Telekom und Gesamtbetriebsrat mit Teileinigung beim Stellenabbau

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von first2, 7. April 2006.

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  1. first2

    first2 Kbyte

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    "Der an der Telekom beteiligte Bund müsse seine Privatisierungsstrategie überdenken. Sprecher der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und FDP wiesen die Kritik zurück. Die Telekom müsse sich dem harten Wettbewerb stellen und notwendige Anpassungen vornehmen."

    Genial seitens der Politiker: Zuerst der Bevölkerung weißmachen, es würde durch Privatisierung alles besser, was in sich schon unlogisch ist, weil Privatisierung immer beinhaltet, den anderen zu eigenen Gunsten etwas wegnehmen müssen, ein genügend großes Aktienpaket behalten, damit man wie vorher mitmischen kann, aber ohne weitere Verantwortung, dabei noch durch Aktiengang die Privataktionäre ordentlich abschröpfen, und zum Schluß die gewollte Situation des Wettbewerbes als Sündenbock gutheißen für wettbewerbsbedingte Entlassungen, die dann wieder vom Rest des Volkes aufgefangen werden müssen. Super - wie unsere Politiker Ihren Amtseid, zum Wohle Ihres Souveräns, dem Bürger, tätig zu werden, auslegen.

    Ein Wirtschaftsunternehmen, egal ob Telekom oder Opel, kann sich nur in dem von der Politik alleinverantwortlich gestalteten Rahmen bewegen, und bei gewolltem Wettbewerb und steigendem Automatisierungsfaktor muß das zu kontinuierlichen Entlassungen führen. Wer das nicht will, muß anders wählen.
     
  2. Blackmane

    Blackmane Byte

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    12
    Zitat:
    Sprecher der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und FDP wiesen die Kritik zurück. Die Telekom müsse sich dem harten Wettbewerb stellen und notwendige Anpassungen vornehmen.


    Es ist unverantwortlich, mit welcher Arroganz und Scheinheiligkeit, gepaart mit blankem Zynismus hier deutsche Politiker zusehen, wie Arbeitsplätze vernichtet werden. HALLO!!! Hier werden über 30000 Jobs in Deutschland vernichtet!!! :aua:
    Wenn ich sehe, wie sich Abgeordnete bei Firmen, die 1600 Arbeitsstellen streichen, die Tür einrennen und in Vermittlungsausschüssen u.ä. vermitteln wollen und hier untätig zusehen, geht mir der Hut hoch. Unglaubwürdiger können Politiker nicht mehr werden, aber wenn man diverse gutbezahlte Posten in Vorständen innehat, interessiert das eh nicht. :bse:
     
  3. EBehrmann

    EBehrmann Halbes Gigabyte

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    5.702
    Leute, nicht immer mit dem Finger auf andere Zeigen. Die Arbeitsplätze vernichtet nicht die Regierung, die Arbeitsplätze vernichten nicht die Unternehmer, die Arbeitsplätze vernichten wir, wir alle. Jeder schaut, welcher Anbieter noch günstiger anbietet, welcher Artikel wo noch günstiger zu erwerben ist. Anschließend wundert der selber Bürger sich, wenn sein Arbeitsplatz gestrichen wird, weil das Unternehmen die Kosten einsparen muss.

    Somit ist der Staat für die Vernichtung von Arbeitsplätzen verantwortlich. Der Staat ist aber nicht die Regierung, der Staat ist das Volk, sind wir, du und ich. Wenn wir also etwas ändern wollen, müssen wir bei uns anfangen.
     
  4. Yyrgn

    Yyrgn Kbyte

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    248
    Sorry, EBehrmann, aber das möchte ich nicht gelten lassen. Nur mal einige Beispiele: Wenn Firmen ihre Produktion ins Ausland verlegen des schnöden Mammons wegen (sprich: Personalkosten sparen, wie Grohe Wasserhähne und Armaturen), kannst weder Du noch ich etwas daran ändern. Solange Versicherungen (Krankenkassen & Rückversicherer wie die Allianz) sich Paläste hinbauen, die Formel1 sponsorn können und sich mit Milliardengewinnen (gegenüber dem Vorjahr) nicht zufrieden geben können, von der Politik aber einen Freifahrtschein erhalten, die Prämien zu erhöhen (wie vor kurzem unsere U.Schmidt kundtat, dass jeder für die Erforschung von Krankheiten zu zahlen hat und daher Erhöhungen gerechtfertigt sind), ist das nicht in der Verantwortung von Dir oder mir, sondern in der der Politker. Und wenn Volkswagen meint, es müssen alle Angestellten in Wolfsburg auf Lohnerhöhungen und Weihnachtsgeld verzichten, stattdessen aber länger arbeiten, damit ein Modell in Deutschland gebaut wird, alternativ aber mit Entlassungen gedroht wird, weil das Werk nicht ausgelastet ist, wenn das Modell in Spanien gebaut wird - wir reden hier um eine Summe von 1.000€ pro Auto - dann ist das ausschliesslich in der Hand der Arbeitgeber/Vorstand etc., und nicht in Deiner oder meiner. Davon abgesehen: hätten nur einige der extrem gut angezogenen Manager auf ein paar Exklusivanzüge, Superurlaube und schöne teure Firmenwagen verzichtet, hätten sie die ganze Belegschaft glücklich machen können.
    Vielleicht begreifen es diese hochstudierten und -bezahlten Manager ja mal, dass, wenn sie die Leute entlassen, sie bald nichts mehr produzieren brauchen, weil es sich keiner mehr leisten kann.

    Es geht hier ausschliesslich um das schnelle Geld - sowohl den Firmen als auch den Politikern; und wer von den letzteren übt wohl Kritik an einer Firma, die ihm ein gutbezahltes Pöstchen bietet? Niemand beisst die Hand, die einen füttert.
     
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