Weblog schreiben als Therapie

Dieses Thema im Forum "Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de" wurde erstellt von Wiupiuwiu, 13. Oktober 2005.

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  1. Wiupiuwiu

    Wiupiuwiu Kbyte

    Registriert seit:
    30. November 2004
    Beiträge:
    196
    Gewalttätige Computerspiele haben einen ähnlichen Effekt. Nach der "Katharsistheorie" reagiert man sich bei brutalen Computerspielen ab und wird dadurch entspannter.
     
  2. Thor Branke

    Thor Branke CD-R 80

    Registriert seit:
    8. Februar 2005
    Beiträge:
    9.484
    Moin,

    die Idee ist klasse. Nach meiner Erfahrung haben Menschen mit psychischen Problemen einfach kein Ventil für all das, was sie belastet. Sich anderen Menschen zu öffnen fällt gerade aus Scham vor den realen oder befürchteten Reaktionen derer ungemein schwer.

    In den Weblogs, wo sich die Betroffenen nur mit Vornamen zu erkennen geben müssen, machen sie den ersten Schritt in einen offeneren Umgang mit ihrer seelischen Erkrankung und damit auch heraus aus der Isolation.
    Diese ist der größte Hemmschuh für einen erfolgversprechenden Therapieansatz, weil seelisch Kranke sehr oft wieder und wieder zurück in ihren "Vor-Menschen-Schutzbunker" wollen.

    Ein alternativ geführtes klassisches Tagebuch hat jedenfalls, sobald es dem Therapeuten vorgelegt wird, immer den Hauch von Zwang, "Sich-Preisgeben", ja sogar "Prüfungsangst", denn die Einträge dort sind ja eigentlich nur für den Patienten selbst bestimmt und unterliegen keiner Erwartungshaltung. Klassische Tagebücher sind daher eher als "Logbücher des Schutzbunkers" betrachten.

    Diese neue Therapieform darf sicher nicht als "Allheilmittel" verstanden werden, aber in bestimmten Fällen ist sie sicher ein gutes Element eines Gesamtkonzeptes.

    Thor
     
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