Verbot von

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von mischa12345, 15. März 2006.

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  1. mischa12345

    mischa12345 Byte

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    Das ist mal wieder ein netter, nobler Spruch. Sicherlich richtig, aber versuchen Sie einen Jugendlichen, dessen Clique sich mit CS & Co. zuballert, davon zu überzeugen, dass Gewaltspiele keine sinnvolle Beschäftigung sind ...
    Wir stehen vor demselben Problem wie jede Generation: Wie schaffen wir es die gesellschaftlichen Zwänge, unter die Jugendliche sich gegenseitig bringen, in sinnvolle Bahnen zu lenken oder besser noch aufzubrechen. Leider habe ich noch von keinem Patentrezept gehört.
    Wenn ich im Laden sehe, wie die nette Großmutter dem 9-jährigen Sprössling einen Ego-Shooter gönnen, weil der Junge sich das doch so sehr wünscht, weiß ich gar nicht, wo man mit der Aufklärungsarbeit beginnen sollte ...
     
  2. PC-WELT

    PC-WELT Redaktion

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    Hallo,

    im Sinne von Aufklärungsarbeit meine ich in erster Linie die Erziehungsberechtigten. Wie viele Eltern haben denn keine Ahnung von Spielen oder wissen gar nicht, dass es Altersfreigaben überhaupt gibt? Hier muss angesetzt werden. Eltern und Lehrern fehlen in diesem Bereich oft die Kompetenzen (woher sollen die sie auch haben) um "mitreden" zu können. Die Folge: Videospiele sind verrufen und werden in die Brutaloecke gesteckt. Wenn man aber weiß, wie vielfältig dieser Bereich ist und dass es durchaus auch sehr gute Spiele gibt, die zum Lernerfolg beitragen oder andere Dinge fördern (Brain Train von Nintendo beispielsweise) kann man wieder eine Menge Emotionen aus der Diskussion nehmen.
    Aber leider ist es derzeit wohl noch den meisten Erziehungsberechtigten egal, was ihre Kleinen am Bildschirm treiben. Und das ist das eigentliche Problem. Noch mal: Brutale Spiele gehören nicht in Kinderhände. Ebensowenig, wie sie sich keine ab 18 Filme im Kino ansehen dürfen. Die Frage ist also: Wie und warum bekommen sie derartige Spiele und genau da muss angesetzt werden. Verbote bringen nichts.
     
  3. Loose2K

    Loose2K Guest

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    ach herr pilzweger

    die altersfreigaben gibt es doch schon lange. diese bringen überhaupt nichts, da haben die experten schon recht, das hauptaugenmerk liegt bei den eltern, den meisten interessiert es nicht was ihr sprössling da spielt und worum es geht; und wenn ein interesse doch mal besteht dann wird alles nur verharmlost.

    eltern; lehrer, verwandte, .... die allein sind für die erziehung zuständig, und dazu gehört auch dass man die altersfreigaben einhält. spiele die keine jugendfreigabe erhalten werden ja schon heute nicht verkauft, aber was bringt das wenn z. b. der vater eines jungen diesen titel für seinen sohn kauft, da ist das ganze sinnlos.

    wenn killerspiele verkauft werden, so müssen die käufer eigenhändig dafür unterschreiben, dass sie weder ihren kindern noch anderen jüngeren dieses spiel zugänglich machen werden, bei missachtung sollten sehr hohe geldstrafen winken. wie man dieses system kontrolliert ist nicht meine aufgabe, mir darüber gedanken zu machen, aber so würde ich das als erwachsener akzeptieren, denn auf shooter will ich nur ungern verzichten und das werde ich selbst bei einem kompletten verbot kaum.

    ich jedenfalls unterstütze nur ein verbot von killerspielen für Jugendliche unter 18 Jahren, aber nicht ein komplettverbot für alle. jeder gescheite mensch der counter strike spielt und die ganzen kiddies mit ihren schlauen sprüchen sieht weiss was ich meine, die meisten verblöden vor den kisten und taugen später in der arbeitswelt nichts mehr, weil einfach ein desinteresse vorliegt. es sind nicht alle so, aber bei den meisten ist das leider der fall.
     
