Win2000 Swap-Datei

Dieses Thema im Forum "Windows NT / 95 / 98 / 2000 / ME" wurde erstellt von ReneW, 19. März 2002.

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  1. ReneW

    ReneW Megabyte

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    Eins vorweg, ich bin eigentlich zufrieden mit Win2k, nur eins stört mich und zwar das man an jeder Ecke liest das die Speicherverwaltung so viel besser ist.
    So zum eigentlich Thema, nachdem die Registry doch enorm angewachsen war habe ich mich zu einer Neuinstallation entschieden. Was musste ich dann feststellen? Bei der alten Installation hat Windows eine Swap-Datei von 576 (min.) bis 999 (max.) empfohlen, in der Zwischenzeit hatte ich aber den Speicher auf 512MB aufgerüstet und jetzt soll die Swap-Datei mind. 768MB und max. 1668MB Groß sein. Kann mir das einer erklären? So ein Schwachsinn verzapft ja nicht mal Win9x/Me.
     
  2. Alegria

    Alegria Kbyte

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    Kurze Postings sind halt nicht meine Stärke...
    ...und ein bißchen mehr darf es doch auch mal sein, oder? :D

    Grüße,

    Sascha
     
  3. ReneW

    ReneW Megabyte

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    Danke für Deine ausführliche Antwort, auch wenn ich eigentlich nur wissen wollte warum die Swap-Datei größer wird.
     
  4. Alegria

    Alegria Kbyte

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    Hallo,
    Windows 2000 kalkuliert die Swapdatei mit dem Multiplikator 1,5 x der vorhandenen RAM-Größe bei Systemen unter 2GB RAM. Bei Systemen ab 2GB RAM irrationalerweise mit maximal 2GB. Die absolute Maximalgröße der Swap-Datei liegt bei 4GB. NT, die Vorgängerversion, hat vorher den vorhandenen RAM + 11 MB für die Auslagerungsdatei angenommen.

    Die 768MB bei Dir sind für den Umstand, daß ein kompletter Speicherauszug (Dump) im Falle eines Fehlers geschrieben werden muß, ob er nun brauchbar ist oder nicht, der zusätzliche Auslagerungsspeicher soll das System vor einem Absturz retten, wenn der Memory-Dump geschrieben wird (Dann ist eigentlich schon die Swap-Datei übergelaufen). Die Größe der Swap-Datei paßt Windows 2000, wenn benötigt, dynamisch an, das konnte NT früher nicht.

    Wird die Swap-Datei kleiner als die früher unter NT vorgegebene Größe festgelegt (RAM+11) und die maximale Größe ebenso beschränkt, meckert 2000 eventuell über zu wenig Arbeitsspeicher bei manchen Anwendungen (oder sogar beim Drucken).
    Bei RAM+11 hingegen läuft meistens alles ohne klagen, NT ist dagegen bei voller Swap-Datei schnell abgestürzt.
    Die Auslagerungsdateien von Windows 2000 lassen sich auf mehrere Laufwerke verteilen, sinnvollerweise auf Partitionen (besser: Platten), auf denen das System selbst nicht ist. Das bringt leichte Geschwindigkeitsvorteile, wenn vom System etwas nachgeladen wird und quasi gleichzeitig ausgelagert wird.

    Die Speicherverwaltung von 9x/ME und NT/2000/XP ist nicht direkt vergleichbar, dazu sind bei den 9x-basierten Betriebssystemen noch zu viele 16Bit-Anteile (Stichwort Programmierung Segment/Offset, absolute Adressierung, wohin schreibe ich was in den Speicher) vorhanden, außerdem unflexiblere Heap-Verwaltung und zuviel kooperatives Multitasking. Außerdem können unter 9x/ME immer noch Programme auch direkt auf die Hardware zugreifen (und damit meistens auch auf Speicheradressen, die bereits von einem Gerätetreiber beispielsweise in Gebrauch sind).
    Da muß schon sauber (ohne Tricks und doppelten Boden) programmiert werden. Eine reine 32-Bit-Anwendung soll und darf unter 9x/ME idealerweise dieselben Regeln beachten wie unter NT/2000/XP. Leider sind aber in den APIs von 9x/ME trotzdem schon zu viele 16Bit-Ausnahmen drin.
    Folge:
    Schutzverletzung, Ausnahmefehler, Absturz.

    "Echte" 32Bit-Betriebssysteme verwalten dagegen den Speicher
    und die Geräte in verschiedenen Ebenen. Auf unterster Ebene (mit höchster Stufe des Schutzes läuft der Kernel und die sogenannten Kernel-Mode-Treiber für Geräte. Darauf bekommt kein Anwendungsprogramm direkten Zugriff. Die Anwendungen laufen in aller Regel im User-Mode und müssen über die Programmierschnittstellen des Betriebssystems Daten-Ein-und Ausgaben auf die benötigten Geräte abwickeln. Das hat den Vorteil, daß eine fehlerhafte Applikation in der Regel das System nicht destabilisieren kann (Ausnahmen bestätigen die Regel...).
    Normalerweise wird die Anwendung mit einer Fehlermeldung beendet, kann aber direkt wieder aufgerufen werden.
    Die allozierten Speicherbereiche verschiedener Anwendungen liegen dabei komplett getrennt im physikalischen und virtuellen Adressraum des Speichers. Das Betriebssystem behält zu jeder Zeit die Kontrolle über den Speicher.
    Aprospos Multitasking: Mache mal unter Win9x/ME den Versuch, eine Diskette vollständig zu formatieren und gleichzeitig etwas anderes auszuführen, dann mach\' dasselbe unter NT/W2K/XP.
    Unterschied gemerkt?
     
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