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Hat Nokia gegen Subventionsauflagen verstoßen?

Discussion in 'Ihre Meinung zu Artikeln auf pcwelt.de' started by jojo14, Jan 26, 2008.

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  1. jojo14

    jojo14 Halbes Megabyte

    Und warum wurde 2002 bis 2005 nicht schon geprüft ob gegen Subventionsauflagen verstoßen wurde?
     
  2. Falcon37

    Falcon37 Ganzes Gigabyte

    Weil man so großen Firmen einfach viel Vertrauen entgegen bringt.
    Oder glaubst du jemand käme ernsthaft auf die Idee eine Firma von
    Welt würde belügen und betrügen?

    Mfg
     
  3. Babu1940

    Babu1940 Viertel Gigabyte

    Weil keiner das Unternehmen verschrecken wollte. :cool:

    Darüber hat sicher kein kleiner Beamter entschieden. So etwas ist immer ganz oben aufgehängt! :rolleyes:
     
  4. Thomaszoefelt

    Thomaszoefelt Halbes Megabyte

    Weil die Beamten erst jetzt Zeit gefunden haben mal zu überprüfen ob sie Teile der Subventionen zurückbekommen könnten. Eigentlich ein sehr grosser Fehler von dem Ministerium. 2002- 2005 wird nicht überprüft obwohl gegen die Subvention verstossssen wurde. Und würde Nokia nicht abhauen, wer weiss ob das dann jemals rausgekommen wäre. Unser Staat kontrolliert einfach viel zu wenig gegen sowas. Da ist es ja auch kein Wunder das Deutschland so viel Geld verschwendet. Wenn sie zu allem Ja und Ahmen sagen. und dann nach Jahren feststellen das es Vertragsverstöße gibt. wenn Nokia Glück hat sind sie aus dem Schneider. Weil das vielleicht schon verjährt ist.
     
  5. Jogy05

    Jogy05 Kbyte

    Was meinst du, was passiert wäre, hätten die früher geprüft; festgestellt, dass Subventionsbetrug und zurückgefordert. Und nehmen wir an, erst dann hätte sich Nokia zurückgezogen - was meinst du wie dann die entsprechenden Stellen angegriffen worden wären! Das ist doch eigentlich immer so - wie es ein Ministerium macht, es macht es in den Augen der Bevölkerung falsch. (Ohne die jetzt in Schutz nehmen zu wollen)

    Ich denke nur an die geplante Chipfabrik in Frankfurt Oder, die geplatzt ist, weil Brandenburg die Risiken nicht übernehmen wollte.
     
  6. Babu1940

    Babu1940 Viertel Gigabyte

    @Jogy: Genausoisses! :rolleyes:
     
  7. Winnie The Pooh

    Winnie The Pooh Viertel Gigabyte

    Mit anderen Worten, der Staat soll zahlen und sich ansonsten raushalten?

    Nokia soll also zwischen 2002 und 2006 mehrere hundert Mitarbeiter weniger beschäftigt haben als angegeben - und das kommt erst nach Bekanntgabe der Schließungspläne heraus? Wenn Subventionszahlungen an Konditionen geknüpft sind, warum wird deren Einhaltung verdammtnochmal nicht überprüft?! Jeder Hartz-IV-Empfänger muß bei der ArGe lückenlos Kontoauszüge vorlegen und Bewerbungen nachweisen, um seinen Anspruch auf staatliche Zahlungen (auf die er einen Rechtsanspruch hat!) nicht zu verlieren, und bei Subventionszahlungen in Millionenhöhe kommt man Jahre später und eher zufällig drauf, daß der Empfänger den Staat bescheißt? Mehr noch, daß ein Teil der Zahlungen verjährt ist?!

    Natürlich ist es weltfremd, jetzt noch den Weggang von Nokia verhindern zu wollen - das Werk in Jucu wird ja schon gebaut. Aber die Praxis der Subventionszahlungen muß dringend geändert werden!

    Ist denn Aufgabe des Landes Brandenburg, das unternehmerische Risiko zu übernehmen?!
     
  8. jojo14

    jojo14 Halbes Megabyte

    Natürlich belügen und betrügen die, sonst wären sie keine Firmen von Welt geworden.
     