  4. EBehrmann

    EBehrmann Halbes Gigabyte

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    Stimme ich nicht ganz zu. In meinen Augen sind Eltern für die Erziehung verantwortlich.
    Verwandte? Nein, weder meine Eltern, noch meine Geschwister waren für die Erziehung meiner Kinder verantwortlich.
    Lehrer? Ja, vielen Eltern kümmern sich heute nicht mehr um die Erziehung ihrer Kinder, sie schreien nach Ganztagskindergärten ab 3 Jahren, oder möglichst noch früher, gehen zur Arbeit und wollen Ihre Verantwortung den Kindergärtnerinnen und Lehrern überhaken. Lehrer sind aber nicht für die Erziehung zuständig, sie sind fürs lehren zuständig. Sonst würden sie nicht Lehrer, sondern Erzieher heißen.

    Zu den Ballerspielen. In meinen Augen machen es sich viele Eltern zu einfach, die Kinder sitzen vor der Flimmerkiste, der Spielestation oder dem Computer und ich habe meine Ruhe.

    Armes Deutschland. Weniger Arbeit, weniger Konsum aber mehr Elternliebe wären oft sinnvoll.
    Spielestation und Zweitfernseher für die Kinder konnten wir uns nie leisten, aber eine Mutter, die sich um die Kinder kümmerte, wenn die Kinder im Hause waren, Nachhilfe und so weiter, das haben wir uns geleistet.

    Natürlich kann man die Kinder nicht abschotten. Natürlich haben sie auch bei Freunden Vidios gesehen oder Computerspiele gespielt, aber überwiegend wussten wir schon, was abging.
     
  5. DOMMY

    DOMMY Kbyte

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    ...und warum überhaupt auch in Erwachsenen-Hände?
    Nee, ich bin kein Pfarrer. Mir hat es jedoch noch NIE Spaß gemacht zu sehen, wie getötet wird.

    Allerdings: Gewalt, Sex, Korruption, Macht, Neid, Krieg, ... das alles gehört zum Menschen. Ob wir das wollen oder nicht. Je nach Kultur in der man aufgewachsen ist, wird das eine oder andere jedoch völlig unterschiedlich gesehen bzw. "empfunden".
    DOMMY
     
  6. DOMMY

    DOMMY Kbyte

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    So ist das halt. Es gibt einen "main stream", oder wie man das nennt. Mann und Frau verwirklichen sich gleichzeitig, Lebensglück definiert sich über Konsum und Karriere, Kinder stören. Da hat die traditionelle Rolle nichts mehr zu suchen. Und wenn alle so leben, da wird man mit anderen Ansichten zum Aussenseiter. ...und steht irgendwie "arm" da.
    DOMMY
     
  7. sg69

    sg69 Halbes Megabyte

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    Ich habe noch nie gehört, daß Kinder oder Jugendliche durch die Strassen ziehen, und Szenen aus "Gewalt"spielen nachahmen.

    Wenn ich von prügelnden Kinder und Jugendlichen lese, dann immer im Zusammenhang mit Wertgegenständen oder Langeweile. Der Grund dafür sind mangelnde finanzielle Möglichkeiten. Die Jugend hat keine Geld um sinnvolleres anzustellen.
    Die Hohe UND VON POLITIKERN verschuldete Arbeitslosigkeit ist wohl ein weitaus grösserer Gefahrenherd für Gewalt von Kindern und Jugendlichen.
    Aber die Schuld für das eigene Versagen bei Computerspielen zu suchen ist natürlich einfacher...
     
  8. PC-WELT

    PC-WELT Redaktion

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    ? nichts anderes sage ich dazu.
     
