt es eine weitere Leitung ins Internet. Blitzschnell. DSL, wie ich es von anderen Standorten her kenne, ist langsam dagegen.

    Ein Mitarbeiter der Telekom aus der Nachbarschaft sagte mir, als das OPAL-Netz geplant und gebaut wurde, sei von DSL noch nichts zu hören gewesen. Die dafür benötigten Übertragungskapazitäten seien nicht mit eingerechnet und damit die Netzkapazität natürlich nur dem damaligen und nahen hochgerechneten ISDN-Bedarf angepasst worden.

    Bei einem Kollegen am gegenüberliegenden Stadtrand wurde DSL inzwischen realisiert. Das kam plötzlich. Von einen Tag auf den anderen war es in der Datenbankabfrage für das nächste halbe Jahr.

    Schlimm finde ich, die Planung liegt nicht offen. Niemand kann richtig planen. So mancher Umzug ließe sich vermeiden, könnte günstiger ausfallen oder ließe sich vermeiden.

    Bei mir zuhause habe ich keine Lust mit einem 56k-Modem zu arbeiten. Deshalb sitze ich jetzt auch noch auf der Arbeit und surfe durch die Foren. Ich bin übrigens IT-Betreuer für mehrere Standorte des Unternehmens.

    Es wird Zeit, weiterzuziehen.

    Gruß
    Edgar




     
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