  9. Winnie The Pooh

    Winnie The Pooh Viertel Gigabyte

    Und es geht weiter - Nokia ist nicht nur in Bochum

    Der Quelle Versand hat in den 90er Jahren in Leipzig ein riesiges Versandzentrum errichtet - und dafür Millionen an Fördergeldern bekommen. Auch in diesem Fall wurde kritisiert, daß nicht annähernd so viele Arbeitsplätze geschaffen wurden wie angekündigt - und die Stellen, die geschaffen wurden, waren zu einem nicht unerheblichen Teil befristete Teilzeitstellen.

    Und nun wird das Callcenter in Leipzig geschlossen - unter anderem angeblich wegen der mangelhaften Infrastruktur (was ein Witz ist - das Quelle-Gelände liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Messegeländes, verfügt über Autobahn- und Eisenbahnanschluß, liegt mitten im Ballungszentrum Halle-Leipzig). Von der Schließung sind auch die Callcenter in Essen und Chemnitz betroffen. (Quelle: Handelsblatt)

    Die Kunden sollen nun von Berlin, Magdeburg und Cottbus aus betreut werden. In Berlin und Magdeburg waren bereits 2007 neue Telefonzentralen für mehr als 2000 Mitarbeiter gebaut worden. Ein drittes Call-Center für rund 500 Mitarbeiter soll im ersten Halbjahr in Cottbus entstehen. Insgesamt investiert Primondo 30 Millionen Euro. (Quelle: Reuters)

    Als weiterer Grund wurde angeführt, daß immer mehr Kunden das Internet nutzten, deshalb die Zahl der Anrufe in den Kundenzentren sinke und sich dieser Trend fortsetzen werde. Quelle: Börse Online

    Wenn das Kundenaufkommen via Telefon tatsächlich sinkt, warum werden dann in einem Unternehmen, das nach eigenen Angaben rote Zahlen schreibt, neue Callcenter aufgebaut? Ob die Infrastruktur in Cottbus (Land Brandenburg) wohl besser ist als in Leipzig und Chemnitz in Sachsen oder Essen in NRW? Oder winken da nicht eher neue Subventionen für die "Schaffung" von Arbeitsplätzen und geringere Personalkosten durch Niedrigstlöhne, Wegfall des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes sowie geringeren Urlaubsanspruch der Mitarbeiter?! Umgeht man mit den neuen Callcentern nicht gleichzeitig noch langwierige Verhandlungen mit Gewerkschaften und Betriebsräten über Arbeitszeiten und Löhne?
    _____________________

    Unmittelbar vor der Bekanntgabe der Schließung des Leipziger Callcenters hat der Arcandor*-Chef Middelhoff übrigens die Ehrendoktorwürde der Handelshochschule Leipzig verliehen bekommen - für seine "Werte und Grundsätze einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung"...
    (Quelle: Handelshochschule Leipzig)


    * KarstadtQuelle heißt seit 2007 Arcandor.
     
  10. Jogy05

    Jogy05 Kbyte

    Da hast du mich vollkommen Missverstanden! Aber gerade das Beispiel Frankfurt Oder zeigt, dass sich der Staat eigentlich nur in die Nesseln setzten kann. Auch ich bin der Meinung, es kann nicht sein, dass die Betriebe den Gewinn einstreichen, aber der Staat das Risiko tragen soll. Aber denke mal dran, wie groß das Geschrei war, als Brandenburg sagte Nein.
    Dem "Kleinen Mann" wird die "Mitnahmementalität" groß Angerechnet. Aber bei vielen (nicht alle!) ist es Gang und Gäbe.
     
  11. Winnie The Pooh

    Winnie The Pooh Viertel Gigabyte

    Nicht nur das. Millionen Hartz-IV-Empfänger werden als Parasiten und Schmarotzer bezeichnet und müsssen entwürdigende, ja gesetzwidrige Schnüffeleien über sich ergehen lassen, weil einige wenige zu Unrecht Leistungen beziehen.

    Andere Empfänger staatlicher Leistungen wie Nokia werden offensichtlich überhaupt nicht kontrolliert.
     
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