  9. mischa12345

    mischa12345 Byte

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    Es ist ja schön, dass alle meinen, "die Eltern von heute" kümmern sich nicht mehr um die Kinder. Erzieht erst einmal selber Kinder in dieser Gesellschaft mit all ihren Tücken! Medienflut bis zum Erbrechen, Werbung an allen Freiflächen, Computerspiele und Filme, die an Brutalität kaum noch zu überbieten sind (und zwar schon um 17:00 in der Tagesschau) ... Viel Spaß!

    Ich behaupte keinesfalls, dass vor 10, 20 Jahren alles einfacher war, aber so viele Eltern wie es in den 70ern geschafft haben, ihre Kinder vor Drogen zu bewahren, soviele werden es wohl in unserer Zeit schaffen, sie von Gewalt-Medien fernzuhalten.
    Übrigens: Nicht alle Eltern sind so doof, dass sie nicht wissen, was FSK / USK ist!! (ungeheuerlich so eine Behauptung) Ich bin dankbar für diese Bewertung, da sie mir als Vater eine Vorauswahl erleichtert. In dieser Hinsicht sollte viel mehr gemacht werden! (Differenziertere Bewertung, inhaltliche Bewertung etc.) Zu sagen: "das bringt überhaupt nichts" macht mich wütend, weil es die Eltern unserer Zeit zu verblödeten Wesen macht, die ihre Zeit nur mit ihrer Karriere verbingen und denen ihre Kinder egal sind. Alle, die hier so genau wissen, wie man Kinder heute erzieht, können es ja gerne mal ausprobieren! Die finanziellen Mittel, die einer Familie mit einem Alleinverdiener bleiben, reichen i. A. gerade für ein bescheidenes Leben in einer Mietwohnung - und der Staat arbeitet daran, das auch das noch knapp wird. Wer mehr will (evt. auch für seine Kinder) muss mehr dafür tun und mehr Zeit investieren (oder erben ...).

    Ich bin der letzte, der sich gegen Aufklärung der Eltern wendet, aber Computerspiele, Filme auf Handy oder von DVD werden nun einmal nicht nur zu Hause konsumiert. Die FSK / USK und Thematisierung der Gewalt in den Medien muss in alle Köpfe! Natürlich gehören Ego-Shooter nicht in Kinderhände, aber bitte dann auch konkrete Vorschläge machen, wie man das wirksam verhindern will! Ein gesetzliches Verbot halte ich auch für Unsinn. Vielleicht muss man sich aber auch einmal fragen, ob es ein so breites Angebot an Spielen geben muss, in dem das Blut spritzt und die Eingeweihde durch die Gegend fliegen. Wie sind die Spiele-Entwickler und -Designer eigentlich drauf?? Da sehe ich ein Missverhältnis zu gewaltfreien / -armen Spielen ...
     
  10. PC-WELT

    PC-WELT Redaktion

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    Das Gleiche kann man bei Horror-, Action- oder ****o-Filmen einwerfen. Geschmäcker sind verschieden und genauso wie es Filme für erwachsene Menschen gibt, sollte es auch Spiele für Erwachsene geben. Jedem das Seine.
     
  11. EBehrmann

    EBehrmann Halbes Gigabyte

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    Das ist das Problem, es wird nur über Geld geredet. Was hat sinnvolle Beschäftigung mit Geld zu tun. Was hat Freizeitgestaltung mit Geld zu tun?
    20 jährige junge Leute, die auf dem Boden liegen und stundenlang Monopoly oder andere Brettspiele spielen. Nicht vor 50 Jahren, nein das erlebe ich bei unserem Jüngsten noch heute.

    Eine Wiese, zwei Stäbe ein Ball, kostet wirklich nicht die Welt. Schule lernen, Schulbücher sind sinnvolle Beschäftigungen bei denen die Kinder ihre Zeit in ihre Zukunft investieren. Soll ich noch mehr aufzählen?

    Ja, ja, ich weiß, ich bin Weltfremd. Kinder sind anders. Warum? Weil Eltern anders sind, weil Eltern bequem und oft verantwortungslos sind. Weil Eltern heute keine Vorbilder mehr sind.
     
  12. El Morellano

    El Morellano ROM

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    Zitat: "Ich habe noch nie gehört, daß Kinder oder Jugendliche durch die Strassen ziehen, und Szenen aus "Gewalt"spielen nachahmen. Wenn ich von prügelnden Kinder und Jugendlichen lese, dann immer im Zusammenhang mit Wertgegenständen oder Langeweile."

    ... kann man sinnvolles nur in Verbindung mit Geld machen? Meinst Du dabei etwa sogar ein Ballerspiele?

    Wird Gewalt dadurch besser, dass ich vom Opfer die Handtasche erbeute?

    Trotz allem, das Problem ist sicherlich nicht schwarz weiss. Es gibt sicherlich den Spieler, der seine Agressionen am Gamepad abbaut, es gibt aber genauso Spieler, die aus solchen Spielen den Schluss ziehen, Gewalt koenne Probleme loesen.

    Eine Art FSK, wie es sie ja auch bei Filmen gibt, ist aber laengst ueberfaellig. So koennten auch Eltern und Omas als Laien sehen, was sie ihren Kindern zumuten.

    Verbote bringen wohl gerade bei Copmuterkids wenig. Das Verbotene ist schon immer interessanter gewesen und Mittel und Wege gibt es auch immer.
     
  13. PC-WELT

    PC-WELT Redaktion

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    Hallo,

    die gibt es doch schon längst. Die USK. Deren Altersfreigaben befinden sich auf jeder Packung, zu erkennen an den weißen, grünen, blauen oder roten Aufdrucken links unten auf jedem PC-Spiel. Und diese Freigaben sind mittlerweile bindend, d.h. ein Händler, der einem 10-jährigen Doom 3 verkauft, kann belangt werden...
     
  14. jo.ko

    jo.ko ROM

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    Wenn ich das verfolge, was zur Zeit von unseren Politikern zu diesem Thema herausgebracht wird, dann frage ich mich, ob irgendjemand aus dieser Branche sich selber schon einmal vor einen PC/Gamecube/Playstation/... (ohne Wertung) gesetzt hat.

    Ich bin selber nicht mehr ganz jung und spiele schon seit einigen Jahren selber, so dass ich Schwierigkeiten habe nachzuvollziehen, was teilweise für ein Unsinn zu diesem Thema gesagt wird.

    Ich glaube diese Diskussion geht kilometerweit an der Realität vorbei. In meinem Bekanntenkreis gibt es einen nennenswerten Anteil an Leuten, die regelmäßig, das Spielen am PC/... dem TV vorziehen (Rollenspiel, Shooter, Taktik-, Strategiespiele). Keiner dieser Bekannten ist ein Freak, alle sind über vierzig.

    Wenn Leute, die nicht wissen wovon Sie reden, der Meinung sind, dieses Hobby zu verbieten, frage ich mich in welchem Land ich lebe.

    Aber andererseits, wohlwollende Bevormundung von oben war in Deutschland immer schon beliebt (vor ungefähr 30 Jahren wurde "Schweinchen Dick" im Zdf wegen der Gewaltdarstellung zum Schutze der Kinder abgesetzt - für Nichtkenner, die Hauptakteuere waren Tweety, der Roardrunner ...)
    In diese Tradition passt die jetzige Diskussion hervorragend.

    Abschließend: Ich weiß, was meine Kinder spielen können, die USK gibt mir bei unbekannten Spielen gute Hinweise.
    Probleme gibt es bestenfalls, wenn andere Kinder zu Besuch kommen, deren Eltern dieses Thema nicht ernst nehmen.

    Solche Eltern werden aber auch durch, das was jetzt von Politikern veranstaltet wird, nicht erreicht.

    Erreicht werden hauptsächlich Leute, die keine minderjährigen Kinder haben und sich noch nie mit diesem Thema beschäftigt haben.
     
  15. jo.ko

    jo.ko ROM

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    Dies ist nicht ganz korrekt, Kinder spielen immer wieder Szenen, die Sie besonders beschäftigen nach (Kinofilme, Fußballspiele ,"Bücher" ). Diese gilt auch für Computerspiele.

    Aber nachspielen von Gewalt und selber gewaltätig sein, das sind völlig unterschiedliche Sachen.

    Sonst müßten alle Spielzeugwaffen schnellstens verboten werden.
     
  16. cheff

    cheff Megabyte

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    Wie die PC Welt schon schreibt: Ein Verbot wäre eine BEvormundung. Ich gehe einen schritt weiter und behaupte, dass es sich dabei um eine Zensur handelt und ich denke das Bundesverfassungsgericht würde so ein Verbot nicht mittragen. Das die Medienindustrie, besonders die Spielehersteller davor klagen werden dürfte wohl außer Frage stehen.
     
  17. <its>sauerkraut

    <its>sauerkraut Kbyte

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    ....wird doch erst recht gemacht!
    wer glaubt denn im ernst das jeder seine schon vorhandenen Spiele deinstalliert und die CD's wegschmeist?
    Gibt es in Deutschland keine Spiele mehr zu kaufen, werden diese eben anders beschafft!
    Am Ende vierlieren die Verkäufer ihr Geschäft und der Staat Steuereinnahmen, während in den Kinderzimmern fleißig weiter gezockt wird!
    Was soll so ein Verbot also bringen?
     
  18. catean

    catean Byte

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    92
    Bin der Meinung dass man bei Notwndigkeit Gesetze ändern kann.

    Mich würde aber interessieren wieviele Eltern überhaupt wissen was auf den Computern des Sprösslings überhaupt so läuft. Hauptsache er gibt ruhe.
    Enzo
     
  19. Thor Branke

    Thor Branke CD-R 80

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    Moin,

    seid mir nicht böse, aber was sollen die ewigen Grundsatzdiskussionen zu diesem Thema?

    Was auf den Markt kommt, wird bei Nachfrage verkauft. Wenn es mit dem Artikel vermeintlich oder tatsächlich zu Konflikten kommt, greifen es die Medien auf und machen dabei all zu gerne aus einer Mücke einen Elefanten.

    Was der Jugend wie der gesamten Gesellschaft weitaus mehr zu schaffen macht als "Killerspiele", ist die Perspektivlosigkeit für ihr Leben. Keine Arbeitsplätze, keine geeignete Ausbildung, fehlende Lebensziele, all zu hohe Anforderungen - das macht vor allem krank, aber nicht zwangsläufig aggressiv. Die Psychatrien werden voller und voller an Jugendlichen, die massiv an Angststörungen und Depressionen leiden. Der Drogenmissbrauch insbesondere bei Alkohol, wobei hier gerade die Mädchen deutlich zugenommen haben, wächst beträchtlich.

    Computerspiele sind generell Realitätsfluchten und nur die Dosis bestimmt hier das Gift. Wer gegenüber Gewalt abstumpft, erlebt diese ohnehin im Alltag - er gibt ihr am Computer dann endlich einmal ein für ihn weniger frust-, wut- und trauerbeladenes Abbild, darf für eine gewisse Zeit der "Held" sein. Wenn ich mir dagegen vorstelle, dass ein zutiefst wütender 14-jähriger zur gleichen Zeit die 10-jährigen auf dem Spielplatz verprügeln könnte, weiß ich ihn in solchen Momenten gut an seinem Computer aufgehoben.

    Zorn, Wut, Aggression sind körperliche Reaktionen, die durch körpereigene Botenstoffe gesteuert werden. Und ein Körper, der während des Spiels davon viel schmeißt, hat hinterher nichts mehr. Wer mal ein paar Stunden am Compi gesessen hat, kennt die Müdigkeit, die einen danach beschleicht.

    Ständige Frustrationsauslöser wie Mißerfolg in der Schule, Gewalt in der Familie oder dem "Freundes"-Kreis usw. sind da viel gefährlicher, weil sie wieder und wieder die Wut anfachen. Wer letztlich wie der Schüler seinerzeit in Erfurt über "Killerspiele" gegenüber Gewalt abstumpft, hat parallel dazu reale Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht! Es muss ja nicht nur körperliche Gewalt sein - die psychische ist mindestens genauso schlimm, weil nicht konkret greifbar und für dritte mangels äußerer Verletzungen nicht zu erkennen!

    Und gerade letztere nimmt angesichts des immensen Konkurrenzdrucks um die letzten gesellschaftlich anerkannten Ressourcen enorm zu, Stichwort Mobbing. Das beginnt im Kindesalter und setzt sich nahtlos fort. Was also prägt mehr: die alltäglichen Ereignisse oder das mehr oder weniger häufige Zocken von "Killerspielen"?

    Vor zwanzig Jahren waren es die Fantasy-Rollenspiele, die den Eltern Angst einjagten: "Realitätsflucht!" Die Medien machten aus einzelnen gewalttätigen Ereignissen einen Hype gegen diese Spiele, die zu 99,75% bei Cola, Chips und Pizza rund um einen Wohnzimmertisch stattfanden. Dort durfte man möglichst geschickt Filmzitate anbringen und in imaginären Zauber- und Kampfszenen wahre Würfelorgien abhalten. Dabei wurde in erster Linie gelacht, dass sich die Balken bogen (Würfelpatzer). Ich habe das zehn Jahre gemacht und mit 28 Jahren innerhalb von 2 Monaten ganz allein den Absprung gefunden: es gab neue Interessen, die RPG's wurden mir langweilig. So erging es letztlich fast allen, die ich kenne, spätestens, wenn eine Familie gegründet wurde.

    So, wie die RPG's ein zeitlich begrenztes Phänomen im Leben eines Menschen waren, so werden auch die "Killerspiele" es sein. Kaum ein Mensch bleibt sein ganzes Leben ausschließlich bei einem Thema.

    Ich halte von gewalttätigen Spielen gar nichts, würde sie auch nie einem Kind oder Jugendlichen zugänglich machen!

    Solange aber diese Spiele als bequeme Nebenkriegsschauplätze für profilneurotische Politiker verschiedenster Parteien herhalten, kann ich nur sagen: "Nicht die "Killerspiele" sind das Problem, ihr Lieben! Kümmert Euch endlich um das, was wirklich wichtig ist!"

    In diesem Sinne,
    Thor [​IMG]
     
  20. masterlink

    masterlink Byte

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    39
    Hi Markus,
    sicher, sicher, Aufklärungsarbeit der Eltern und Schulen etc. bla bla ist ja eigentlich wohl logisch. Die Frage ist ja hier spezifisch: Verbot von Killerspielen in Deutschland? Tolle Feststellung ohne wirklichen Sinn. Die Logik sagt doch wohl, dass dann eine Beschaffungskriminalität über´s WWW einsetzt. Der ehemals so freie Bürger der Bundesrepublik Deutschland, welcher sich über 18 befindet, wird in dieses Verbot eingeschlossen. Erinnert mich als alten West-Berliner sehr stark an den Terrorstaat DDR. Wie sieht es denn mit dem Verkauf von Alkohol an Kinder und Jugendliche in unserem Land aus. Keine grossen Worte und Maßnahmen der Machthaber hierzu!! Ich habe ja hier in einem Forumsbeitrag gelesen, dass rein statistisch unsere Kids nicht mordend und schießend durch die Strassen rennen. Wohl war!! Mir hat ein Bekannter (leidenschaftlicher Anhänger von Shootern + 50 Jahre alt) erzählt, dass diese Spiele für ihn ein Aggressionsabbau darstellen. Er ist arbeitslos geworden, seine später klägliche Rente wird trotz Spitzenbeitragszahlungen sich in Höhe von Hartz/***** bewegen. Die Kids sind aus dem Haus + arbeitslos etc., etc.. Er denkt dann immer beim Shooten er ist im............!! Das ist erschreckend und nichts anderes!!!!! Aber vielleicht haben die Machthaber nur Angst vor einer neuen RAF; wer weiß?
     
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